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Alonso bleibt gefasst

"Wir brauchen ein schnelleres Auto"

Fernando Alonso GP Brasilien 2012 Foto: dpa 63 Bilder

Vor zwei Jahren schob Fernando Alonso Frust. Diesmal nahm der Spanier die WM-Niederlage gelassen hin. Er wusste, dass er sein Maximum geleistet hatte. Alonso fuhr die beste Saison seiner Karriere. Und blickte doch wieder in die Auspuffrohre von Sebastian Vettels Red Bull.

25.11.2012 Michael Schmidt

Fernando Alonso kennt diese Situation. Schon 2007 und 2010 verlor der Ferrari-Pilot die Weltmeisterschaft im letzten Rennen. Für 2007 gibt es einen einfachen Grund: McLaren wollte nicht, dass Alonso Weltmeister wurde. Er galt nach einem Erpressungsversuch als Verräter. Alonso war nur eine Sache wichtig: Teamkollege Lewis Hamilton durfte nicht Weltmeister werden. Für Nutznießer Kimi Räikkönen hat er sich damals fast gefreut.

Frust von 2010 ist Vergangenheit

2010 ging Alonso mit 15 Punkten Vorsprung ins Finale. Ein Taktikfehler von Ferrari kostete ihn den Titel, weil die Strategen zu spät merkten, dass Alonsos Gegner nicht mehr Mark Webber sondern Sebastian Vettel hieß. Alonso war damals so sauer, dass er sich wortlos im Ferrari-Pavillon einschloss. Die Gratulation an Vettel reichte er später via Pressemitteilung nach.

Damals fehlten Alonso vier Punkte auf den Titel. Diesmal nur drei. Trotzdem blieb der Spanier gefasst. "Vor zwei Jahren in Abu Dhabi war ich frustriert, weil wir es selbst in der Hand hatten, Weltmeister zu werden. Diesmal war es genau umgekehrt. Ich bin stolz, dass ich mit diesem Auto bis zur letzten Runde um den Titel mitgefahren bin."

Team perfekt, Auto zu langsam

Alonso lobte noch einmal sein Team: "Ich gebe dieser Saison eine 10 von 10. Wir haben nichts falsch gemacht. Die Strategie, die Boxenstopps, die Starts - alles perfekt. Nur das Auto muss besser werden. Wir waren schlicht zu langsam. Red Bull und McLaren und zuletzt hin und wieder auch Williams und Force India hatten den besseren Speed. Wir müssen über den Winter hart an den Defiziten arbeiten. Ein bisschen langsamer kann man kompensieren, aber nicht so viel."

Die Weltmeisterschaft wurde nicht in Interlagos verloren, wo Ferrari erneut mit Schwierigkeiten kämpfte. Auf trockener Straße hinkten die Rundenzeiten hinter McLaren, Red Bull und Force India her, und auch im erhofften Regen waren die roten Autos keine Offenbarung. "Wir haben keine Temperatur in die Intermediates gekriegt", jammerten die Fahrer. Alonso zitierte erneut die Startunfälle von Spa und Suzuka, die ihn den dritten Titel gekostet haben. "Einmal flog mir ein Lotus von hinten über das Auto, das andere Mal schlitzte mir ein Lotus den Hinterreifen auf. Nur ein Unfall weniger, und es hätte gereicht."

Alonso gratuliert Vettel persönlich

Ferrari bekam im Finale die verrückten Bedingungen, die man sich nach der mittelprächtigen Trainingsleistung gewünscht hatte. Einen Mix aus Regen und Trocken. "Wir können uns nicht beklagen", bekräftigt Alonso. "Die Bedingungen haben uns eine Chance gegeben, und wir haben mit dem zweiten Platz nach einem Start aus der vierten Reihe wieder mal ein Sonntagswunder vollbracht. Wir mussten ein kalkuliertes Risiko eingehen, denn ein Abflug hätte alle Hoffnungen zunichte gemacht."

"Bei so einem Wetter hast du immer das Gefühl, dass du mit den falschen Reifen unterwegs bist. Es gab oft rundenlang Diskussionen mit den Ingenieuren, was zu tun war. Ich glaube, wir haben alles richtig gemacht. Vettels Rennen lag nicht in meiner Hand. Ich wurde ständig über seine Position informiert. Als ich hörte, dass er nach einer Runde Letzter war, wusste ich, dass das nichts zu bedeuten hatte. Bei so einem verrückten Rennverlauf kannst du auch als Letzter wieder nach vorne fahren."

Alonso hoffte umsonst, dass Jenson Button oder Sebastian Vettel noch ein Missgeschick unterlaufen möge. "Es ist nicht passiert, und wir haben das Ergebnis so zu akzeptieren." Diesmal gratulierte Alonso seinem WM-Gegner persönlich. Er kam gerade von der Pressekonferenz zu der Vettel gerufen wurde. In der Ferrari-Pressemitteilung verlor der Spanier kein Wort über Vettel.

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