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Abu Dhabi-Architekt Hermann Tilke

F1-Piloten zu gut für schwierige Passagen

Yas Marina Circuit Foto: Yas Marina Circuit 46 Bilder

Es ist die teuerste Rennstrecke der Welt. Und die modernste. Der Architekt kommt aus Deutschland. Für Hermann Tilke ist Abu Dhabi eines von vielen Projekten. Und doch etwas Besonderes. 120 Ingenieure haben seit 2005 an dem Superbau mitgewirkt.

28.10.2009 Michael Schmidt

Die Arbeit ist getan. Hermann Tilke sitzt auf einer Bank im Fahrerlager des Yas Marina Circuit von Abu Dhabi und kann gar nicht erwarten, dass es Sonntagabend ist. "Dann wissen wir, ob alles geklappt hat." Viel kann nicht mehr schief gehen. Die Strecke steht. Die Gebäude auch. "Ein paar letzte Retuschen noch, dann sind wir fertig", sagt der Mann aus Aachen.

120 Ingenieure haben an der Konstruktion der Strecke mitgewirkt und bis zu 17.000 Arbeiter. Rechnet man das Hotel und den Yachthafen mit dazu, dann haben im Verlauf der letzten zwei Jahre in Stoßzeiten bis zu 50.000 Menschen auf der Baustelle gearbeitet.

Abu Dhabi einzigartig unter den Tilke-Projekten

Hermann Tilke hat schon viele Strecke gebaut. Bahrain, Shanghai, Sepang, Fuji und Valencia stammen aus seiner Feder. Südkorea kommt im nächsten Jahr dazu. "Aber nirgendwo hatte ich solche Möglichkeiten wie hier in Abu Dhabi", sagt Tilke. "Es war ja vorher nichts da, außer einem Stück Wüste auf einer Insel." Auf dem Yas Marina Circuit hat Tilke nicht nur die Strecke gebaut. "Wir konnten die Umgebung gleich mitgestalten." Zum Beispiel den künstlichen Hügel, der sich ausgangs der Zielgeraden 15 Meter hoch auftürmt. Oder den Yachthafen. Oder das Yas Hotel, das sich über die Strecke spannt.

Tilke hofft, dass sein 5,554 Kilometer langer Kurs drei Überholstellen liefert: "Am Ende der Vollgaskurven, die in einer Schikane münden. Und an den Bremspunkten der zwei langen Geraden. Wir haben die Kurven, die in diese Geraden münden extra mit je einer kleinen Schwierigkeit versehen, damit die Fahrer am Kurvenausgang vielleicht einen Fehler machen, die dem Verfolger die Chance zu Angriff bietet."

Piloten sollten Fehler machen

Aber was sind schon Schwierigkeit für fast perfekte Rennfahrer in perfekten Autos. "Genau das ist mein Problem", klagt Tilke. Die Jungs sind so gut, dass es schwierig ist, sich schwierige Passagen auszudenken." Der Klassiker: "Eine hängende Kurve am Ausgang, damit sie nicht alle sofort voll aufs Gas steigen können."

Ein besonderer Gag ist das Rennen, das halb bei Tag und halb bei Nacht gefahren wird. Das Rennen beginnt am Sonntag um 17 Uhr bei vollem Tageslicht. Trotzdem wird die Flutlichtanlage schon auf vollen Touren laufen, damit es um 18 Uhr, wenn schlagartig die Dunkelheit einbricht zu keinen Komplikationen kommt. Eine der großen Unbekannten in den Simulationen der Teams ist der Asphalt. Tilke kann da aushelfen: "Der Asphalttyp ähnelt dem von Shanghai."

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