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Absage an Loeb

Formel 1-Experiment ist sportlich unsinnig

Rallye Akropolis 2009 Foto: McKlein 24 Bilder

Das Experiment Rallye-Weltmeister im Formel 1-Auto ist gescheitert. Sebastien Loeb erklärte bei der Rallye Wales, dass ihm die FIA keine Superlizenz ausstellen wollte. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum ToroRosso beim Finale in Abu Dhabi mit seinen Stammfahrern Sebastien Buemi und Jaime Alguersuari antritt.

22.10.2009 Michael Schmidt

Der Test im GP2-Auto war ernüchternd. Sebastien Loeb hinkte der Konkurrenz in Portimao um 2,5 Sekunden hinterher. Die Bedingungen waren für den Gelegenheitsfahrer im Formel-Auto auch nicht ideal. Es hat viel geregnet. Am Mittwoch (21.10.) erklärte der sechsfache Rallye-Weltmeister, dass er beim Finale in Abu Dhabi nicht im ToroRosso sitzen wird.

Die FIA habe ihm die Superlizenz verweigert. Die wäre bei Mithilfe aller Beteiligten aber kein Problem gewesen. Ex-Formel 1-Pilot Jacques Laffite hatte sich bei Bernie Ecclestone für Loeb eingesetzt. Der versprach Hilfe, sollte das von allen Parteien gewünscht sein. Doch Red Bull hatte da schon das Interesse verloren.

Ecclestone: Loeb hätte sich keinen Gefallen getan

Ecclestone fürchtete, dass Loeb ohne entsprechende Vorbereitung am Ende des Feldes gefahren wäre. "Er hätte sich wahrscheinlich selbst keinen Gefallen getan." Laut Laffite wäre das dem besten Rallyefahrer der Welt egal gewesen. "Er wollte diese einmalige Gelegenheit nutzen." Der Plan war mitten auf dem Weg zur Realisierung stecken geblieben. Loeb kam noch nicht einmal dazu, mit ToroRosso-Teamchef Franz Tost über einen Einsatz zu reden. Der Österreicher meint zum Thema Loeb: "Wenn Red Bull so etwas aus Marketinggründen will, hätten wir es selbstverständlich durchgeführt."

Ohne Vorbereitung würde Loeb chancenlos bleiben

Tost ist Pragmatiker. Er kennt den Rennsport in und auswendig. Und er weiß am besten, dass es ein Himmelfahrtskommando gewesen wäre, einen sicherlich hochbegabten Autofahrer ohne ausreichende Testmöglichkeit in eines seiner Autos zu setzen. "Aus sportlicher Sicht hätte dieser Einsatz wenig Sinn gemacht. Die Leistungsdichte in der Formel 1 ist so hoch wie nie zuvor. Loeb hätte schlimmstenfalls zwischen drei und vier Sekunden auf das Feld verloren. Heute kann sich keiner mehr einfach so ins Auto setzen und vorne mitfahren. Man muss sich nur anschauen, welche Schwierigkeiten gestandene Formel-Fahrer haben, wenn sie neu in die Formel 1 einsteigen." Hätte Sebastien Loeb die Möglichkeit, sich ein Jahr lang professionell auf ein Formel 1-Debüt vorzubereiten, dann traut Tost dem Rallye-Seriensieger alles zu: "Loeb kann Autofahren. Man wird nicht umsonst sechs Mal Rallye-Weltmeister. Mit 15.000 Testkilometern als Vorbereitung hätte er eine realistische Chance, gut abzuschneiden. Es kommt dann natürlich immer noch aufs Auto an." Wie weit das Ausnahmetalent Loeb dann kommen würde, lässt sich laut Tost nicht vorhersagen. "Die letzte Sekunde ist die schwerste. Das hat auch Valentino Rossi gemerkt. Wer aus einer anderen Motorsportkategorie in die Formel 1 kommt, hat immer den Nachteil, dass ihm die Basis aus den kleineren Motorsportklassen fehlt."
 

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