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Alonso-Strafe

FIA ändert Regeln

Foto: Daniel Reinhard 63 Bilder

Den harten Kurs der Sportkommissare bei der Bestrafung von Fernando Alonso in Monza hält selbst Max Mosley für übertrieben. Der FIA-Präsident ist fest entschlossen, die Regel zu ändern: Ab kommender Saison werden Fahrer nur noch für absichtliches Behindern bestraft.

12.09.2006 Markus Stier

Seit der Brite Tony Scott-Andrews sein Amt als oberster Rennkommissar antrat, ist er um einen Ruf als harter Hund bemüht, um jegliche disziplinarischen Auswüchse auf der Strecke im Keim zu ersticken. Doch nun hat sich Scott-Andrews selbst in die Ecke gedrängt.

Obwohl Fernando Alonso 90 Meter vor Felipe Massa fuhr, als der sich in der Qualifikation in Monza behindert fühlte, forderten die Rennkommissare: "Alonso hätte Massa vorbeilassen müssen." Dass der Spanier dann selbst seine letzte fliegende Runde nicht mehr in Angriff hätte nehmen können, sei unerheblich. Wäre Alonso selbst auf einer gezeiteten Runde gewesen, wäre er freigesprochen worden.

Pat Symonds: Vielleicht nur ein Fahrfehler

Renault beschwerte sich über die Ferrari-Argumentation, wonach die Telemetrie-Daten klar belegen würden, dass Felipe Massa trotz des großen Abstands wegen aerodynamischer Turbulenzen drei Zehntel auf Alonso verloren hätte. "Wieso hat Massa in der Parabolica gelupft" fragt Renault-Chefingenieur Pat Symonds und führt an, dass es sich ebensogut um einen Fahrfehler gehandelt haben könnte.

Durch die regelmäßig unerbittliche Härte in ihren Entscheidungen fehlte den Kommissaren in Monza außer Fingerspitzengefühl auch der Spielraum. Wer drei andere Fahrer wegen Behinderung bestraft, muss es auch beim Vierten tun.

Bernie Ecclestone: "Immer profitiert Ferrari"

FIA-Chef Max Mosley war der Vorfall unangenehm. Schließlich wird seiner Behörde nun wieder einmal Schiebung vorgeworfen. Selbst Busenfreund Bernie Ecclestone motzte: "Immer profitiert Ferrari." Mosely will nun reagieren und den Paragraphen enger fassen: "Die Regel wird 2007 geändert. Dann wird nur bei Absicht bestraft."

Bei Renault machte man sich über das Urteil der Kommissare lächerlich. In der Team-Hospitality lief das Inboard-Video von Massas angeblich verpatzter Runde auf dem Großbildschirm in einer Endlosschleife. Darauf zu sehen: Als Massa in die erste Lemso-Kurve einlenkte, war der Alonso-Renault noch nicht einmal in Sichtweite.

Alle weiteren Hintergründe über das Rennen in Monza und den Rücktritt von Michael Schumacher lesen Sie in der neuen Ausgabe von auto motor und sport, Heft 20, ab 13. September im Handel.

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