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Adrian Sutil

Prozessauftakt in München

Adrian Sutil Gericht München 2012 Foto: dpa 23 Bilder

Adrian Sutil sitzt auf der Anklagebank. Der Formel 1-Pilot muss sich vor dem Amtsgericht München gegen den Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung verteidigen. Wir sagen Ihnen, was den 29-jährigen Rennfahrer im Prozess erwartet.

30.01.2012 Tobias Grüner

Amtsgericht München - Sitzungssaal B 177/1 - seit 9.00 Uhr verteidigt sich hier Formel 1-Pilot Adrian Sutil gegen die Anklage der gefährlichen Körperverletzung. In dem zweitägigen Prozess muss das Gericht entscheiden, ob der 29-jährige Bayer den Mitbesitzer des Lotus-Renault Teams, Eric Lux, absichtlich, fahrlässig oder gar aus Notwehr mit einem Glas am Hals verletzte.

Die verhängnisvolle Nacht im Shanghaier Mint-Club liegt bereits über neun Monate zurück. Nach dem Grand Prix von China (17.4.) war Sutil noch mit seinem Kumpel Lewis Hamilton unterwegs, um dessen ersten Saisonsieg zu feiern. Die feuchtfröhliche Party endete erst nach Mitternacht im 24. Stockwerk eines Hochhauses in Downtown Shanghai.

Party im Mint-Club endet im Krankenhaus

Der exklusive Mint-Club ist mit seinem 360 Grad-Blick über die chinesische Metropole und dem 17 Meter langen Haifisch-Aquarium eine der angesagtesten Locations der Stadt. Hier treffen sich die Reichen und Schönen zum gemeinsamen Feiern. Auch im sozialistischen China gibt es bekanntlich eine gut betuchte Oberschicht, die gerne zeigt, was sie hat.

Wie zu erwarten präsentierte sich der Club am Grand Prix-Wochenende gut besucht. Für die Formel 1-Prominenz fand sich im abgetrennten VIP-Bereich noch etwas Platz. Hier feierte auch die Führung des Rennstalls Lotus-Renault. Team-Mitbesitzer Eric Lux wollte mit seiner Entourage einen netten Abend verbringen. Die Party fand ihr Ende allerdings im Krankenhaus.

Wie es soweit kommen konnte, muss nun das Amtsgericht in München herausfinden. Auslöser der ganzen Affäre soll angeblich eine weibliche Person aus dem Lux-Clan sein, die unter ungeklärten Umständen mit einem Getränk überschüttet wurde. Daraufhin soll es zu der Auseinandersetzung zwischen Lux und Sutil gekommen sein, von der viele Personen in dem Raum wegen der lauten Musik gar nichts mitbekommen haben.

Sutil verletzt Lux mit Champagnerglas

Bei den Handgreiflichkeiten hatte der Formel 1-Pilot seinen Widersacher mit einem Champagnerglas am Hals verletzt. Die scharfen Kanten des beim Aufprall zerbrochenen Glases schnitten eine lange Wunde in die Haut, die später im Krankenhaus mit 24 Stichen genäht werden musste. Die Narbe auf der linken Seite des Halses ist noch immer gut zu erkennen.

Sutil gab in einer ersten Stellungnahme zu, dass er sein Gegenüber mit dem Glas verletzte, dementierte aber gleichzeitig, dass dies absichtlich geschah. Der Rennfahrer hatte sich selbst bei dem Zwischenfall eine Wunde an der Handfläche zugezogen, die ebenfalls genäht werden musste.

Wie Lux gegenüber der FAZ beklagte, soll er anschließend vom Sicherheitspersonal in den Aufzug geführt worden sein. Mit einem Taxi ging es dann ins Krankenhaus. Fotos der genähten Wunde werden bei Gericht ebenso als Beweis vorgelegt wie ein blutgetränktes weißes T-Shirt des Verletzten. Aus Wut über den Zwischenfall forderte er den Piloten zunächst auf, als Ausgleich einige Rennen zu pausieren. Als dieser ablehnte, erstattete Lux Ende Juni Anzeige.

Sutil erzwingt Prozess in München

Fünf Monate sammelte die Staatsanwaltschaft Beweise. Am Ende wurde ein Strafbefehl gegen Sutil erlassen. Ein Jahr auf Bewährung wegen gefährlicher Körperverletzung, so die Entscheidung der Ermittler. Der Formel 1-Pilot wollte diese Strafe allerdings nicht akzeptieren. Er erhofft sich im Prozess ein milderes Urteil. Einen Tag nach seinem 29. Geburtstag (11.1.) legte das Münchner Amtsgericht den Termin für die zweitägige Verhandlung auf den 30. und 31. Januar fest.

Im Verlauf des Prozesses wird auch endlich das mysteriöse Video des Vorfalls gezeigt. Überwachungskameras im Mint-Club hatten die Auseinandersetzung aufgezeichnet. Sowohl Anklage als auch Verteidigung gehen davon aus, dass die Bilder der eigenen Seite dienen. Eigentlich sollte auch Lewis Hamilton als Zeuge nach München kommen. Doch der McLaren-Pilot ließ sich wegen eines wichtigen Termins entschuldigen.

Bewährung, Geldstrafe oder Freispruch?

Wie das Verfahren ausgehen wird, ist noch völlig offen. Im schlimmsten Fall erwartet Sutil sogar noch eine Erhöhung des Strafmaßes. Es ist aber auch eine Abmilderung von gefährlicher auf fahrlässige Körperverletzung mit Geldbuße statt Bewährungsstrafe möglich. Wenn Sutil beweisen kann, dass er aus Notwehr gehandelt habe, ist sogar ein Freispruch denkbar.

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