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Streckenbegehung in Abu Dhabi

Erste Runde auf dem Yas Marina Circuit

Yas Marina Circuit Foto: Tobias Grüner 46 Bilder

In Abu Dhabi ist in nur zweieinhalb Jahren eine Formel 1-Strecke der Luxusklasse aus dem Wüstenboden gestampft worden. auto-motor-und-sport.de hat sich den spektakulären Yas Marina Circuit einmal aus der Nähe angeschaut und die erste Runde gedreht - zu Fuß.

28.10.2009 Tobias Grüner

Die arabischen Emirate sind bekannt dafür, Bauwerke in Weltwunder-Dimensionen zu errichten. Nach künstlichen Inseln, luxuriösen Hotels und Rekord-Wolkenkratzern wurde vor kurzem ein weiteres Großprojekt fertiggestellt. Auf dem 5,554 Kilometer langem Yas Marina Circuit trägt die Formel 1 am Wochenende erstmals ein Grand Prix-Rennen aus.

auto motor und sport hat die neue Strecke einmal genau unter die Lupe genommen. In der sengenden Mittagssonne bei Temperaturen von deutlich über 30°C haben wir die erste Runde auf dem nagelneuen Kurs gedreht - natürlich zu Fuß, um auch jedes Detail zu erkennen. 1:07.43, 34 Stunden dauerte der Test-Umlauf, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 4,920 Kilometern pro Stunde entspricht. Wenn Button, Vettel & Co. im Training am Freitag erstmals auf die Piste gehen, wird eine Umrundung nach der Simulation nur 1.38 Min. dauern.

Abwechslungsreiches Layout

Die ersten Eindrücke sind einfach nur spektakulär. Wo sich vor zweieinhalb Jahren noch flache Wüste befand ist nun ein Kurs der Extraklasse entstanden. Abwechslungsreiche Passagen, gute Überholmöglichkeiten und beste Sicht für alle 50.000 Zuschauer. Auch wenn die Formel 1-WM bereits zu Gunsten von Jenson Button entschieden ist, sollten die Fans an den heimischen TV-Geräten den Start am Sonntag (14:00 Uhr) nicht verpassen.

Am Ende der Zielgeraden wartet schon das erste Highlight. Hier untertunnelt die Boxengasse die Strecke und führt erst hinter der ersten Linkskurve auf den Kurs. In der engen Unterführung sollte besser kein Auto liegen bleiben. Für mehr als ein Fahrzeug ist hier kein Platz. Imposant sind auch die Höhenunterschiede auf dem ehemals flachen Wüstengelände. Der aus 15 Meter herabfallende Hügel zwischen Kurve eins und Kurve sechs ist sowohl zu Fuß als auch im Auto spürbar.

Beste Sicht auf die Action in Kurve sechs

Die Passage kurz vor Kurve sechs ist auch eine der spannendsten Stellen der ganzen Strecke. Aus Geschwindigkeiten von rund 280 km/h werden die Autos zunächst in eine enge Schikane und dann in die Zweite-Gang-Haarnadel gezwungen. Hier besteht am Wochenende extreme Crash-Gefahr. Nach der Haarnadel-Kurve geht es anschließend auf die 1,2 Kilometer lange Gerade. Die zweitlängste Vollgaspassage des Kalenders will - vor allem zu Fuß - einfach nicht enden.

Kurz vor der Bremszone erreichen die Piloten eine errechnete Spitzengeschwindigkeit von 317 km/h, bevor es wieder in eine enge Kurvenkombination geht. Hier bietet sich die beste Überholgelegenheit der Strecke. Wer sich verbremst, landet in der spektakulären Auslaufzone unter der Zuschauertribüne. Eine weitere gute Chance auf ein Manöver bietet sich auch am Ende der dritten Gerade, auf der ebenfalls die 300 km/h-Marke geknackt wird.

Winkliger Schlussteil mit Sightseeing-Wert

Anschließend geht es in rechtwinkligen Kurven um den Yachthafen. Hier wird zwar nicht überholt, aber dafür ist die Umgebung atemberaubend. An den Stegen liegen mehr als 100 Yachten mit einem Gesamtwert von mehr als einer Milliarde Dollar. Die Bootsliegeplätze sind übrigens genauso ausgebucht wie die 50.000 Tribünentickets. Fahrerisch anspruchsvoll ist hier vor allem die dreifache Rechtspassage von Kurve 14 bis 16. Hier müssen die Piloten beim Einlenken auf die Bremse.

Die für den Zuschauer spektakulärste Passage führt die Piloten nach Kurve 18 unter dem Yas Hotel hindurch, bevor es wieder zurück nach Start und Ziel geht. Das Hotel ist am Wochenende übrigens nur für VIP-Gäste geöffnet. Offizielle Eröffnung für die Öffentlichkeit ist erst am 3. November. In der Dunkelheit ist die geschwungene Außenhaut des 5-Sterne-Tempels dank 4.800 LED-Panels in bunten Farben beleuchtet.

Der Yas Marina-Circuit in Zahlen

So ist in 184 Millionen Arbeitsstunden aus dem öden Wüstenland eine prächtige Motorsportoase entstanden. Noch vor einem halben Jahr glaubten nur wenige dran, dass das Wunder rechtzeitig zum letzten F1-Rennen fertig würde. Doch die Investoren stockten das Kontingent der Bauarbeiter im Sommer noch einmal auf bis zu 40.000 auf. Rund um die Uhr liefen die Bagger auf Yas Island. Nur in der brütenden Mittagssonne wurden Pausen eingelegt.

Auf die Tagesszeit konnten wir bei unserer ersten Runde leider keine Rücksicht nehmen. Was uns bei der Umrundung noch aufgefallen ist: Noch immer legen unzählige Helfer letzte Hand an der Strecke an. Laut Organisatoren befinden sich vier Tage vor dem Grand Prix noch immer 25.000 Bauarbeiter auf dem Gelände, um die Baustelle von Gerüsten und Wüstenstaub zu befreien.

Baustelle bis 2012

Dabei ist mit der Strecke erst ein Teil des Großprojekts Yas Island abgeschlossen. Im nächsten Jahr soll der Innenausbau des 200.000 Quadratmeter großen Ferrari World Themenparks abgeschlossen sein. Auch der Yachtclub und eine Golfanlage befinden sich noch mitten im Bau. Bis 2012 soll dann auch eine Einkaufsmall mit 700 Geschäften stehen, um die Besucher auch auf das Gelände zu locken, wenn die Formel 1 nicht zu Gast ist.

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