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Adrian Sutil

"Erwartungen immer gleich ganz oben"

Adrian Sutil Foto: Wolfgang Wilhelm 51 Bilder

Adrian Sutil verließ Monza mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Mit Platz vier fuhr er das beste Ergebnis seiner Karriere ein. Doch das Podium war erstmals in Reichweite. Schuld am verpassten Podiumsplatz hatten die falsche Strategie und das Ferrari-KERS.

15.09.2009 Tobias Grüner

Force India ist das Team der Stunde. Nur Ferrari und Brawn GP konnten in den letzten beiden Rennen in Spa und Monza mehr Punkte sammeln. Obwohl Adrian Sutil noch nie so weit oben stand, wirkte der Gräfelfinger etwas geknickt nach dem Rennen in Italien. "Wir waren leider auf der falschen Strategie unterwegs. Ich dachte der Unterschied wäre enger, aber die Einstopper waren deutlich schneller. Das wurde schon nach einige Runden klar."

Sutil versuchte die Situation positiv zu sehen. "Wir haben das Podium verpasst, aber ich bin nicht enttäuscht. Es hätte auch noch schlimmer ausgehen können, wenn wir am Start hinter einen Einstopper zurückgefallen wären. Das wäre eine Katastrophe gewesen. Ich dachte eigentlich, dass sich mehr Teams für die zwei Stopps entscheiden würden."

Sutil wollte unbedingt aufs Podium

Wenn man ihm nach dem Qualifying den vierten Platz angeboten hätte, wäre Sutil trotzdem nicht darauf eingegangen: "Ich denke immer optimistisch und hätte wohl gesagt, 'Ich probiere es, ich will das Podium.' Wir hatten ein starkes Auto, deshalb sind die Erwartungen immer gleich ganz oben."

Force India fuhr fast anderhalb Jahre am Ende des Feldes. Erst zur Saisonmitte machte das Privatteam einen Sprung nach vorne, der jetzt in den Rennen von Spa und Monza seinen Höhepunkt fand. "Es ist für jeden schwer zu verstehen. Vor ein paar Rennen habe ich mich noch gefreut, in die dritte Qualifying-Runde zu kommen. Und jetzt träumt man vom Podium. Aber so schnell geht’s. Man passt sich extrem schnell an, je nachdem wie gut das Auto läuft."

Sutil fordert Einigung beim Thema KERS

Nach dem Start musste Sutil schnell einsehen, dass es im Rennen nicht weiter nach vorne ging. Dank der 82 zusätzlichen Hybrid-PS ging Kimi Räikkönen in der ersten Schikane vorbei am Deutschen. Danach machte der Ferrari-Pilot 53 lang keinen Fehler. "Es ist frustrierend, das ganze Rennen hinter dem roten Auto hinterherzufahren, das so einen blöden KERS-Knopf hat. Das macht einen fertig. Im Luftstrom von Kimi habe ich bestimmt eine halbe Sekunde pro Runde verloren. Ich glaube, dass wir mindestens so schnell waren wie die McLaren."

Auch wenn der Start das Rennen entschied, ging Sutil nicht das volle Risiko. "Ich musste auf meinen Frontflügel aufpassen und bin innen über die Kerbs. Kimi wollte den zweiten Platz unbedingt. In der ersten Kurve will keiner das Rennen verlieren." Auf das Thema KERS ist Sutil verständlicherweise nicht gut zu sprechen: "Wir müssen uns da nächstes Jahr einigen. Vor allem am Start kann man noch so ein gutes Auto haben, steht auf Pole, und dann stehen drei KERS-Autos hinter dir, du bist plötzlich Vierter und die Strategie geht nicht auf. Das ist alles ein bisschen zu viel Durcheinander."

Boxenfehler nicht entscheidend

Als das Force India-Ferrari-Gespann parallel zum zweiten Stopp an die Box fuhr, schien sich für Sutil doch noch eine Möglichkeit zu ergeben, an Räikkönen vorbei zu kommen. Sein Konkurrent fuhr zu früh los und musste noch einmal kurz anhalten. Aber auch Sutil verlor beim Service Zeit. "Beim zweiten Pitstopp war mir klar, dass es die einzige Chance ist, Kimi zu überholen. Ich wusste, dass ich alles geben muss. Ich war etwas zu schnell, aber auch er hatte seine Probleme. Meine Mechaniker haben gut reagiert. Ich habe vielleicht eine oder anderthalb Sekunden verloren. Ich denke aber, das hätte wohl sowieso nicht gereicht, um den Platz zu gewinnen. Da habe ich das Podium nicht verloren."

Die Force India-Erfolgsserie soll mit den zwei Hochgeschwindigkeitsstrecken in Spa und Monza allerdings noch nicht beendet sein. In den nächsten Rennen will der 26-Jährige wieder angreifen. "Ich habe viel gelernt. Wenn ich das nächste Mal in einer vergleichbaren Situation bin, zum Beispiel im Qualifying, werde ich entspannter sein." In Singapur erwartet Force India noch einmal ein Update, das drei bis fünf Zehntel bringen soll. "Wir können auch weiterhin mit den großen Teams kämpfen. In Singapur wird es vielleicht etwas schwieriger. Suzuka und Interlagos passen uns dagegen sicher gut. Wir arbeiten weiterhin an unserem Auto, was ein großer Vorteil gegenüber der Konkurrenz ist."

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