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Alternative zum Heiligenschein

Red Bull testet Cockpitschutz in Sochi

Red Bull - Cockpitschutz - GP Russland - Freitag - 29. April 2016 Foto: xpb 59 Bilder

Red Bull hat im Freitagstraining zum GP Russland seine Lösung zum Cockpitschutz getestet. Es ist eine Art halboffene Jetkanzel. Bereits am Donnerstag rüsteten die Mechaniker den RB12 mit der Windschutzscheibe aus. Wir haben die Bilder.

29.04.2016 Tobias Grüner, Andreas Haupt

Es ist eines der großen Themen der Königsklasse. Wie können das Cockpit und der Kopf des Fahrers in Zukunft noch besser geschützt werden? Das Thema spaltet die Formel 1. Auf der einen Seite gibt es die Befürworter, denen der Cockpitschutz gar nicht früh genug kommen kann - am liebsten schon 2017. Auf der anderen Seite sammeln sich die Puristen und Hardliner. Sie vertreten die Meinung, dass das offene Cockpit zur Formel 1 gehört, wie das Tor zum Fußball.

Die FIA forscht seit geraumer Zeit an einem besseren Schutz für den Kopf des Fahrers. Bei den Testfahrten in Barcelona 2016 wurde am Ferrari SF16-H die derzeit favorisierte Lösung getestet. Der sogenannte Heiligenschein. Auf Englisch "Halo".

Red Bull RB12 mit halboffener Jetkanzel

Eine Alternative zum "Halo"-System kommt von Red Bull und wurde im Freitagstraining zum GP Russland getestet. Daniel Ricciardo pilotierte den RB12 mit der Windschutzscheibe in der Früh für einen Runde um den Kurs. Bereits am Donnerstag hatten die Mechaniker in Sochi den Cockpitschutz am Auto verschraubt. Bei der Red Bull-Version wird ein Rahmen über dem Kopf des Fahrers durch 2 Streben an den Cockpit-Außenseiten verstärkt. Der Zwischenraum wird durch eine transparente Plexiglas-Membran gefüllt, um auch kleinere Objekte abzulenken, und nicht bis zum Fahrer durchdringen zu lassen.

Auf den ersten Blick wirkt die flach ansteigende Schutzverkleidung fast wie eine Kampfjet-Kanzel. Allerdings ist der obere Teil des Cockpits weiterhin offen. Die Engländer nennen das System "Canopy". Was frei übersetzt so viel wie Schutzdach bedeutet. Der Pilot soll sich bei einem Unfall problemlos befreien können. Es sammeln sich auch keine giftigen Gase im Falle eines Brandes, was immer wieder als Argument gegen geschlossene Kuppeln hervorgebracht wird.

Beim ersten Proberun am Freitag ging es vor allem um die Frage gehen, inwiefern sich der Cockpitschutz auf die Sicht des Fahrers auswirkt. Vor allem die beiden äußeren Streben, die beim Einlenken in die Kurve störend sein könnten. Auf alle Fälle wirkt die Red Bull-Lösung eleganter als der Heiligenschein, der bei vielen Fans wegen seiner Ästhetik für Kopfschütteln gesorgt hatte.

Halo Concept - Ferrari - Cockpitschutz - 2016Foto: Stefan Baldauf
Den "Halo"-Cockpitschutz testete Ferrari bei den Testfahrten in Barcelona.

Halo bei Barcelona-Testfahrten ausprobiert

Das Halo-System basiert auf einem ringförmiger Bügel über dem Piloten und einer zentralen vertikalen Strebe vor dem Cockpit. Es soll größere Objekte vom Helm fernhalten. In Barcelona erklärte FIA-Rennleiter Charlie Whiting. "Wir sind auf einem guten Wege, dieses System schon 2017 einzuführen.“

Zum Heiligenschein gibt es allerdings noch einige Fragen zu klären: Was passiert zum Beispiel, wenn sich das Auto überschlägt? Wie zum Beispiel Fernando Alonso beim GP Australien 2016? Kann der Fahrer dann noch geborgen werden? Und in welchem Maße steigt das Risiko, dass kleinere Objekte von dem Ring nach unten abgefälscht werden und statt an den Helm auf den Körper des Piloten prallen?

Auch die Sichtbeeinträchtigung ist ein Thema. Beim ersten Probelauf bei den Testfahrten in Barcelona äußerten sowohl Kimi Räikkönen als auch Sebastian Vettel noch Bedenken. Das erste Testmodell, das zu Probezwecken an den Ferrari geschraubt wurde, war offenbar noch nicht serienreif.

Der Heiligenschein spaltet auch die Fahrergemeinde. Nico Hülkenberg sprach sich klar dagegen aus. Während zum Beispiel Nico Rosberg ein großer Befürworter ist. Mal sehen, wie sich die Piloten zur Red Bull-Lösung äußern.

In unserer Fotoshow zeigen wir Ihnen die Bilder des Red Bull-Cockpitschutzes.

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