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Aktion gegen Shell

Greenpeace stört Formel 1-Rennen

Greenpeace Plakat GP Belgien 2013 Foto: xpb 66 Bilder

Die Umwelt-Organisation Greenpeace hat beim Grand Prix von Belgien mit einer Protestaktion für Aufsehen gesorgt. Aktivisten kletterten auf das Dach der Haupttribüne und seilten sich mit einem Banner gegen Hauptsponsor Shell ab. F1-Boss Bernie Ecclestone reagierte gelassen.

25.08.2013 Tobias Grüner

Als sich die 22 Fahrer in der Startaufstellung auf den Grand Prix von Belgien vorbereiteten, standen die PS-Helden ausnahmsweise mal nicht im Fokus der Aufmerksamkeit. Die Augen der Besucher richteten sich gebannt auf das Dach der Haupttribüne, wo sich 5 Aktivsten der Umwelt-Organisation Greenpeace für eine Protestaktion verabredet hatten.

Pünktlich zum Start wurde ein rund 20 Meter langes Banner entrollt, auf dem zu lesen war: "Arctic Oil? Shell No!" Der Protest sollte somit nicht die Motorsport-Veranstaltung selbst treffen, sondern den Hauptsponsor des Ardennen-Klassikers. In einer parallel verbreiteten Pressemitteilung gaben die Umweltschützer ihre Gründe für die Aktion bekannt.

Protest gegen Ölbohrungen

"Dieser Grand Prix ist für Shell der größte Tag im Jahr. Sie geben Millionen Euro aus, um die Strecke mit ihren Logos zu bekleben und Mengen von VIPs zu unterhalten. Über ihre Pläne zu Ölbohrungen in der Arktis wollen sie aber nicht sprechen. Deshalb sind wir hier, um die Öffentlichkeit und die Formel-1-Fans zu informieren, was für eine Firma das ist."

Die Kletterer verbrachten das ganze Rennen über an ihren Seilen am Dach der Tribüne. Erst nach dem Rennen wurden sie von der belgischen Polizei in Gewahrsam genommen. Nach der Aufnahme der Personalien und einer Befragung auf dem Revier wurden die Greenpeace-Demonstranten aber noch am Abend wieder entlassen.

Aktivistin auf dem Podium

In den offiziellen TV-Bildern war von all dem übrigens nichts zu sehen. Protest ist nicht erwünscht. Trotzdem nahm F1-Boss Bernie Ecclestone die Aktion locker. Der Brite witzelte in seiner bekannten Art: "Die dürften hier eigentlich gar nicht sein. Sie haben doch keinen Pass. Und keine Filmrechte." Die Greenpeace-Aktivisten hatten sich mit kleinen Helmkameras ausgerüstet, um den Protest zu dokumentieren.

Auch für die Podiumszeremonie hatten sich die Eindringlinge etwas einfallen lassen. Eine Kletterin seilte sich vom Boxendach direkt über den feiernden Alonso, Vettel und Hamilton ab, um ein Plakat ins Bild zu bringen. Doch die TV-Kameras schafften es erfolgreich, sie zu ignorieren. Die Dame wurde rigoros von der Security entfernt. Während der Nationalhymnen rollten sich wie von Geisterhand 2 kleine Banner vor den Piloten aus, die offenbar per Fernbedienung gesteuert wurden.

Protest-Aktion lange geplant

Spätestens da wurde klar, dass die ganze Nummer generalstabsmäßig geplant war. Die Vorbereitungen für den spektakulären Stunt liefen bereits seit 2 Wochen, als der Formel 1-Tross noch in der Sommerpause weilte. Die Seile und das Plakat wurden damals schon auf das Tribünendach geschafft.

Die Kletterer kamen durch ein Ablenkungsmanöver auf das rund 35 Meter hohe Bauwerk. Zwei Fallschirmspringer, die über der Strecke runtergingen, zogen die Aufmerksamkeit des Security-Personals auf sich.

Auch die Aktivistin, die vom Boxendach aus die Podiumszeremonie störte, war gut vorbereitet. Sie hatte sich ganz einfach einen VIP-Pass für den exklusiven Paddock Club gekauft, um das Fahrerlager zu betreten. Preis: 3.100 Euro für 2 Tage.

Inzwischen hat auch Shell auf die Greenpeace-Aktion reagiert. In einem offiziellen Pressestatement heißt es: "Shell respektiert das Recht der Menschen zu protestieren, vorausgesetzt sie tun es sicher und mit Rücksicht auf sich selbst und andere und in den Grenzen der Gesetze."

In unseren Bildern zeigen wir Ihnen noch einmal die verschiedenen Aktionen von Greenpeace am Rande des Rennens.

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