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Adrian Newey

Beinahe-Rücktritt nach Senna-Tod

Adrian Newey Foto: xpb 22 Bilder

Adrian Newey hat nun erstmals zugegeben, wie sehr ihn der Tod von Ayrton Senna 1994 mitgenommen hat. "Mir sind danach alle Haare ausgefallen, die ich noch hatte", erklärte der damalige Williams-Designer.

17.05.2011 Tobias Grüner

Rund 17 Jahre liegt das schwarze Wochenende von Imola nun zurück. In Vergessenheit ist der Tod von Ayrton Senna aber noch längst nicht geraten. Gerade erst ist ein Film über das Leben der Rennlegende aus Sao Paulo in den deutschen Kinos angelaufen. Die preisgekrönte Dokumentation ist in vielen Ländern schon ein Kassenschlager geworden.

Auch Adrian Newey wird den 1. Mai 1994 nie wieder vergessen. Damals war er als Williams-Designer hauptverantwortlich für die Konstruktion des FW16, in dem Senna den Tod fand. Das Drama in Imola war nicht nur ein psychischer Schock für den Engländer, wie er nun im Interview mit dem "Guardian" zugab.

Senna stirbt in Newey-Konstruktion

"Das wenige Haar, das ich noch hatte, fiel danach aus. Es hat mich also auch körperlich verändert. Es war fürchterlich." Newey, der mittlerweile als Red Bull-Designchef Sebastian Vettel zu Erfolgen verhilft, dachte damals sogar an Rücktritt. "Patrick Head und ich haben uns unabhängig voneinander gefragt, ob wir mit dem Rennsport weitermachen wollen. Wollten wir Teil einer Sportart sein, in der Menschen in etwas sterben können, das wir erschaffen haben."

Newey und der damalige Technikchef Patrick Head wurden von der italienischen Justiz wegen fahrlässiger Tötung verfolgt. Auch Newey fragte sich: "Wurde der Unfall durch etwas verursacht, dass wegen eines schlechten Designs gebrochen ist." Die Untersuchung seien zwar stressig gewesen und ein deprimierendes Ärgernis, so Newey, die Fragen nach der persönlichen Verantwortung, die sich das Konstruktionsgenie selbst stellte, seien für Entscheidung über den Verbleib in der Formel 1 aber noch entscheidender gewesen.

Unfallursache bleibt weiter unklar

"Die ehrliche Wahrheit ist, dass niemals jemand genau wissen wird, was vorgefallen ist", berichtet Newey über das Ergebnis der hauseigenen Untersuchungen. "Es gibt keinen Zweifel, dass die Lenkstange gebrochen ist. Die große Frage lautet, ob das während des Unfalls passierte, oder erst zu dem Unfall geführt hat. Sie hatte Risse durch Materialermüdung und musste irgendwann brechen. Es steht außer Frage, dass sie schlecht konstruiert war. Allerdings deuten alle Beweise darauf hin, dass das Auto die Strecke nicht durch einen Fehler mit der Lenkstange verlassen hat."

Das Thema verfolgt Newey auch nach 17 Jahren noch. Wieder und wieder hat er sich die Fernsehaufzeichnungen aus der sechsten Runde des Grand Prix von San Marino. "Wenn man sich die Kamerabilder anschaut, dann ist das Auto nicht untersteuernd von der Strecke abgekommen", analysiert der Ingenieur. "Es hat übersteuert, was nicht für einen Fehler der Lenkstange spricht. Das Heck des Autos ist ausgebrochen, was sich auch aus den Daten auslesen lässt."

Newey hat sich Senna-Dokumentation nicht angesehen

Warum das Heck ausgebrochen ist, darüber kann auch Newey nur spekulieren. "Das rechte Hinterrad hat sich wohl einen Plattfuß eingefangen. Das würde ich zumindest als wahrscheinlichsten Grund für den Unfall nennen." Die aktuelle Dokumentation über Ayrton Senna hat sich der 58-Jährige noch nicht im Kino angesehen. "Das ist keine einfache Sache für mich."

Zu Ehren Ayrton Sennas haben wir das schwarze Wochenende von Imola noch einmal detailliert aufgearbeitet.

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