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Allianzen in der Formel 1

F1-Teams tricksen beim Personal

Red Bull Kommandostand - Formel 1 - GP England - 29. Juni 2013 Foto: xpb 23 Bilder

Alle reden von Kundenteams. Doch die großen Teams haben längst Allianzen mit den kleinen geschmiedet. Das gibt ihnen die Gelegenheit, neue Geldquellen zu erschließen und Personal zu verstecken, das sie eigentlich gar nicht haben dürften.

02.12.2013 Michael Schmidt

Red Bull hat 658 Angestellte. Mercedes 613. Ferrari wahrscheinlich über 700. Wie passt das zusammen im Rahmen der Ressourcenbeschränkung? Die großen Teams haben mehr Personal und Werkzeuge als erlaubt und wollen sich davon nicht trennen. Es gibt viele Möglichkeiten Personal zu verstecken. Zum Beispiel, indem man mit den kleinen Teams Allianzen schmiedet. Die Angestellten, die Fremdaufträge abwickeln, zählen beim eigenen Team nicht mit.

Neuverteilung mit neuem Reglement 2014

Force India bezieht seit 2008 das Getriebe und die Hydraulik von McLaren. Im nächsten Jahr schwenken die Inder auf Mercedes um. Die McLaren-Allianz läuft aus. Caterham deckt sich bei Red Bull mit dem Getriebe und KERS ein. Williams versorgt Marussia mit KERS.
 
Ferrari liefert das Getriebe an Sauber, KERS an Sauber und Toro Rosso. Lotus hat sein eigenes KERS entwickelt und bietet es auf dem Markt an. Teile davon sind auch bei allen anderen Renault-Kunden zu finden. Red Bull hat im Auftrag der FIA die neuen seitlichen Crash-Strukturen für 2014 entwickelt.
 
Da die Windkanäle in der Formel 1 maximal 60 Stunden pro Woche genutzt werden dürfen, werden freie Kapazitäten oder Zweitanlagen vermietet. Caterham zog in den zweiten Windkanal von Williams um. Marussia bucht seit Oktober 2011 Windkanalzeit bei McLaren.
 
McLaren selbst stellt seine Autos nur noch in den Toyota-Windkanal. Der erlaubt genauere Messungen. Im Sauber-Windkanal entstand die Aerodynamik des Le Mans-Siegerautos von Audi. Auch Ferrari nutzte die Anlage in Hinwil. Seit der Windkanal in Maranello modernisiert ist, kann Ferrari wieder in den eigenen vier Wänden testen.

Simulator als zusätzliche Einnahmequelle

McLaren hat drei Simulatoren. Force India und Marussia nutzen die Hightech-Playstations. Die Toro Rosso-Fahrer sind Stammgast im Red Bull-Simulator. Die Turbo-Ära wird einige der Kooperationen beenden oder verschieben. Mercedes versorgt seine Kunden McLaren, Force India und Williams mit der kompletten Antriebseinheit. Damit muss sich die Williams-Batterieabteilung andere Kunden außerhalb der Formel 1 suchen.
 
Während Force India das Getriebe bei Mercedes einkauft, bauen McLaren und Williams ihre Achtgang-Schalteinheit selbst. Williams hatte bei Mercedes um das Getriebe angefragt, doch da hat man 2014 noch nicht die Kapazitäten drei Teams zu versorgen. Ferrari nimmt Sauber und Marussia unter seine Fittiche. Wenn die beiden Teams überleben.

Formel 1-Personal wird hinter Fremdleistung versteckt

Die Hilfsdienste, egal ob Getriebe oder Windkanal oder KERS, binden beim Anbieter jeweils zwischen zwei oder zehn Mann. Es geht der Verdacht um, dass die großen Teams die zehnfache Menge bei der Abrechnung der Ressourcenbeschränkung angeben. So hat man schnell 30 Mitarbeiter versteckt, die auch für eigene Zwecke eingesetzt werden können.

In der Galerie haben wir ein paar Zahlen zum Personal und den Budgets der abgelaufenen Saison gesammelt.

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