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Adrian Sutil im Interview

"Vielleicht fehlt uns das Superhirn"

Adrian Sutil Foto: Daniel Reinhard 13 Bilder

Adrian Sutil über die Aufstiegschancen von Force India, sein Leben außerhalb des Rampenlichts, und den sehnlichen Wunsch, irgendwann einmal bei einem Werksteam zu fahren und um Siege zu kämpfen.

01.06.2009 Tobias Grüner

Mit neuem Motor und neuer Aerodynamik hatte Force India große Hoffnungen für 2009. Wie groß ist die Enttäuschung noch immer ohne Punkte dazustehen?
Sutil: Ich war zwar optimistisch, habe aber auch immer gewarnt, dass es ein langer Weg sein würde. Ich erwarte nicht gleich Top Ten-Platzierungen. In den Qualifyings waren wir zwar konstant in der letzten Reihe, aber Bahrain war ein klarer Schritt nach vorne. Im Zusammenspiel mit dem Regen hatten wir auch ganz gute Rennen. Wir waren oft in einer aussichtsreichen Situation.

Ist die Motivation noch da, obwohl man weiß, dass man immer weit hinten stehen wird?
Sutil: Ja klar, ich bin immer optimistisch. Es kann ja immer etwas passieren. Wir haben es in den ersten Rennen gesehen. Mit Kollisionen oder dem Wetter, da ist man plötzlich in der Situation, wo man um Punkte kämpfen kann.

Trauert man verpassten Chancen wie in Monte Carlo 2008 oder Shanghai 2009 noch lange nach, wenn man auf Punktekurs kurz vor Schluss ausfällt?
Sutil: Natürlich ist es hart, wenn man weiß, dass solche Chancen selten kommen. Es nagt an einem, keine Frage. Aber so ist es. Man muss sich dann gut zureden, dass man wenigstens etwas zeigen konnte. Die Zeit wird schon noch kommen.

Nur ein WM-Punkt in 40 Rennen. Kommt der persönliche Erfolg noch mit Force India oder geht es nur mit einem Teamwechsel?
Sutil: Es ist für jeden Fahrer das Ziel, irgendwann zu einem Werksteam zu kommen. Das ist auch ein Ziel für mich. Letztendlich will ich gewinnen, mit welchem Team ist mir eigentlich egal. Force India macht Fortschritte. Jetzt muss man mal sehen, wie das aussieht für die nächsten Jahre. Es ist schwer in der Formel 1. Wir sind alle eng beieinander. Es geht um eine Sekunde. Alle arbeiten sehr professionell. Wir haben es im vergangenen Jahr gesehen, dass Aufholen nicht einfach ist. Die Sprünge, die andere Teams machen, sind unglaublich schwer auch selbst zu wiederholen.
 
Gab es schon Anfragen von anderen Teams?
Sutil: In den letzten drei Jahren haben wir schon mit dem ein oder anderen Team geredet. Aber nun bin ich immer noch hier. Der Vertrag läuft bis Ende des Jahres und dann wird man sehen.

Was fehlt euch denn genau zum großen Schritt? Ist es nur das geringe Budget?
Sutil: Ich denke es hängt nicht nur am Geld. Es ist das ganze Paket. Wenn man andere Teams sieht, die haben jedes Jahr ein gutes Auto und stehen immer ganz vorne. Vielleicht fehlt uns auch einfach das Superhirn, wie ein Adrian Newey bei Red Bull.

In der Berichterstattung werden die anderen vier Deutschen oft vorgezogen.
Sutil: Das stört mich nicht besonders. Wenn das Auto und das Team passt, dann bist Du Nummer eins. Neid kommt da nicht auf, aber natürlich würde man auch gerne im Rennen besser dastehen. Alles andere kommt dann automatisch dazu. Dann interessieren sich die Leute mehr für Dich und Du stehst mehr im Rampenlicht. Das motiviert einen dann natürlich auch noch mal mehr.
 
Über Adrian Sutil wurde erst kürzlich geschrieben, dass er "glatt" sei und eine "natürliche Arroganz" besitzt.
Sutil: Ich bin so wie ich bin. Ich kann mich nicht verstellen und das möchte ich auch gar nicht. Ich glaube man kann sagen, dass ich ein gesundes Selbstvertrauen besitze. Das kommt vielleicht manchmal etwas arrogant rüber, was natürlich nicht so geplant ist. Das kann ich schon verstehen. Jeder hat seine eigene Art. Solange ich trotzdem noch ein netter Kerl bin, kann das doch okay sein.

Das Hybrid-Debüt wurde auf den GP Deutschland verschoben. Freut man sich da als etwas schwererer Fahrer überhaupt drauf?
Sutil: Ich denke, dass KERS eine ganz gute Sache ist, wenn es funktioniert. Im Moment funktioniert es aber bei fast niemandem. Deswegen haben wir es auch nach hinten verschoben. Als einer der schwersten Fahrer werde ich sicher einen kleinen Nachteil haben, weil ich das Auto mit den Gewichten nicht mehr so gut ausbalancieren kann. Wir können es fahren, aber wir sind am Limit.
 
Honda hat die Saison 2008 sehr früh abgeschrieben und feiert nun als Brawn GP Erfolge. Ist das ein möglicher Weg für Force India?
Sutil: Darüber haben wir uns noch keine Gedanken gemacht. Im Moment ist unser Ziel, Schritt für Schritt nach vorne zu kommen und das Auto weiterzuentwickeln. Bei Honda war es eine andere Situation. Da kam das stark veränderte Reglement und man konnte wirklich alles auf eine Karte setzen. Wir müssen jetzt eher darauf schauen dranzubleiben. Wir sind im Vergleich zum Vorjahr wieder näher am Feld. Sowohl von den Zeiten als auch von der Balance des Autos ist es wirklich gut. Das wäre schade, wenn wir jetzt alles einstellen und mit dem Auto unverändert bis zum Ende der Saison rumfahren.
 
Wie sehr kann die Budget-Grenze ab 2010 dem Team helfen?
Sutil: Ich finde es generell eine gute Idee. Am Reglement wird sich ja auch einiges ändern. Ich glaube auch, dass wir kaum etwas großartig umstellen müssen im Team. Wir werden wohl die meisten Leute behalten und normal unsere Arbeit weitermachen. Für die großen Teams wird es eher schwierig, mit einem Zehntel des Geldes auszukommen.

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