Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Adrian Sutil exklusiv

"Man muss fahren wie auf Eiern"

Force India VJM04 Sutil Formel 1 Test Barcelona 2011 Foto: Force India 37 Bilder

Adrian Sutil will mit Force India in diesem Jahr weiter nach vorne. Nach dem Test in Barcelona spricht der Deutsche mit auto-motor-und-sport.de über die KERS-Premiere, die Konkurrenz und die Absage des Rennens in Bahrain. Besonders deutliche Worte findet Sutil zum Thema Reifen.

25.02.2011 Tobias Grüner

Force India ist in Barcelona das erste Mal mit KERS gefahren. Wie verlief die Premiere?
Sutil: Das hat wirklich prima geklappt. Wir hatten keine Probleme. Man merkt einen schönen Schub. Zusammen mit dem beweglichen Heckflügel kommt man richtig auf Speed. Das fühlt sich an wie 100 PS mehr. Das ist schon cool.

Und wie funktioniert das Tastenspiel auf dem Lenkrad?
Sutil: Da ist viel zu tun. Aber man gewöhnt sich dran.

Auch im direkten Zweikampf mit Konkurrenten?
Sutil: Das werden wir sehen. Wenn man noch anfangen muss, etwas Anderes zu verstellen, zum Beispiel Drehzahl oder Differenzial, dann wird es wirklich kompliziert. Da müssen die Knöpfe alle perfekt positioniert sein.

Wie ist die Belastung im Vergleich zu früher mit F-Schacht und Frontflügel?
Sutil: Den Frontflügel musste man nicht oft betätigen. Mit dem F-Schacht war das was Anderes. Bei uns wurde der mit dem Handrücken betätigt, da hatte man die Finger noch frei. Jetzt ist einiges mehr zu tun.

Sie mussten vier Tage hintereinander zuschauen, wie Paul di Resta im Auto saß. Wie hat sich der Force India seitdem verändert?
Sutil: Wir haben schon einige Sachen verbessert. Vor allem aerodynamisch konnten wir einige Fehler ausmerzen. Auch die Balance hat sich definitiv verbessert.

Der Force India war auch mit einem neuen Auspuff unterwegs.
Sutil: Ja, da haben wir etwas dran rumgefeilt. Da sind gute Sachen bei rausgekommen. Jetzt muss man nur noch alles zusammenfügen.

Wurde das Potenzial des neuen Autos schon mal richtig rausgekitzelt?
Sutil: Mit richtig wenig Sprit sind wir noch nicht gefahren. Nur das normale Programm, wie die Top-Teams auch. Außer Massa, der vielleicht ein bisschen leichter war.

Wie schätzen Sie die Wochenbestzeit von Ferrari ein?
Sutil: Das war schon eine gute Zeit, keine Frage. Die wurde bestimmt ein bisschen leichter und mit dem superweichen Reifen gefahren. Es ist aber keine Frage, dass die schneller sind als wir.

Sie haben aber bei der Konkurrenz sonst noch nichts gesehen, was Ihnen Angst machen würde?
Sutil: Es ist schwer zu sagen, wo die anderen stehen. Man weiß aus den letzten Jahren, dass immer ein paar dabei sind, die ein bisschen weniger Sprit fahren. Ich habe keine großen Sorgen, aber wir müssen auf uns schauen. Die Balance ist jetzt schon supergut, aber an der Aerodynamik müssen wir noch weiter arbeiten. Ich brauche einfach noch ein bisschen mehr Anpressdruck.

Welche Erfahrungen haben Sie in Barcelona mit den Reifen gemacht?
Sutil: Da gibt es schon extreme Unterschiede. Von weich zu medium sind es anderthalb Sekunden. Vom superweichen zum weichen Reifen sind es je nach Bedingungen auch noch mal sechs, sieben Zehntel in der ersten Runde. Halten tun die leider überhaupt nicht. Selbst die harte Mischung ist nach 15 Runden komplett auf der Leinwand. Das ist wirklich brutal. Du denkst, du bist im Tourenwagen. Man fährt dann herum wie auf Intermediates.

Bringt es was, die Reifen unterschiedlich anzufahren?
Sutil: Das habe ich probiert. Aber dann fährst Du am Anfang 20 Prozent langsamer und dann hält der am Ende vielleicht eine Runde länger. Das richtige Rezept ist das auch nicht. Wir werden wohl alle zur gleichen Zeit und relativ oft an die Boxen kommen müssen.

Wie wirkt sich das auf das gesamte Rennwochenende aus?
Sutil: Im Freitagstraining wird wohl nicht viel gefahren. Dabei bräuchte man eigentlich eher mehr Zeit. Mit KERS und dem beweglichen Heckflügel muss man zum Beispiel die Übersetzungen des Getriebes anpassen. Aber so wie die Reifen abbauen, kann man eigentlich gar nichts testen. Wenn man etwas am Auto ändert und das nicht mit neuen Reifen vergleicht, dann ist die Arbeit für die Katz.

Wie sind die Intermediates?
Sutil: Das war auch sehr schwierig. Von der Haltbarkeit war es ganz gut, solange es noch feucht war. Aber die Rundenzeiten waren sehr langsam. Das war wir auf Eis. Es ist eine große Herausforderung.

Bringt es etwas, den Fahrstil umzustellen?
Sutil: Man musste schon mit den Bridgestone vorsichtiger umgehen. Die Zeiten, dass man richtig hart fahren kann, sind schon lange vorbei. Nur im Qualifying geht das noch. Das wird aber jetzt mit dem weichen Reifen schwer. Der hält die eine schnelle Runde fast nicht bis zum Ende durch. Da muss man fahren wie auf Eiern.

Was sagen Sie zur Absage von Bahrain?
Sutil: Es war die richtige Entscheidung. Aber es ist schade. Bahrain ist eine schöne Strecke. Es ist außerdem immer schön warm. Da habe ich mich eigentlich schon drauf gefreut.

Es waren aber auch nicht immer die aufregendsten Rennen.
Sutil: Aber es wäre sicher aufregender geworden dieses Jahr. Ich hoffe natürlich, dass das Rennen nachgeholt wird im Laufe des Jahres.

Es könnte sein, dass es am Saisonende drei Rennen in 21 Tagen gibt.
Sutil: Das kann man noch machen. Das geht schon. Am Saisonende ist jedes Rennen hart, aber von Abu Dhabi nach Bahrain muss man ja nicht lange reisen. Da wird man schon eine Lösung finden.

Umfrage
War die Absage des Bahrain GP die richtige Entscheidung?
Ergebnis anzeigen
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden