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Alonso ist der Boss

Pirelli entschuldigt sich bei Alonso

Fernando Alonso - GP Korea 2013 Foto: Ferrari 54 Bilder

Kimi Räikkönens Verpflichtung war auch als Erziehungsmaßnahme für Fernando Alonso gedacht. Ferrari wollte dem Spanier zeigen, dass die wichtigen Entscheidungen in der Management-Etage getroffen werden. Beim GP Korea zeigte sich, dass Alonso immer noch der Boss ist. Ferrari ließ Pirelli-Sportchef Paul Hembery antanzen, weil der Alonso kritisiert hatte.

08.10.2013 Michael Schmidt

Es gibt viele Gründe, warum Ferrari Kimi Räikkönen und nicht Nico Hülkenberg oder Felipe Massa für 2014 verpflichtet hat. Weil der Finne die größte Strahlkraft und Erfahrung hat, weil er die Absicherung für den Fall ist, dass sich Fernando Alonso anderswohin absetzt, weil er dem Spanier neue Reize setzen und ihn disziplinieren soll. Es ist kein Geheimnis, dass Alonso gerne mit Massa weitergemacht hätte. An dem Brasilianer weiß er, was er hat.

Kimi Räikkönen war zwar kein Schreckgespenst für Alonso, aber auch nicht unbedingt sein Wunschkandidat. Seine Verpflichtung ist deshalb aus der Sicht von Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo und Rennleiter Stefano Domernicali auch als Erziehungsmaßnahme für Alonso zu sehen. Nach dem Motto: Der Boss sind immer noch wir. Doch darf man sich da so sicher sein? Eine Episode beim GP Korea zeigt, wie stark Alonsos Position im Team immer noch ist.

Pirelli-Chef Hembery muss antanzen

Alonso hatte nach der Qualifikation auf die Schwäche der Pirelli-Reifen hingewiesen. Insbesondere der Mischung Supersoft. "Die Reifen überstehen nicht einmal fünf Kilometer ohne Gripverlust. Wir können die Runde nur mit 95 Prozent fahren. Wenn du im ersten Sektor zu viel attackierst, bezahlst du im dritten dafür."

Das rief Pirelli-Sportchef Paul Hembery auf den Plan. "Alonso soll sich den baldigen vierfachen Weltmeister anschauen. Der zeigt, wie man auf seine Reifen aufpasst." Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Ferrari ließ Hembery am Sonntagmorgen im Teampavillon antanzen. Ob auf Wunsch von Alonso oder nicht, ist dabei egal. Es zeigt nur, welchen Einfluss der spanische PS-Magier hat. Alonso hätte sich ja auch alleine darum kümmern können.

Ferrari zeigte offensiv Flagge für den WM-Zweiten, indem man Hembery zu einer Stellungnahme aufforderte. Alonso wertete den Besuch als Entschuldigung: "Erst hieß es, die Worte wurden so nicht gesagt. Dann habe ich ihm meinen Standpunkt erklärt. Dass die Reifen nach fünf Kilometern einbrechen, und zwar bei allen Autos, ist ein Fakt. Dass die Rennlinie zwischen den Gummiabrieb rechts und links nur zwei Meter beträgt, ist ein Fakt. Dass es in diesem Jahr wiederholt Probleme mit den Reifen gab, ist ein Fakt. Ich habe nichts gesagt, was sich nicht belegen lässt. Das hat auch Hembery eingesehen."

Ferrari-Teamchef zeigt Verständnis für Pirelli-Frust

Teamchef Stefano Domenicali versuchte die Wogen zu glätten. "Es gab ein paar Sachen zu klären. Er hat sich entschuldigt und nun schauen wir nach vorne. Es ist wichtig, dass man die Bedenken der Fahrer anhört, damit die eine bessere Arbeit machen können. Auf der anderen Seite ist es auch nicht korrekt, wenn wir Pirelli nicht die Chance zum Testen geben."
 
Domenicali zeigte für die Nöte des Reifenherstellers Verständnis. "Wenn wir eine gute Show wollen, müssen wir Reifentests ermöglichen. Man kann sein ganzes Leben im Simulator erproben, aber das löst die Reifenprobleme nicht. Mit dem neuen Auto nächstes Jahr müssen wir Pirelli die Möglichkeit geben, auf der Strecke zu testen."

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