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Alternativen bei Formel 1-Ausstieg

Neue Heimat für Ferrari?

Felipe Massa Foto: Wolfgang Wilhelm 27 Bilder

Ferrari droht weiter mit einem Ausstieg aus der Formel 1. Wo könnte der Traditionsrennstall aus Maranello landen? Wir haben die möglichen Alternativen für die Italiener einmal unter die Lupe genommen.

21.05.2009 Michael Schmidt

Ferrari kämpft unverdrossen gegen ein Budgetlimit in der Formel 1. Sollte die FIA nicht noch einlenken, dann will sich der älteste Formel 1-Rennstall zurückziehen. Und das seien keine leeren Drohungen, teilte ein Sprecher des Hauses mit.

Ende der Formel 1-Tradition

Ferrari braucht den Motorsport. Die Werbung für die Straßenautos wird auf der Rennstrecke gemacht. Autorennen gehören zur Firmenkultur. In der Formel 1 debütierte Ferrari am 21. Mai 1950 beim GP Monaco. Es war der zweite Grand Prix der Geschichte. Seitdem sind die Roten von wenigen Ausnahmen abgesehen dabei. Das soll nun alles zu Ende sein, nur weil man sich daran stößt, dass der Weltverband die Kosten in der Formel 1 mit einer Budgetdeckelung in den Griff bekommen will.

Ferrari lehnt die finanziellen Einschränkungen ab und plädiert dagegen lieber für Restriktionen bei den Entwicklungskapazitäten. Präsident Luca di Montezemolo droht, in andere Serien abzuwandern. Jede Serie, an der Ferrari teilnehme, würde durch die Präsenz der roten Autos aufgewertet. Florierende Serien außer der Formel 1 sind jedoch Mangelware.

Langstreckenserien und Le Mans?

Ferrari könnte in Le Mans antreten. Das Haus hat den Sportwagenklassiker von 1960 bis 1965 sechs Mal in Folge gewonnen. Doch das ist nur ein einziges Rennen im Jahr. Die restlichen Rennen der Serie dümpeln quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit dahin. Audi und Peugeot, die Stars der Szene, nehmen höchstens mal zu Testzwecken an Rennen außerhalb von Le Mans teil.

Dabei gäbe es da Klassiker genug: Die 1.000 Kilometer Rennen vom Nürburgring, von Monza und Spa zum Beispiel. Es gibt sogar Bestrebungen, aus der Serie wieder eine echte Weltmeisterschaft zu machen, und die 12 Stunden von Sebring und 24 Stunden von Daytona zu integrieren. Toyota und Honda haben Interesse bekundet, bis 2012 in die Meisterschaft einzusteigen. In den späten 60er und frühen 70er Jahren war die Marken-Weltmeisterschaft ein ernsthafter Konkurrent für die Formel 1.

Ferrari ohne Diesel im Programm

Das größte Problem für Ferrari wäre bei einem Le Mans-Engagement allerdings der Motor: Das Reglement bevorzugte in den letzten Jahren stets Diesel-Boliden. Auch in diesem Jahr machen die Teams mit Selbstzünder-Triebwerken den Sieg beim Langstreckenklassiker unter sich aus. Da Ferrari in der Serie keine Dieselaggregate anbietet, würde ein Engagement marketingtechnisch nur wenig Sinn ergeben. Die einzige Möglichkeit wäre eine Reglementänderung. Allerdings ist es fast unmöglich, die Chancen der Diesel- und Benzinerfraktion durch das Reglement perfekt auszugleichen.

Ferrari könnte auch an der GT-Weltmeisterschaft teilnehmen. In der GT2-Klasse sind bereits Ferrari F 430 GT unterwegs. Der Serie fehlen jedoch die großen Namen. Ein Großteil der Fahrer sind Privatiers. Highlight ist wie bei den Protoypen das 24 Stunden-Rennen von Le Mans.

IndyCar - Ferrari in den USA?

Bei Ferrari wird auch über einen Wechsel in die amerikanische IndyCar-Serie spekuliert. Die USA sind der wichtigste Markt für die italienische Edelmarke. Ferrari beim 500 Meilen-Rennen von Indianapolis wäre eine Attraktion. Zuletzt war man 1952 mit Alberto Ascari im berühmtesten Nudeltopf der Welt am Start. Die Sache hat nur einen Haken. Die IndyCar-Serie fährt aus Kostengründen mit Einheitschassis von Dallara. Die Motoren werden von Honda gestellt, die bei Ex-Mercedes-Konstrukteur Mario Illien entstehen. Erst 2011 soll das Motorenreglement gelockert werden.

Serienchef Tony George will zum 100-jährigen Jubiläum des Indy 500 auf dem Motorenmarkt wieder Wettbewerb zulassen. Auch Audi hat Interesse angemeldet. Ob man Ferrari zuliebe diese Regel aufgibt, ist fraglich. Damit würde man den Exitus vieler kleiner Teams riskieren. Ferrari könnte also jenseits des großen Teichs die gleiche Situation vorfinden wie in der Formel 1.

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