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Fernando Alonso bei der Ferrari F10-Präsentation

"Wollen Tifosi den Stolz zurückgeben"

Fernando Alonso 2010 Foto: XPB 32 Bilder

Fernando Alonso hat Kreide geschluckt. Noch ist das nicht schwierig, denn der neue Ferrari ist noch keinen Meter gelaufen. Bei Ferrari muss Alonso lernen, ein Teamplayer zu sein. Eines hat er schon gut drauf: Er weiß, was die Tifosi gerne hören wollen.

28.01.2010 Michael Schmidt

War da Gehirnwäsche im Spiel? Fernando Alonso ist eigentlich bekannt als einer, der sagt was er denkt. Doch das kommt in Maranello nicht gut an. Dort sagt man besser, was in die Ferrari-Politik passt. Im Augenblick gibt es noch keine Reibungspunkte. Der neue Ferrari F10 ist ja noch keinen Meter gelaufen. Und dass Felipe Massa am Montag in Valencia die Testpremiere zugesprochen bekam, damit kann Alonso leben. Auch Michael Schumacher muss Nico Rosberg bei Mercedes GP den Vortritt lassen. Spötter sagen: Die Nummer eins wartet gnädig, bis die Nummer zwei die Kinderkrankheiten aussortiert hat.

Montezemolo lobt Alonso

Fernando Alonso ist für die Ferraristi im Umgang eine andere Qualität als Michael Schumacher. Der radebrechte bei Autopräsentationen immer sein "buongiorno a tutti", und wechselte dann ansatzlos ins Englische über. Alonso parliert perfekt Italienisch. Wie sein Kollege Felipe Massa. Deshalb brandete auch Applaus auf, als er dem Publikum seine Mission erklärte: "Ich hoffe, wir können alle Ferrari-Fans rund um die Welt ihren Stolz zurückgeben."

Dafür erntet er auch gleich Lob von seinem Präsidenten. Montezemolo tut es mit einer versteckten Anspielung auf Michael Schumacher: "Alonso ist ein Champion, und er ist heute besser als 2006. Wir sind schon lange hinter ihm her. Er ist erst 28 Jahre alt, aber schon ein sehr gereifter Fahrer. Und er hat schon zwei WM-Titel gewonnen, einen gegen uns mit Schumacher in unserem Auto. Er ist der richtige Mann im richtigen Augenblick für uns." Da der Spanier bislang nicht im Ruf stand, ein Teamplayer zu sein, schickte der Ferrari-Chef gleich eine Warnung hinterher: "Beide Fahrer wissen, dass sie in erster Linie für die Scuderia fahren, und dass sie eine Aufgabe haben, das Team zum Erfolg zurückzuführen."

Alonso gibt sich geduldig

Alonso wehrt sich gegen Vorwürfe, er denke nur an sich: "Ich hatte noch nie mit meinen Teamkollegen ein Problem. Tatsächlich komme ich mit allen sehr gut aus." Ferrari, das soll eine Partnerschaft für die Ewigkeit werden. "Ich will hier viele Jahre verbringen." Auch wenn der Auftrag lautet, Ferrari wieder zum Sieg zu führen, ist Alonso auch für eine Durststrecke bereit. "Wenn es nicht gleich beim ersten Rennen klappt, kann ich damit leben. Die Saison ist 19 Rennen lang."

Der Spanier glaubt nicht, dass mehr als drei Fahrer um den Titel kämpfen werden. "Vor der Saison malt man sich das immer so schön aus, aber die Erfahrung zeigt, dass meistens nur zwei, drei Fahrer in Frage kommen."

Gute Startposition entscheidend

Es wird eine Saison der vielen Unbekannten. Auch die Fahrer sind gespannt, was die Rennen ohne Tankstopps mit sich bringen. Alonso warnt vor den ersten Runden. "Am Samstag musst du mit einem Auto in die Qualifikation, das ganz wenig Benzin an Bord hat. Dann gehst du ohne Training mit einem Auto ins Rennen, das bis oben hin mit Sprit befüllt ist. Es wird zwei bis drei Runden dauern, bis man sich darauf einstellt."

Alonso prophezeit, dass ein guter Startplatz mehr denn je die halbe Miete für einen Sieg ist: "Dieses Jahr musst du in den ersten zwei Startreihen stehen. Du kannst dir keine Taktik mehr zurechtlegen, weil du nicht weißt, was dein Gegner macht. Also muss man jede Chance nutzen, die sich einem auf der Strecke bietet. Und man weiß ja, wie schwer das Überholen ist."

Testvergleich sehr schwierig

Für sich selbst wird Alonso schon am Ende nächster Woche etwas schlauer sein. "Ich habe meistens schon nach dem ersten Testtag ein gutes Gefühl dafür, ob mir das Auto passt. Der Vergleich mit der Konkurrenz wird aber noch schwieriger als früher, weil die Spritmengen noch stärker differieren. Es ist eher unwahrscheinlich, dass zwei Fahrer zur gleichen zeit das gleiche Programm abspulen. Du kannst drei Sekunden langsamer als dein Kollege sein, und warst trotzdem schnell."

Zum Schluss kommt der 28-jährige Spanier noch einmal auf seinen Auftrag zurück. Versagen ist nicht eingeplant, so hat es Monetzemolo seinen Söldnern eingebläut: "Felipe und ich wissen, dass ein rotes Auto gewinnen muss."

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