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Alonso schießt gegen einfaches Überholen

Spanier schwärmt vom Kampf mit Schumacher

Fernando Alonso - McLaren - GP Bahrain - Formel 1 - 1. April 2016 Foto: xpb 94 Bilder

Die Formel 1-Fans bekamen beim GP China 128 Überholmanöver geboten. Nicht alle im Fahrerlager klatschen Beifall. Fernando Alonso kritisiert, dass die Überholmanöver zu einfach geworden sind. Er hat lieber einen harten Zweikampf unter gleichwertigen Gegnern. So wie in Imola 2005 und 2006.

28.04.2016 Michael Schmidt

Wie sieht die perfekte Formel 1 aus? Das Ei des Kolumbus kann keiner aus dem Hut zaubern. Das sieht auch Fernando Alonso so. "Vor zehn Jahren hatten wir vielleicht drei Überholmanöver in einem Rennen, aber die waren dann echt spektakulär und herausgefahren. Damals haben die Leute nach mehr Überholmanövern gerufen. Jetzt haben wir über 100 in einem Rennen und einigen ist das zu viel und zu konfus. Ich glaube, wir müssen uns an die richtige Balance herantasten und Dinge ausprobieren."

Alonso zählt sich zu der Fraktion, die das Überangebot an Action kritisch sehen. "China war ein Extremfall. Aus Fahrersicht muss ich sagen, dass einem das Überholen durch die unterschiedlichen Reifenmischungen und den unterschiedlichen Zustand der Reifen zu leicht gemacht wird. Unter umgekehrten Vorzeichen kannst du dich gegen einen Angriff nicht verteidigen. Wenn deine Reifen alt sind, und dein Gegner hat frische und vielleicht auch noch weichere Reifen drauf, fährt er an dir vorbei, als hättest du beide Hände am Rücken."

Alonso denkt an Imola 2005 und 2006

Alonso glaubt, dass der durchschnittliche Fan damit überfordert ist. "Unter der Konstellation kann auch ein Auto aus dem hinteren Mittelfeld einen Mercedes überholen. Das musst du den Zuschauern erst einmal erklären." Der Ex-Weltmeister zieht die alte Zeit vor und erinnert an die beiden legendären Duelle mit Michael Schumacher in Imola 2005 und 2006. Beim ersten Mal gewann Alonso, beim zweiten Mal der Deutsche.

In beiden Fällen war es eine atemberaubende Verteidigungsschlacht. Der schnellere Fahrer fuhr auf Platz 2. "Und wir haben uns kein einziges Mal überholt. Aber es war über 20 Runden eine grandiose Show, ein Duell unter Gleichwertigen. Man sieht, dass es nicht immer ein Überholmanöver sein muss, um den Sport spannend zu machen." Der zweifache Weltmeister sieht auch in den großen Speed-Unterschieden der einzelnen Autos ein Problem. Und denkt dabei an sein eigenes Schicksal. "Wenn ein Fußballspieler einen fantastischen Tag hat, dann sieht das jeder. Auch wenn er in einer schlechten Mannschaft spielt. Wenn du in der Formel 1 im Mittelfeld fährst, kannst du den besten Tag deines Lebens haben und trotzdem nur Elfter werden. Und keiner nimmt es wahr."

Im Rennen sind die Autos zu langsam

Alonso bemängelt, dass manche Karriere dank glücklicher oder unglücklicher Fügungen einen Lauf nimmt, den der Fahrer selbst nicht beeinflussen kann. "Wer konnte vor fünf oder sechs Jahren ahnen, dass Mercedes heute so überlegen sein wird? Du müsstest zwei, drei Jahre vorausschauen können. Das ist unmöglich. Und jetzt ist es für die anderen schwer, den Rückstand aufzuholen. Weil die Technik zu komplex ist und die Entwicklungsmöglichkeiten vom Reglement zu stark eingeschränkt werden. Die Reifen sind dazu für alle gleich. Als es noch zwei Reifenfirmen gab, konntest du bei bestimmten Rennen oder bestimmten Bedingungen dank des besseren Reifens ein Auto-Defizit kompensieren."

Immerhin ist Alonso mit dem Weg einverstanden, den die Formel 1 jetzt einschlägt. "Wir brauchen schnellere Autos. Nicht auf eine Runde. Da sind die Auto schnell genug. Aber wenn wir im Rennen neun Sekunden pro Runde langsamer fahren, ist das nicht akzeptabel." Auf den Einwand, dass die Reifen zu schnell abbauen entgegnet der Spanier: "Wir sollten aufhören, nur in eine Richtung zu schießen. Da sind auch andere Faktoren dran Schuld. Wir fahren mit einem vollgetankten Auto los. Das macht sie viel schwerer als noch vor 10 Jahren."

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