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Fernando Alonso, Mark Webber oder Sebastian Vettel?

Wer ist der größte Singapur-Sieger?

Alonso, Webber und Vettel Foto: xpb 32 Bilder

Fernando Alonso holte zum zweiten Mal in 14 Tagen 25 Punkte. Sebastian Vettel machte auf alle bis auf Alonso Boden gut. Mark Webber behielt die WM-Führung. Auf dem Siegerpodest standen alle drei. Doch wer ist der wahre Sieger von Singapur?

28.09.2010 Michael Schmidt

Fernando Alonso hat seinen Stil geändert. Der Spanier wirkt unheimlich konzentriert. Eiskalt fährt er ein Rennen zu Ende, bei dem ihm 61 Runden lang Sebastian Vettel im Getriebe hängt. Vettel konnte schneller fahren, doch Alonso gab sich keine Blöße. Das ist das Holz aus dem Weltmeister gestrickt sind. Nutze deine Chance, wenn sie sich bietet. Fehler hat Alonso in diesem Jahr schon genug gemacht.

Alonso: "Alle fünf haben 20 Prozent Chancen"

Der Ex-Champion vermittelt den Eindruck, dass er ab sofort keine einzige Schwäche mehr bei sich duldet. Noch nicht einmal zu viel Optimismus, der das Team dazu verleiten könnte, das große Ziel aus den Augen zu verlieren. "Wir fünf haben alle 20 Prozent Chancen", rechnet Alonso emotionslos vor. "Und wenn einer von uns besser dasteht, dann ist es Webber. Er hat mehr Punkte als der Rest." Alonso weiß: Mit Suzuka folgt die Strecke, auf der Ferrari verwundbar sein könnte. Ein klassischer Fall für Schadensbegrenzung. Aber auch das Risiko, gegen die Red Bull richtig Punkte zu verlieren.

"Die letzten drei Strecken müssten uns wieder liegen", glaubt der neue WM-Zweite. Nach seinem Sieg von Singapur liegt Alonso in seinem selbst gesteckten Fahrplan: "Wenn ich bei allen Rennen auf das Podest fahren kann, bin ich vorne dabei." Alonso war in Singapur ein Sieger in doppeltem Sinn. Er machte auf einer Red Bull-Strecke Punkte auf die Red Bull-Fahrer gut. Zehn auf Webber, sieben auf Vettel.

Vettel verliert Singapur GP am Samstag

Auch Sebastian Vettel kann das Nachtrennen als Erfolg abhaken, obwohl er vom Speed her eigentlich die Stadtrundfahrt hätte gewinnen müssen. "Wir haben das Rennen am Samstag verloren", ärgerte sich Teamberater Helmut Marko. Der zweite Platz setzt Vettel in Suzuka unter Siegzwang. Bei einem Doppelerfolg der Red Bull würde Alonso mindestens zehn Punkte verlieren. Vorausgesetzt Vettel wiederholt seinen Vorjahressieg, läge er mit Alonso gleichauf.

Auf die letzten drei Rennen bezogen ist der Ferrari-Pilot für Vettel ein unangenehmerer Gegner als Webber. Alonso hat schon Weltmeisterschaften gewonnen. Er ist kompromissloser als alle anderen. Er kennt den Nervenkitzel der WM-Entscheidung und weiß damit umzugehen. 2005 und 2006 haben gezeigt, dass er immer dann die optimale Leistung abgerufen hat, wenn er unter Erfolgsdruck stand. Dazu kommt, dass Ferrari deutlich weniger von Defekten heimgesucht wird als Red Bull. Somit hält der Spanier im WM-Schlusskampf gegenüber Vettel einige Trümpfe in der Hand.

Vettel bleibt locker

Der Deutsche hat nach einer Reihe von Enttäuschungen seine Taktik geändert. Er hat sich Gelassenheit verordnet. In Singapur sah man einen Vettel, wie man ihn kannte, bevor ihn die Fachwelt zum Favoriten für den WM-Titel gestempelt hat. Den zweiten Startplatz hat er locker weggesteckt, obwohl er eigentlich auf die Pole Position abonniert war. Vor drei Rennen noch hätte er den Frust bis ins Rennen mit hineingetragen.

Mark Webber hat mit dem dritten Platz nicht gerechnet. Der Australier konnte Sonntagnacht zum ersten Mal nach drei Tagen Selbstzweifel wieder lachen. Ihm war von allen WM-Kandidaten die Entspannung am meisten anzumerken. Weil er wusste, dass Singapur eine Schwachstelle von ihm ist. "Hier war Mark noch nie auf Ballhöhe", tadelte Marko. Für Webber ging es nur darum, dieses eine Wochenende so gut wie möglich zu überstehen.

Webber in Singapur langsamer als Vettel und Alonso

Der Coup mit dem frühen Reifenwechsel und seine Härte im Zweikampf mit Lewis Hamilton haben Webber einen Podestplatz gerettet. Er war ehrlich genug zuzugeben: "Ich hatte zu keiner Phase den Speed von Fernando und Sebastian." Webber feierte Platz drei wie einen Sieg. Weil er immer noch in der WM in Führung liegt. Weil es immer noch elf Punkte Abstand zum Zweitplatzierten sind. Und weil Vettel nur drei Punkte auf ihn aufgeholt hat. Das war aus Webbers Sicht die beste Nachricht von Singapur.

Der Australier fürchtet seinen Teamkollegen mehr als Alonso. Auch wenn er dem Ferrari-Star Rosen streut: "Er hat Erfahrung im Titelkampf, ich nicht. Er hat die komplette Unterstützung des Teams, ich nicht." Aber er hat im Schnitt ein langsameres Auto.

Webber braucht einen Sieg gegen Vettel

Ab sofort kommen wieder Strecken, auf denen sich Webber wohlfühlt. Strecken, auf denen er mit Vettel auf Augenhöhe fahren kann. 21 Zähler Vorsprung auf den Deutschen sind ein Wort, aber keine Ruhekissen. Vier zweite Plätze reichen Webber nicht, wenn der Sieger vier Mal Vettel heißt. Das wären 28 Punkte Differenz. Aber Webber weiß genau, dass er nur noch einmal vor seinem Stallrivalen ins Ziel kommen muss, um bei Red Bull das Kommando zu übernehmen.

Es würde auch helfen, wenn Lewis Hamilton, Jenson Button oder Fernando Alonso noch ein Rennen gewinnen. Dann könnte Webber nämlich mit Blick auf Vettel zu rechnen beginnen. Er ist im Übrigen auch der einzige, der einer möglichen Absage des GP Korea entgegensehen kann. Jedes Rennen weniger hilft dem Spitzenreiter.

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