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Acht Punkte für Sauber

Nasr von Kaltenborn geherzt

Felipe Nasr - GP Russland 2015 Foto: Sauber 69 Bilder

Felipe Nasr brachte seinen Sauber C34 als Siebter ins Ziel. Durch die Strafe gegen Kimi Räikkönen wurden ein sechster Platz und acht Punkte daraus. Die zweitbeste Ausbeute für das Schweizer Team in dieser Saison.

15.10.2015 Andreas Haupt

Felipe Nasr hockte nach dem Grand Prix von Russland entspannt im Sauber-Pavillon auf der schwarzen Ledercouch und gab Interviews als Monisha Kaltenborn herüberkam. "Ich muss jetzt mal meinen Fahrer drücken." Gesagt, getan. Die Sauber-Teamchefin herzte ihren Piloten für seine Fahrt auf den siebten Platz beim GP Russland 2015.

Wenige Minuten später hatten die beiden noch mehr Grund zur Freude. Um 17:24 Uhr Ortszeit, also rund 100 Minuten nach Rennende, sprachen die Sportkommissare eine Strafe gegen Ferraris Kimi Räikkönen aus. Aus einem siebten wurden für Nasr und Sauber ein sechster Platz und acht statt sechs Punkte. Nur zum Saisonauftakt sammelte die Truppe aus Hinwill mehr Zähler. Beim GP Australien waren es 14.

Nasr liegt richtig, Ericsson falsch

Sauber hätte Russland sogar mit noch mehr Punkten verlassen können. Oder auch ohne, wenn es ganz blöd gelaufen wäre. Beinahe hätte es im Startgetümmel um Nico Hülkenberg nicht nur Marcus Ericsson, sondern auch Felipe Nasr erwischt. "Ich wusste nicht, ob sein Auto stehen bleiben würde, oder sich noch weiter drehen wird", berichtete der Brasilianer vom Vorfall in der ersten Kurve. Der 23-Jährige entschied sich richtig und ging links am umgedrehten Force India vorbei.

Sein Teamkollege Ericsson zog das falsche Los. "Ich hing nach einem Superstart in Felipes Heck und habe mich auf ihn konzentriert. Als er nach links ausscherte, bin ich nach rechts. Leider war da Hülkenberg. Ich konnte nicht mehr ausweichen", erklärte der Schwede sein Aus. Ericsson ärgerte sich. "Es war eine goldene Chance, viele Punkte zu machen. Umso frustrierender ist es, wenn du nach ein paar Metern an der Seitenlinie stehst."

Im Qualifying zum GP Russland scheiterte Ericsson bereits im ersten Durchgang. "Im ersten Anlauf wurde ich durch gelbe Flaggen aufgehalten. Als ich den zweiten Satz der Supersofts aufgezogen habe, spielten die Reifensensoren verrückt", erklärte der ehemalige Caterham-Pilot.

Die Anzeige im Cockpit gaukelte ihm daraufhin falsche Temperaturen vor. "Du verlässt dich auf die eingespielten Daten. Ich lag die ganze Zeit im Minus. Also habe ich die Reifen in der Aufwärmrunde noch härter rangenommen. Plötzlich sprang die Anzeige auf plus acht. Meine Reifen waren also viel zu heiß." Mit den überhitzten Gummis rutschte Ericsson zu viel auf dem Asphalt herum.

Supersoftreifen schmecken dem Sauber C34

Nasr machte es besser und qualifizierte sich auf dem 12. Startplatz. Mit seinem neuen Renningenieur Paul Russell klügelte er das richtige Setup für die Supersofts aus, obwohl man vor dem Qualifying keine einzige Runde auf ihnen abspulte. Auf der weichsten Pirelli-Mischung fühlte sich der Brasilianer auch im Rennen pudelwohl. "Ich konnte voll pushen. Die Vorderreifen haben mehr und mehr zugegriffen. Ich war sehr überrascht, dass ich sogar Massa davon ziehen konnte und auf Kvyat vor mir aufgeholt habe."

Weil der rotmarkierte Kleber mit dem Sauber C34 so gut harmonierte, ließen die Strategen den Fahrer bis zur 34. Runde draußen. Und verzichteten auf einen Stopp in der zweiten Safety Car-Phase. "Es war richtig, nicht reinzukommen. Das Auto war auf den weichen Reifen nicht so gut. Das haben wir im dritten Freien Training herausgefunden. Deshalb wollten wir damit keine 41 Runde fahren."

Nasr wäre gerne sogar noch länger auf den Supersofts geblieben. "Aber sie waren zu 100 Prozent durch. Wenn sie so runtergefahren sind, sind sie hart wie Steine." Nach dem Stopp fiel er von der zwischenzeitlich zweiten bis auf die 12 Position zurück. Direkt hinter die beiden McLaren von Fernando Alonso und Jenson Button sowie den Williams von Felipe Massa.

Nasr brauchte 4 Runden, um die beiden Weltmeister zu überholen und sich in die Punkte zurückzuarbeiten. "Die beiden haben mich pro Runde zwei Sekunden gekostet. Vielleicht hätte ich sonst noch Kvyat geschlagen." Der Russe kam 8,942 Sekunden vor dem Sauber ins Ziel. Nasr muss sich aber auch an die eigenen Nase fassen. In Runde 29 verlor er in Kurve eins bei einem Verbremser 1,7 Sekunden. Ohne den wäre er wahrscheinlich vor den McLaren zurück auf die Bahn gekommen.

Sauber jagt Toro Rosso

Im letzten Renndrittel profitierte Nasr von den Ausfällen von Carlos Sainz und Daniel Ricciardo sowie vom Zusammenstoß zwischen Valtteri Bottas und Kimi Räikkönen. Die acht Punkte sind ein Segen für das finanziell nicht auf Rosen gebettete Team. In der Team-WM rückte man mit nun 34 Zählern näher an Toro Rosso (45 Punkte) heran. Auf den neunten McLaren baute Sauber das Punktepolster auf 15 Zähler aus.

In den letzten 4 Saisonrennen will Sauber endlich das volle Potential seines neuen Aerodynamik-Pakets ausschöpfen. "In Sochi hat uns das Streckenlayout geholfen. Wir verstehen die neuen Teile noch nicht zu 100 Prozent. Dafür brauchen wir ein reibungsloses Wochenende", erklärte Nasr, der sich für die kommende Saison nicht nur ein schnelleres Auto, sondern auch bessere Reifen wünscht. "Jeder Fahrer will mehr Grip. Wir mussten in Sochi keine Reifen sparen, sondern konnten von Anfang bis Ende mit ihnen pushen. Mir hat das gefallen. Ein bisschen Reifenabbau muss aber bleiben. Das fördert intelligentes Fahren."

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