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Alonso sorgt für Stunk bei Ferrari

"Dummkopf" oder "Schlaumeier"

Fernando Alonso -  GP Italien 2013 Foto: xpb 108 Bilder

Ein Funkspruch entzweit Ferrari. Bei Fernando Alonso fährt der Frust mit. Als Felipe Massa mit ihm im Schlepptau in der entscheidenden Runde auf Nico Nico Rosberg auflief, da beschimpfte er seine Strategen als "Schlaumeier". Hinterher versuchte Alonso die Wogen wieder zu glätten. Alles nicht so gemeint, alles nur ein Missverständnis.

07.09.2013 Michael Schmidt

Es ist keine glückliche Ehe mehr zwischen Ferrari und Fernando Alonso. Seit Sebastian Vettels Vorsprung in der WM immer größer wird, fährt bei seinem Verfolger der Frust mit. Seit dem GP Ungarn stößt der WM-Zweite mit seinen Worten bei der Teamleitung an. Mal, weil er falsch zitiert oder falsch interpretiert wurde, mal weil er einen Schritt zu weit gegangen ist.

Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo hielt seinem Starpiloten bereits zwei Mal eine Strafpredigt. Nach Ungarn und nach Spa. Tenor: In Zeiten der Krise muss man das Team mit positiven Kommentaren aufbauen und nicht mit destruktiver Kritik. Man nahm es Alonso zum Beispiel übel, dass er nach seinem zweiten Platz in Spa ein langes Gesicht zog.

Timing bei Ferrari stimmte nicht

Auch der Fall Monza wird intern für Gesprächsstoff sorgen. Es geht um einen Funkspruch während der entscheidenden Qualifikationsrunde. Der Ferrari Plan war, dass Felipe Massa seinen Teamkollegen im Windschatten zieht. Doch zuerst setzte sich Daniel Ricciardo zwischen die beiden roten Autos, und dann liefen beide auch noch zu dicht auf Nico Rosbergs Mercedes auf.

Man hätte beides vermeiden können, wäre man 20 Sekunden früher auf die Strecke gegangen. An Ricciardo kam Alonso schnell vorbei. Doch dann war ihm Massa schon fast zu weit entwischt, um den Windschatten nutzen zu können. In dem Augenblick fielen die bösen Worte: "Ragazzi, siete veramente dei geni." Übersetzt heißt das: "Freunde, ihr seid wirklich Schlaumeier." Oder ironisch: "Ihr seid Genies".

Zunächst gab es Verwirrung um die genauen Worte, die Alonso gewählt hatte. Unsere italienischen Kollegen hatten statt "geni" das Wort "scemi" verstanden, was mit "Dummkopf" übersetzt wird. Doch Alonso klärte hinterher auf. "Das Wort "Genie" sollte ausdrücken, dass wir vor Rosberg hätten rausgehen können. Es sollte nicht die fehlerlose Leistung des Teams schmälern."

Alonso kritisiert negative Berichterstattung

Der fünfte Startplatz des Spaniers hinter Teamkollege Felipe Massa hellte die Stimmung im Ferrari-Camp nicht gerade auf. Man hatte insgeheim mit einem Platz in der ersten Startreihe spekuliert. Nach der zweiten K.O.-Runde schien das möglich. Alonso konnte sich im Q3 aber nur um eine Zehntelsekunden steigern.

Nach seiner letzten Qualifikationsrunde hatte sich Alonso wieder abgekühlt. Offenbar sah er ein, dass er einen Schritt zu weit gegangen war. Er bedankte sich bei seinem Team: "Danke für die gute Qualifikation. Felipe war eine echte Hilfe. Er hat mir eine Zehntelsekunde geschenkt."

Das Ferrari-Motorhome war danach zum Platzen gefüllt. Alonso reagierte gereizt, als ihm seine bösen Worte vorgehalten wurden: "Ihr hört immer nur auf das Negative und lasst meine positive Nachricht weg. Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Zum ersten Mal seit langer Zeit werde ich auf dem Startplatz wieder die Heckflügel der Red Bull-Autos sehen. Normalerweise stehen da drei bis vier Autos dazwischen."

Alonso glaubt an Siegchance

Der Ex-Weltmeister spricht sogar von einer Siegchance. "Wir hatten am Freitag eine gute Rennsimulation. Unsere Stunde schlägt immer erst am Renntag. In den letzten Rennen musste ich mich jedes Mal an den Lotus und Mercedes vorbeikämpfen. Bis ich mal hinter Vettel lag, hatte der schon zehn Sekunden Vorsprung. Der Rückstand war nicht mehr aufzuholen. Die Lotus und Mercedes liegen diesmal hinter uns. Wenn wir am Sonntag so stark sind wie üblich, werde ich Vettel folgen können."

Alonso spielt mit seiner harten Tour bei Ferrari ein gefährliches Spiel. Er ist in diesem Team blockiert, weil anderswo kein Platz ist. Selbst ein Jahr Pause würde nichts bringen. Dann wäre er erst recht als Störenfried gebrandmarkt und würde in keinem anderen Top-Team einen Platz finden.

Teamplayer reagieren anders. So wie Lewis Hamilton zum Beispiel. Der entschuldigte sich nach seinem Ausscheiden in Q2 bei seinem Team: "Ich bin heute so schlecht gefahren wie noch nie in diesem Jahr." Alonso war an seinem fünften Platz nicht ganz unschuldig. Der Quersteher in der Roggia-Schikane hat mindestens eine Zehntelsekunde gekostet. Ohne den wäre er wahrscheinlich vor Massa und Hülkenberg gestanden.

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