Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Alonso-Unfall gibt zu denken

Mit Cockpit-Schutz schlimmer?

Fernando Alonso - GP Australien 2016 Foto: sutton-images.com 49 Bilder

Am Tag nach dem Unfall lief Fernando Alonso mit seinem Trainer den Strand von St. Kilda entlang. Nur ein bandagiertes Knie erinnerte an seinen Horror-Crash. Inzwischen fragen sich die Experten, ob der Unfall mit dem Heiligenschein über dem Cockpit auch so glimpflich ausgegangen wäre.

25.03.2016 Michael Schmidt

Fernando Alonso ist eigentlich kein Unfall-Pilot. Doch seit er für McLaren-Honda fährt, stecken dem Spanier bereits 3 furchterregende Unfälle in den Knochen. Bei den Testfahrten 2015 krachte er unter mysteriösen Umständen in die Mauer und zog sich eine Gehirnerschütterung zu. In der Startrunde zum GP Österreich kollidierte er mit Kimi Räikkönen. Den McLaren stapelte es über den Ferrari.

Die Kollision mit Esteban Gutierrez jetzt in Melbourne war aber noch eine Nummer ernster. Weil der Speed mit 310 km/h deutlich höher lag. Und weil der McLaren am Ende seiner Irrfahrt kopfüber liegen blieb, und das auch noch schräg an einer Mauer.

Heiligenschein erhöht Gefahr bei Überschlägen

Alonso krabbelte in Windeseile aus dem Cockpit. Eine akrobatische Übung, denn zwischen Cockpit, Boden und Mauer war kaum Platz. Angesichts der ganzen Hochspannungskabel, die aus dem zerfetzten McLaren-Heck hingen, musste man Sorge haben, dass der McLaren unter Strom stand. Aber nach so einem Unfall behält kein Fahrer einen kühlen Kopf. Alonso wollte einfach nur raus.

Die Frage ist, was passiert wäre, wenn der McLaren bereits mit dem "Halo"-Cockpitschutz ausgerüstet gewesen wäre, der 2017 Pflicht werden soll. Alonso hätte mit Sicherheit das Auto nicht so schnell verlassen. Und man kann auch nicht sicher sein, ob der Rahmen bei einer Landung kopfüber allen Lasten standhält.

Da sich bei dem Heiligenschein keiner den Mund verbrennen will, gibt es Kommentare nur hinter vorgehaltener Hand. Ein Teamchef meinte: "Mit dem Halo ist er im Cockpit gefangen." Sicherheit ist ein zweischneidiges Schwert. Es gibt immer auch Unfallszenarien, bei denen der Schuss nach hinten losgehen kann.

Was, wenn der Rahmen bei einer Rutschpartie auf dem Dach an einem Hindernis hängenbleibt und dem Auto eine andere Richtung gibt oder es dabei stark verzögert? Was, wenn er herumfliegende Teile ins Cockpit ablenkt? FIA-Rennleiter Charlie Whiting beschwichtigt: "Unsere Experten haben eine Risikoabwägung gemacht und sind zu dem Schluss gekommen, dass die Vorteile die Nachteile überwiegen."

Radseile erhöhen Überschlag-Gefahr

Wie tückisch gut gemeinte Sicherheitsmaßnahmen manchmal sein können, zeigten bei Alonsos Unfall wieder mal die Radseile. Sie haben im Fall Alonso die Räder trotz der ungeheuren Wucht des Aufpralls zuverlässig am Auto gehalten.

Doch die herumwirbelden 20-Kilogramm-Geschosse haben auch dafür gesorgt, dass sich der McLaren überschlagen hat. Weil sie eine derart große Hebelwirkung entwickeln, dass sie das Auto in eine Drehbewegung versetzen können. Auch beim Unfall von Sergio Perez letztes Jahr in Ungarn war das am Sicherungsseil hängende Rad der Auslöser des Saltos.

Die Radseile werden im nächsten Jahr weiter verstärkt. Damit sinkt das Risiko, dass sich Räder lösen, gegen Null. Das von Überschlägen steigt. Worauf es im Fahrerlager hieß: "Wozu brauchen wir dann noch den Heiligenschein?"

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden