Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Alonso stichelt weiter gegen Ferrari

"Platz 4 bei jeder Strategie"

Fernando Alonso - GP Japan 2013 Foto: xpb 63 Bilder

Fernando Alonso machte das Unmögliche wieder möglich. Von Platz 8 auf Rang 4. Und das auf einer Strecke, auf der Überholen ein Kunststück ist. Trotzdem nahm Alonso wieder Ferrari in die Pflicht. Kernaussage seiner Rennanalyse: "Mehr als Platz 4 lag nicht drin."

15.10.2013 Michael Schmidt

Martin Whitmarsh entwickelt sich langsam zum Alonso-Fan: "Ich gehe davon aus, dass Fernando aufs Podium fährt", kündigte der McLaren-Teamchef vor dem Rennen an. "Das würde ich mich sonst bei keinem zu sagen trauen, der in Suzuka vom achten Platz startet."

Whitmarsh lag um einen Platz falsch. Alonso wurde Vierter. Doch der Spanier zeigte Ferrari erneut, was er wert ist. Er fährt besser als sein Auto. Und er reibt es Ferrari auch nach jeder Qualifikation und nach jedem Rennen unter die Nase. Auch diesmal wieder. "Mehr als Platz 4 lag nicht drin. Egal mit welcher Strategie."

Früher zweiter Stopp ein Fehler

Ferrari hatte kurz gedanklich eine Dreistopp-Strategie durchgespielt. Sie ist auf dem Papier um acht Sekunden schneller. Aber nur wenn alles, aber wirklich auch alles passt. Und wenn das Auto so schnell wäre wie ein Red Bull. "Unser Auto war für drei Stopps zu langsam", stichelte Alonso mitleidslos und fügte hinzu: "Nachdem ich aus der Startrunde als Sechster zurückkam und Hamilton aus dem Rennen war, gab es für uns keine Alternative."

Ab da war eine Zweistoppstrategie in Stein gemeißelt. Nach dem Boxenstopp bekam Alonso einen neuen Gegner. Sauber hatte Nico Hülkenberg durch einen frühen ersten Stopp an beiden Ferrari vorbeigelotst. Um sicherzustellen, dass Hülkenberg da bleibt, stoppte Sauber auch beim zweiten Mal früh.

Nach Ansicht von Alonso war der direkte Konter ein Fehler. "Durch Nicos frühen zweiten Stopp war klar, dass wir hinter ihm bleiben würden. Wir hätten deshalb nicht gleich kontern müssen, sondern meinen zweiten Stopp ruhig um drei bis vier Runden hinauszögern können. So hätte ich im Finale noch frischere Reifen gehabt."

Alonso fuhr Rennen mit Köpfchen

Im Schlussabschnitt bewies Alonso seine Rennintelligenz. Als er nach seinem zweiten Stopp auf die Strecke ging, trennten ihn 2,1 Sekunden von Hülkenberg. Bis zur 36. Runde wuchs die Differenz bis auf 4,9 Sekunden an. Platz 4 schien für Alonso in weiter Ferne. Doch dann gab der Spanier Gas. Er hatte sechs Runden lang seine Sohlen geschont. Nur sieben Runden später tauchte der Ferrari-Pilot wieder in Hülkenbergs Windschatten auf. Fünf Umläufe danach ging er dank frischerer Reifen vorbei.

Auf Platz 4 war Endstation für Alonso. "Mehr wäre auch nicht gegangen, wenn ich von der Pole Position gestartet wäre", provozierte der WM-Zweite. "Für die Red Bull und Grosjeans Lotus waren wir klar zu langsam." Alonsos Saisonziel liegt jetzt auf der Hand: "Felipe und ich wollen Platz 2 für Ferrari retten. Die Mannschaft hat es verdient."

Reifen nur bedingt schuld am Formtief

Alonso stellt die eigenen Ansprüche auf Platz 2 hinter Sebastian Vettel bewusst in den Hintergrund. Am Vize-Titel ist er sowieso nicht interessiert. Er spielt den Teamplayer, so dass ihm keiner vorwerfen kann, er sei ein Brunnenvergifter. Was er natürlich ist, denn kaum kommt die Sprache auf Ferraris müde Leistungen nach der Sommerpause, spricht Alonso Klartext.

"Die Rückkehr zu den 2012er Reifenkonstruktionen spielt eine gewisse Rolle, aber nicht die entscheidende. Unsere Probleme begannen schon, als es noch die alten Reifen gab. Die Upgrades im Juli waren nur auf dem Papier gut. Die Reifen wären eine bequeme Ausrede. Wir hätten uns aber besser auf die neuen Reifen einstellen können. Sauber hat es ja auch geschafft."

Plötzlich nimmt Alonso sogar Pirelli in Schutz, die er in letzter Zeit öfter abgestraft hatte. "Was blieb Pirelli  nach den Reifenschäden denn anderes übrig, als neue Reifen zu bringen? Sie haben es nicht getan, um einem Team zu schaden und dem anderen zu nutzen." Martin Whitmarsh hat bestimmt heimlich applaudiert. Alonsos Kritik am Team zeigt ihm, dass er nicht umsonst hofft, sein Ex-Fahrer könnte plötzlich noch auf dem Transfermarkt landen.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden