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Alonso spricht von Manipulation

Ferrari beschimpft die Rennleitung

Safety Car GP Europa 33 Bilder

Ferrari sah sich beim GP Europa verschaukelt. Das Team, das mit seinem runderneuerten Auto gewinnen wollte, erntete nur vier WM-Punkte für Platz acht von Fernando Alonso. Danach gingen Fahrer und Team auf die Rennleitung los.

27.06.2010 Michael Schmidt

Fernando Alonso war in seiner ersten Wut nicht zu bremsen. Der Spanier wollte gewinnen und wurde als Achter gewertet. Alonso sprach von einem Skandal, davon dass das Resultat zugunsten anderer manipuliert worden war. "Der einzige, der aus dem Einsatz des Safety-Cars einen ehrlichen Vorteil zog, war Vettel, weil das Safety-Car hinter ihm auf die Strecke einbog. Hamilton hat sich diesen Vorteil erschlichen."

Ferrari-Duo bleibt hinter Safety-Car hängen

Der Engländer hatte das Safety-Car vor den Augen seines Verfolgers überholt. Dass Alonso und sein Teamkollege Felipe Massa aufgrund ihrer Position auf der Strecke eine Niete gezogen hatten, akzptierte Alonso: "Es liegt nicht in unserer Kontrolle, wann und wo das Safety-Car auf die Strecke kommt. Wir haben einfach Pech gehabt, weil wir eine ganze Runde hinter dem Safety-Car herfahren mussten, um endlich unseren Reifenwechsel absolvieren zu können." Der Dritte des Rennens fand sich plötzlich auf Platz zehn wieder. "Den Rest des Rennens fuhr ich im Verkehr."

Damit hatte Alonso aber noch nicht genug gelästert. Der Lokalmatador empfand es als unerträglich, dass die Sportkommissare fast 30 Minuten brauchten, um die Durchfahrtsstrafe für Hamilton auszusprechen. "Damit war der Sinn der Strafe verfehlt. Hamilton hatte in der Zwischenzeit soviel Vorsprung auf Kobayashi herausgefahren, dass er auf Platz zwei blieb." Alonso sprach sogar von Manipulation.

Schwierige Beweisführung gegen Hamilton

Die Rennleitung hielt Alonso entgegen, dass die Beweisführung extrem schwierig war, weil es kurz nach dem Vergehen nur eine Filmaufnahme aus Hamiltons Bordkamera gab, aus dessen Perspektive nicht klar erkennbar war, ob der McLaren das Safety-Car bereits vor der relevanten Linie an der Boxenausfahrt überholt hatte oder erst dahinter. Man hätte erst andere Beweismittel beschaffen müssen, um ein faires Urteil aussprechen zu können.

Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali konnte seinen Ärger ebenfalls nicht verbergen: "Wir fahren mit einem bitteren Beigeschmack nach Hause. Ich glaube, dass die Zwischenfälle im Zusammenhang mit der Neutralisation einige Fragen aufwerfen, wie wir eine solche Situation und die entsprechenden Strafen in Zukunft behandeln sollten. Wir müssen sicherstellen, dass unser Sport glaubwürdig bleibt."

Safety-Car-Sünder mild bestraft

Domenicali meinte damit auch die relativ milden Strafen für die neun Sünder, die unter Safety-Car-Bedingungen zu schnell zur Boxeneinfahrt gerast waren. Beide Ferrari hatten die so genannte Countdownzeit regelkonform eingehalten. Wer zu schnell war, bekam am Ende nur fünf Sekunden aufgebrummt. Zu wenig nach Meinung von Ferrari, auch wenn Alonso davon profitierte und noch um einen Platz an Sebastien Buemi vorbei nach vorne rutschte.

Sauber-Teammanager Beat Zehnder widersprach Ferraris Einschätzung: "Die neun Fahrer haben durch ihren Fehler zwei bis drei Sekunden gewonnen und später fünf Sekunden verloren. Das Urteil war also fair."

Ferrari verliert an Boden

Für Ferrari war die Tatsache, dass beide Autos auf dem Podium hätten landen können, kein Trost. Alonso liegt jetzt bereits 29 WM-Punkte hinter WM-Spitzenreiter Hamilton. Auch der Ex-Champion zeigte sich überrascht, dass sein Ferrari auf den harten Reifen nicht so gut unterwegs war wie im Training. Alonso konnte weder Adrian Sutil noch Sebastien Buemi entscheidend unter Druck setzen. "Die Reifen haben zum Schluss stärker abgebaut als gedacht. Gegen die Angriffe von Buemi und Kobayashi war ich wehrlos. Ich hatte praktisch keine Traktion mehr, weil die Hinterreifen total verschlissen waren."

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