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Alonso punktgleich mit Vettel

Ferrari fährt aus der Krise

Fernando Alonso GP Spanien 2012 Foto: Ferrari 94 Bilder

Fernando Alonso kann aufatmen. Nach vier Rennen mit einem nicht konkurrenzfähigen Auto kann er mit seinem Ferrari jetzt wieder aus eigener Kraft gewinnen. Und der Spanier führt die WM-Wertung gleichauf mit Sebastian Vettel an.

15.05.2012 Michael Schmidt

Ferraris Formel 1-Saison hat mit einer bösen Überraschung begonnen. Der F2012 wurde als Flop geboren. Inzwischen haben die Ingenieure ihre Konstruktion von den größten Mängeln befreit. Ferrari gelang in Barcelona der Sprung, der gelingen musste. Sonst wären die Zeichen in Maranello auf Sturm gestanden.

Der runderneuerte Ferrari F2012 zählte zu den wenigen Autos im Feld, bei dem die technischen Neuentwicklungen wirklich etwas gebracht haben. Spötter würden sagen: Schlechter als vorher war auch nicht möglich.

Alonso fühlt sich im falschen Film

Fernando Alonso muss seine Chancen auf den dritten WM-Titel nicht abschreiben. Und das war nach den Wintertestfahrten noch zu befürchten. "Wir können stolz sein, dass wir nach diesem Saisonstart genauso viele Punkte haben wie Vettel", bilanzierte Alonso. Er hätte sagen müssen, dass er auf sich selbst stolz sein kann. Die ersten 43 seiner insgesamt 61 Punkte gehen auf das Konto des Spaniers.

Unter Mithilfe der schnellsten Boxenstoppcrew und guter strategischer Entscheidungen. Alonsos Sieg in Malaysia war gar nicht mit Geld zu bezahlen. Er hat Ferrari bis zum GP Spanien die Luft zum Atmen geschenkt, um die Probleme mit dem Auto aus der Welt zu schaffen.

In Barcelona saß der zweifache Ex-Weltmeister in einem besseren Auto. Auch wenn er keine allzu große Euphorie aufkommen lassen wollte: "Ich traue mich erst von einem Durchbruch zu sprechen, wenn wir auf Platz eins und zwei ins Ziel kommen. Diese WM ist so verrückt, dass Prognosen und Analysen unmöglich sind. In Bahrain kam ich 57 Sekunden hinter einem Red Bull ins Ziel. Drei Wochen später habe ich einen der beiden Red Bull überrundet. Als Webber vor mir auftauchte, glaubte ich, ich sei im falschen Film."

Ferrari konstant schneller?

Deshalb will Alonso auch keine Prognosen für den GP Monaco abgeben. "Wir müssen noch ein paar Rennen abwarten, um herauszufinden, wo wir wirklich stehen. Du kannst heute als Sieger die Strecke verlassen und morgen nicht in die Punkte kommen. Ehrlich gesagt, mir wäre ein bisschen mehr Konstanz lieber. Natürlich nur, wenn wir dominieren."

Ferraris Nummer eins versucht den Ball flach zu halten, um die Ingenieure weiter anzutreiben. Die nächste Ausbaustufe folgt zum GP Kanada, die übernächste beim GP Europa. "Wenn wir uns an der Spitze etablieren wollen, müssen wir Tag und Nacht arbeiten." Trotz der Skepsis hat Ferrari eindeutig Boden gutgemacht. Das erzählen die Zahlen.

Schwachstellen am Auto verbessert

Das Auto ist in seinen beiden Schwachstellen besser geworden. Der letzte Streckensektor in Barcelona besteht fast ausschließlich aus langsamen Kurven. Da ist Traktion gefordert. Im Training war Alonso dort Dritter, im Rennen Fünfter. Vor ein paar Wochen wäre das noch undenkbar gewesen.

Auch auf der Geraden hat das rote Auto zugelegt. Von den Abstiegsplätzen ins Mittelfeld. Trotzdem ist noch Raum für Fortschritte. Pastor Maldonado fiel auf: "Aus den langsamen Ecken raus war unser Auto besser als der Ferrari." Und auf der Zielgeraden fehlten Alonso noch acht km/h auf die Lotus-Piloten. Es waren aber schon einmal 15 km/h.

Vielleicht hätte Ferrari dieses Rennen mit einer besseren Strategie auch gewinnen können. Beim zweiten Boxenstopp ließ sich Alonso zwei, beim dritten drei Runden zu lange Zeit. Der Malaysia-Sieger nimmt seine Truppe in Schutz. "Der Plan war, das gleiche zu machen wie Maldonado. Als er beim zweiten Stopp früher reinkam als wir, habe ich meinen Vorsprung schon in der ersten Runde verloren, weil ich hinter einem Marussia festhing. Deshalb haben wir unseren Plan geändert und versucht, länger als er zu fahren, um beim letzten Stopp frischere Reifen zu haben."

Alonso chancenlos gegen Maldonado

In diese Theorie passt nicht, dass Ferrari den frischen Satz harte Reifen in den dritten Turn gepackt hat, und im Schlussabschnitt dann auf gebrauchten Reifen losfahren musste. Ferraris Strategen hätten wissen müssen, dass Maldonado noch drei brandneue Satz der harten Reifen in der Hinterhand hatte.

Zum Schluss entschieden aber nicht die Reifen das Duell um den Sieg. Sieben Runden vor Schluss spürte Alonso einen plötzlichen Gripverlust. "Es passierte nach Kurve sieben. Ich habe sofort die Box angefunkt, damit sie nachschauen, ob am Auto etwas kaputt ist." Gleich nach dem Rennen zog Teamchef Stefano Domenicali zwei Möglichkeiten in Betracht: "Entweder der Frontflügel wurde beschädigt, oder es haben sich Reifenfetzen in den Spalten zwischen den Flügelelementen verfangen."

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