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Alonso sucht sich einen Stuhl

„Ich wäre fast eingeschlafen“

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Fernando Alonso erlebte 50 Minuten der zweiten Trainingssitzung aus der Zuschauerperspektive. Und was der Spanier sah, gefiel ihm nicht. Für Alonso sind die aktuellen Autos in den Kurven viel zu langsam. „Ich wäre auf meinen Stuhl fast eingeschlafen.“

12.11.2016 Michael Schmidt

Die Szene erinnerte an letztes Jahr. Nach 40 Minuten des zweiten Trainings rollte der McLaren-Honda des Spaniers aus. Ein Ers-Problem hatte das Auto mit der Startnummer 14 lahmgelegt. Alonso blieb zuerst am Streckenrand stehen, bis ihm ein Kameramann einen Stuhl besorgte und Alonso hinter die TV-Kamera setzte. Im letzten Jahr hatte sich der McLaren-Pilot demonstrativ für ein Sonnenbad in einen Gartenstuhl gesetzt.

Diesmal nahm sich Alonso die Zeit, seine Kollegen in der dritten Kurve zu beobachten. Er kam zu dem Schluss: „Nach 50 Minuten wäre ich fast eingeschlafen. Zum Glück war da ein Stuhl. Die Fans wollen schnelle Autos sehen. Etwas, wo du den Mund nicht mehr zubringst, wenn mal ein Auto an dir vorbeigefahren ist.“

„Wir sollten die Zuschauer bezahlen“

Alonso fand die Geschwindigkeiten in dem 220 km/h schnellen Linksbogen am Ende des Senna-S enttäuschend. Obwohl die Formel 1 in Interlagos schneller fährt als je zuvor. Doch das lässt der zweifache Weltmeister nicht gelten. „Die Autos haben nur auf den Geraden zugelegt, nicht in den Kurven.“

Alonso zählt zu den größten Kritikern der aktuellen Autos. Er kann das nächste Jahr kaum noch erwarten, in dem breitere Autos und breitere Reifen die Rundenzeiten um 3 bis 4 Sekunden drücken und die Kurvengeschwindigkeiten deutlich steigern sollen. Das wird nach Meinung von Alonso nicht nur den Fahrern, sondern auch den Zuschauern wieder Spaß machen. Nachdem er das Training bewusst aus der Zuschauerperspektive beobachtet hatte, kam er zu dem Schluss. „Wir sollten die Zuschauer dafür bezahlen, dass sie sich auf die Tribünen setzen und das ertragen, was wir ihnen bieten.“

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