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Achterbahn der Gefühle bei Mercedes

Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Russland - 30. April 2016 Foto: xpb 73 Bilder

Es scheint wie ein einer Seifenoper: Nico Rosberg schwimmt auf der Erfolgswelle, Lewis Hamilton klebt das Pech an den Hacken. Ein Tag, an dem in der Formel 1 viel über Glück und Unglück gesprochen wurde.

30.04.2016 Bianca Leppert

Eigentlich ist es absurd. In der Formel 1 geht es um Zahlen und Fakten. Gefühlsduseleien haben da nur wenig Platz. Und doch schien es, als habe jemand das Drehbuch für das Qualifying zum GP Russland geschrieben, der einen Hang zum Drama hat. Lewis Hamilton musste nach Q2 die Segel streichen, weil das gleiche Problem wie in Shanghai auftrat: Die MGU-H streikte. Es blieb nur noch Platz zehn. Nico Rosberg fuhr recht easy seine zweite Pole-Position in Folge ein.

Rosberg ohne Angst vor Technik-Pech

Bei der üblichen Fragerunde in der Mercedes-Hospitality schien man das Bühnenbild innerhalb weniger Sekunden von der Komödie zum Trauerspiel umgebaut zu haben. Erst Nico Rosberg. Er steht aufrecht mit dem Mikrofon in der Hand, witzelt zwischendurch immer wieder mit Journalisten. Ungewöhnlich oft fällt das Wort "Glück". "Ich fühle mich nicht als ob ich Glück habe, sondern eher, dass die anderen Pech haben", sagt der WM-Führende. Ohne Erzrivale Hamilton hat Rosberg recht leichtes Spiel, das ist kein Geheimnis. "Ich freue mich über die Pole. Aber natürlich wäre es emotional intensiver, wenn es ein direkter Kampf gewesen wäre."

Bekanntlich ist der Teufel ein Eichhörnchen. Wer sagt, dass die Technik-Misere zu einem späteren Zeitpunkt nicht auch Rosberg heimsuchen könnte? Ein Thema, mit dem er sich gar nicht recht befassen will. "Ich bin mir bewusst, dass wir momentan nicht gerade die Stärksten in Sachen Zuverlässigkeit sind, aber ich habe Vertrauen ins Team, dass wir das schnell aussortieren."

Hamilton fühlt sich hilflos

Dann Lewis Hamilton. Bittere Miene, er kaut Kaugummi, spielt an seinem Smartphone herum. Der erste Journalist will nach längerem Zögern eine Frage stellen, Hamilton steht auf, will offenbar den Kaugummi loswerden, kommt aber wieder. "Klar ist es momentan nicht einfach. Aber ich kann momentan nichts dagegen tun. Es ist einfach unglücklich", sagt er. Schicksal? "Ich glaube nicht an Glück oder Pech."

Hamilton wirkt nachdenklich, ausgezehrt. Rosberg führt mit 36 Punkten Vorsprung die WM an. Die Titelverteidigung rückt immer weiter in die Ferne. In Bahrain war es eine unverschuldete Kollision mit Valtteri Bottas, in China die volle Ladung Technik-Probleme: Getriebe-Wechsel und die streikende MGU-H. Ein Rückschlag nach dem anderen. Ist ein Rennfahrer da traurig oder eher wütend?

"Ich bin nicht traurig, aber auch nicht wütend", sagt Hamilton und klebt seinen Kaugummi auf den Bar-Tisch vor ihm. Was dann? "Ich kann es nicht beschreiben. Fast hilflos. Wenn du so hart arbeitest und dann passiert unerwartet so etwas. Die Herausforderung liegt darin, daran zu wachsen. Selbst an den dunkelsten tagen, ist noch irgendwo ein Licht zu sehen. Und ich hatte schon schwärzere Tage in meiner Karriere."

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