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Ärger bei Ferrari

Massa widersetzt sich Stallregie

Fernando Alonso - GP Japan 2013 Foto: xpb 63 Bilder

Ferrari hat aus einem schlechten Trainingsergebnis das Beste gemacht. Fernando Alonso und Felipe Massa bauten Platz 2 im Konstrukteurspokal auf 10 Punkte gegen Mercedes aus. Trotzdem hing der Haussegen schief. Massa weigerte sich, einer Stallregie Folge zu leisten.

13.10.2013 Michael Schmidt

Felipe Massa kennt das Spiel. Es wurde 2010 in Hockenheim uraufgeführt. Schon vor drei Jahren musste der Brasilianer Fernando Alonso auf Teambefehl vorbeilassen. Damals gehorchte Massa erst nach der dritten Aufforderung. Danach war die Hackordnung im Team klar geregelt. Immer wenn Alonso von hinten anbrauste, musste Massa Platz machen.

Befehle brauchte es nur noch in Ausnahmefällen. Die hießen dann: "Alonso ist schneller als du." Seit Red Bull beim GP Malaysia vorgeführt hat, wie die bei den Fans verhassten Anweisungen codiert werden, hat auch Ferrari seine Kommandos modifiziert. Was bei Red Bull "Multi 21" oder "Multi 12" heißt, ist auf italienisch der Befehl: "Multifunction strategy A". Massa wollte die Bedeutung des Funkspruchs nicht kommentieren. Man darf unter Strategie A aber verstehen, dass der A-Fahrer Vortritt hast. Also Alonso.

Massa ignorierte die Funksprüche

Auf weitere Nachfragen nahm Massa kein Blatt vor den Mund. Wollte das Team, dass ihr Positionen tauscht? "Ja, es gab eine Instruktion." Haben Sie sofort Platz gemacht? "Nein, die Instruktion kam viel früher." Was halten Sie davon? "Ich war nicht happy damit, denn ich wollte mein eigenes Rennen fahren." Haben Sie Alonso freiwillig passieren lassen? "Fernando ist auf der Strecke an mir vorbeigegangen." Warum haben Sie zurückgezogen, als sie später schon wieder halb vorbei waren? "Weil es sonst einen Crash gegeben hätte. Fernando war auf der besseren Linie."

Ob Alonsos Überholmanöver in der 20. Runde ein echtes war oder eines, das ihm Massa leicht machte, ist schwer beweisbar. Tatsache ist, dass Nico Hülkenberg und beide Ferrari hinter dem Toro Rosso eingeklemmt waren. Massa kam schlecht aus der Schikane, und Alonso hat mit seinem Killerinstinkt zugeschlagen.

Massa zu schnell in der Boxeneinfahrt

Ferrari erwähnte den Vorfall in seiner Pressemitteilung nicht. Rennleiter Stefano Domenicali nahm aber bei der Team-Pressekonferenz dazu Stellung. "Unser Fokus lag nicht darauf, Alonso vor Massa zu setzen, sondern das Ergebnis zu maximieren. Das ist wichtig, weil wir gegen Mercedes und Lotus um Platz 2 kämpfen. Da zählt jeder Punkt."

Aus Sicht von Ferrari war die Stallregie nachvollziehbar. Alonso ging schonender mit seinen Reifen um und war in der zweiten Hälfte seiner Stints jeweils schneller als Massa. Domenicali zeigte Verständnis für den Ungehorsam seiner Nummer zwei: "Ich verstehe Felipes Gefühle. Er will sich mit seinen Leistungen für andere Teams ins Schaufenster stellen. Wir werden ihn dabei auch unterstützen, so gut es geht. Aber hier hatten Teaminteressen Vorrang."

Massa startete nach seiner Durchfahrtsstrafe erneut eine Aufholjagd. Der Brasilianer überschritt das Tempolimit in der Boxengasse. "Dort, wo das Speedlimit beginnt, war es verdammt glatt. Das habe ich nicht einkalkuliert. Es war mein Fehler, und dafür habe ich bezahlt. Ich musste einen langen Stint mit dem letzten Satz Reifen fahren. So hatte ich gegen Button und Rosberg keine Chance."

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