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Alonso wirft Nebelkerzen

Keine klare Zusage an Ferrari

Fernando Alonso - GP Singapur 2014 Foto: Reinhard 94 Bilder

Die Zukunft von Fernando Alonso bleibt ein Rätselspiel. Die Gerüchteküche schreibt den Spanier im nächsten Jahr in vier andere Teams. Alonso könnte das Spiel beenden, doch er drückt sich um eine klare Antwort. Stattdessen wirft er Nebelkerzen. Wir verraten den Grund dafür.

02.10.2014 Michael Schmidt

Der wichtigste Mann drei Tage vor dem GP Japan war Fernando Alonso. Die Spekulationen um seine Zukunft haben sich in den letzten zwei Wochen überschlagen. Jeden Tag fährt der zweifache Weltmeister woanders, nur nicht bei Ferrari. Mal ist es Red Bull, mal Mercedes, mal McLaren, mal Lotus. Das jüngste Gerücht, das am Donnerstag durch das Fahrerlager kursierte: Honda gibt Alonso heute als Fahrer für die kommende Saison bekannt. Nichts ist passiert. Kein Statement von McLaren, keines von Honda.

Die Pressekonferenz von Fernando Alonso war gut besucht. Alle erwarteten eine Klärung des Rätsels. Auch Ferrari. Alonso hat seinem Rennstall bis heute nicht mitgeteilt, dass er das Team verlassen will. Gleichzeitig kritisiert er die Gerüchtestreuer: "Ferrari kämpft mit Williams um Platz drei in der WM. Die Gerüchte schaden dem Team. In Singapur war ich mit meinen Ingenieuren und Mechanikern zum Essen, und sie haben mich gefragt, was sie von den Geschichten halten sollen." Alonso könnte den Spekulationen selbst ein Ende setzen, aber er drückt sich um eine klare Antwort.

"Ich tue mein Bestes, um Ferrari zu helfen"

Egal, welche Frage, Alonso lässt sich nicht aus der Reserve locken: Können Sie ausschließen, dass Sie in den nächsten zwei Jahren für McLaren fahren? Fahren Sie auch nächstes Jahr für Ferrari? Alonso lächelt dünn und erwidert. "Von meiner Seite aus gibt es seit einem Jahr die gleiche Antwort. Ich gebe mein Bestes für Ferrari. So wie ich das die letzten fünf Jahre getan habe. Ich lebe für meinen Job vom 1. Januar bis zum 31. Dezember. Jeden Tag des Jahres war ich für Ferrari da, habe für die Interessen des Teams gearbeitet, auch weil es ein ganz spezieller Rennstall ist. Die Zahlen und Resultate sprechen für sich selbst."

Alonso vermittelt mit seinem Selbstlob den Eindruck, dass er diese hundertprozentige Hingabe von Ferrari zumindest zeitweise vermisst habe. Ferrari hat seinem Star-Piloten die Pläne für die nächsten drei Jahre in allen Details mitgeteilt. Im Gegensatz zu früher ist es ein realistisches Programm. Keines, das ihm 2015 den WM-Titel garantiert. Eher eines, das Schmerzen und Opfer nicht ausschließt.

Alonso gibt zu, dass er Optionen hat

Alonso hat keine Lust noch viel länger auf seinen dritten WM-Titel zu warten. "Ich fühle mit gut genug, mit dem entsprechenden Material Weltmeister zu werden. Egal, welche Autos, ich habe mich immer angepasst. Ich befinde mich auf dem Höhepunkt meiner Karriere." Im Fahrerlager als der beste Fahrer im Feld zu gelten, genügt dem 32-fachen GP-Sieger nicht mehr. "Wenn ich Weltmeister werde, dann stellt sich diese Frage gar nicht. Dann bist du automatisch der beste."

Alonso gibt immerhin zu, dass er Optionen hat. Und er weiß, dass diese Optionen mit Risiken verbunden sind. Wieder so eine kryptische Aussage des WM-Vierten: "Ich bin in der glücklichen Lage, dort zu fahren, wo ich fahren will. Im Gegensatz zu vielen Kollegen muss ich mir keine Sorgen machen, meinen Platz in der Formel 1 zu verlieren. Ich werde mit Ferrari mein Bestes tun, das Risiko meiner Optionen zu minimieren."

Alonso will Zeit gewinnen

Schließlich ringt er sich zu dem Statement durch: "Ich habe einen Plan im Kopf." Nur welchen, sagt er nicht. Heißt das jetzt, dass Alonso bleibt? Oder sagt er zwischen den Zeilen damit, dass er Ferrari nicht mehr vertraut? Alonso hat einen Vertrag mit Ferrari, aus dem er nicht so einfach rauskommt. Ferrari kann ihn nicht zwingen für Ferrari zu fahren. Aber sie können ihm den Weg zu einem anderen Team so schwer wie möglich machen. Das Problem ist, dass Ferrari so spät in der Saison keinen adäquaten Ersatz für Alonso finden würde.

Alonsos Versteckspiel kann nur bedeuten, dass er sich seine Wahlmöglichkeiten so lange wie möglich offenhalten will. Manche vermuten, um Ferrari zu einer Gehaltsaufbesserung und leichteren Ausstiegklauseln im nächsten Jahr zu zwingen. 2015 sind die Risiken eines Teamwechsels leichter abzuschätzen. Dann weiß man, wie stark McLaren-Honda oder Lotus-Renault sind. Spätestens dann ist klar, ob Lewis Hamilton bei Mercedes bleibt und Sebastian Vettel bei Red Bull verlängert.

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