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Alan Permane im Interview

"Das Schlimmste war die Unsicherheit"

Alan Permane - F1 2015 Foto: xpb 50 Bilder

Lotus-Einsatzleiter Alan Permane spricht im Interview mit auto motor und sport über die Taktik, die Romain Grosjean in Abu Dhabi zwei Punkte brachte, über ein schwieriges Jahr mit wenig Weiterentwicklung und die Zukunft mit Renault.

04.12.2015 Michael Schmidt
Wie schwierig war es in Abu Dhabi vom 18. Startplatz 2 Punkte zu holen?

Permane: Gar nicht so schlimm. Wir haben uns bei Romain für eine alternative Strategie entschieden, damit er die meiste Zeit ohne Verkehr fahren kann. Sein Speed auf dem harten Reifen war wirklich gut. Am Ende des ersten Stints war schon abzusehen, dass er es in die Punkte schaffen könnte.

Was haben die Simulationen gesagt: Lag da der neunte Platz drin?

Permane: So weit haben wir gar nicht geschaut. Als Romain in den letzten Stint gegangen ist, gab es nur ein Ziel: Sainz schlagen. Verstappen war wegen seines frühen ersten Boxenstopps ja schon aus dem Weg. An Kvyat haben wir erst 3 oder 4 Runden vor Schluss gedacht. Er wurde deutlich langsamer, und Romain war immer noch schnell unterwegs.

War Toro Rosso der große Gegner an diesem Tag?

Permane: Absolut. Es ging um Platz 6 in der Konstrukteurs-WM. Wir hatten zwar ein 9 Punkte-Polster, fürchteten aber, dass Red Bull seinem Schwesterteam irgendwie helfen könnte. Red Bull selbst hatte ja nichts mehr zu verlieren.

Wie wichtig war das Timing der Boxenstopps? Gab es Probleme mit den Reifen?

Permane: Überhaupt nicht. Wir sind die ersten zwei Stints etwas länger gefahren als geplant, weil die Reifen so gut gehalten haben. Wir wussten auch, dass wir genug Runden auf den Supersofts brauchen, um Sainz noch einzuholen. Ich glaube, das Timing war perfekt.

Was passierte mit Maldonados Auto nach der Kollision mit Alonso?

Permane: Die Hinterradaufhängung ist gebrochen. Schade, denn theoretisch hätte er noch vor Romain landen müssen. Er wäre auf der idealen Strategie unterwegs gewesen. Romain war im Ziel knapp hinter Massa. Dann hätte Pastor vor Massa landen können.

Ihre Saisonbilanz?

Permane: Ich bin froh, dass sie vorbei ist. Es war hart, aber ich will mich nicht beklagen. Es ist ein Privileg in der Formel 1 zu arbeiten. Aber dieses Jahr war es besonders hart, gerade für die Mechaniker. Wie oft mussten sie extra Schichten schieben, weil wir erst spät die Garage einrichten durften.

Wie viel Geld mehr hätte Lotus investieren müssen, um Force India zu schlagen?

Permane: Das kann ich nicht sagen. Wir haben sehr wenig Aero-Entwicklung betrieben und hatten unter der Saison sehr wenig neue Teile am Auto. Wir mussten mit einer limitierten Zahl an Getrieben und Unterböden auskommen. Im Vergleich zu anderen Jahren haben wir zwischen Melbourne und dem letzten Rennen viel weniger Zeit gefunden. Wenn wir die Qualifikation in Barcelona als Maßstab nehmen, dann war Force India dort ungefähr eine Sekunde langsamer als wir. Zu der Zeit hatten wir noch keine Probleme in die Top Ten der Startaufstellung zu fahren. Aber dann haben wir stagniert, und Force India hat sein Auto richtig gut weiterentwickelt. Zum Schluss waren sie eine halbe Sekunde schneller als wir. Das ist die Formel 1: Wenn du still stehst, gehst du rückwärts.

Hat nur die Teileproduktion unter den Geldproblemen gelitten?

Permane: Alles hat gelitten. Design, CFD, Windkanalzeit, Produktion. Es ist auch nicht ideal in Bezug auf die Entwicklung des nächstjährigen Autos. In der Zeit, als nicht klar war ob uns Renault kauft oder nicht, waren wir limitiert. Aber wenn Renault kommt, dann für eine lange Zeit. Und dann werden die Probleme von heute schnell vergessen sein.

Wie viel einfacher wird das Leben als Renault-Werksteam?

Permane: Das erste Jahr wird nicht einfach. Aber am Ende arbeitest du genauso intensiv, egal ob du bei Mercedes oder bei Manor angestellt ist. Nur der Lohn auf der Rennstrecke ist ein anderer. Für uns ist das wichtigste, dass wir jetzt eine sichere Zukunft haben. Das schlimmste für uns war die Unsicherheit der letzten Monate. Leute mit Familien und Kindern wussten nicht, ob sie nächstes Jahr noch einen Job haben. Wenn du im Hinterkopf immer diese Situation vor Augen hast, dann wird das Arbeiten richtig schwierig.

Schaffen Sie den ersten Test mit dem neuen Renault-Werksauto?

Permane: Ja, wir werden da sein. Es ist kein Geheimnis, dass wir spät dran sind. Wir befinden uns immer noch im Design. Aber wir schaffen das, wie wir es immer geschafft haben.

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