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Rennanalyse GP Australien 2016

Wer hätte ohne Alonso-Crash gewonnen?

Fernando Alonso - GP Australien - Crash - 2016 Foto: sutton-images.com 63 Bilder

Der Crash von Fernando Alonso hat zusätzliche Würze in den Grand Prix von Australien gebracht. Die Strategen mussten schnelle Entscheidungen treffen. In unserer Analyse erklären wir, wer die Gewinner und wer die Verlierer waren.

20.03.2016 Tobias Grüner

Hätte Rosberg auch ohne den Alonso-Crash gewonnen?

Die Frage, was passiert wäre, wenn es die Unterbrechung nicht gegeben hätte, ist nicht so einfach zu beantworten. Die Mercedes-Strategen hatten für Rosberg eine aggressive Zweistopp-Strategie vorgesehen. Beim ersten Service war der Vizeweltmeister ja bereits an Räikkönen vorbeigegangen. Der zweite Wechsel - wieder auf Soft - sollte erneut nach vorne gezogen werden, um auch Vettel zu kassieren.

Bei Mercedes ist man der Meinung, dass der Plan aufgegangen wäre. Doch vielleicht hätte es am Ende sogar einen ganz anderen Sieger gegeben: Lewis Hamilton lag zum Zeitpunkt der Unterbrechung genau einen Reifenwechsel hinter der Spitze. Der Brite sollte auf den Medium-Gummis ohne weiteren Stopp durchfahren. Die härteste Reifensorte lieferte deutlich bessere Rundenzeiten, als man bei Pirelli erwartet hatte. Es wäre also eng geworden zwischen Hamilton und Rosberg.

Wer profitierte am meisten von der Unterbrechung?

Der größte Profiteur des Alonso-Crashs ist ausgerechnet Romain Grosjean - der Haas-Teamkollege von Unfall-Auslöser Esteban Gutierrez. Der Franzose war von Rang 19 gestartet und hätte ohne die Unterbrechung keine Chance auf Punkte gehabt. Als einziger Pilot im Feld war Grosjean vor dem Unfall noch nicht an die Box gekommen. Die künstliche Pause gab dem US-Team die Möglichkeit, ohne Zeitverlust frische Reifen aufzuziehen.

Nach Auskunft von Teamchef Guenther Steiner stand ursprünglich ein ultralanger erster Stint auf Soft-Reifen bis Runde 27 auf dem Programm. Die Pace des Haas-Renners war nach der Pause gut genug, um starke Kontrahenten wie Nico Hülkenberg und Valtteri Bottas in Schach zu halten. Steiner scherzte nach dem Rennen: "Wir hatten etwas Sorge vor unserem ersten Boxenstopp. Aber heute mussten wir nicht einen einzigen machen. Bis Bahrain haben wir noch etwas Zeit zum Üben."

Warum setzte Ferrari auf die Supersofts?

Sebastian Vettel gab nach dem Rennen zu, dass die Strategie mit den Supersofts nach der Pause wohl ein Fehler war: "Wir wollten etwas riskieren. Das ist leider nicht aufgegangen." Auf den ganz weichen Reifen konnte der Heppenheimer nicht den notwendigen Vorsprung für einen Extrastopp rausfahren. Das Vorhaben schien von Anfang an aussichtslos: "Wir waren etwas überrascht über die Reifenwahl", gab auch Pirelli-Sportchef Paul Hembery zu. Bei Mercedes konnte man das Glück kaum fassen. Ferrari machte es den Silberpfeilen leicht.

Teamchef Maurizio Arrivabene verteidigte die Entscheidung. "Wir haben in den Runden vor der Unterbrechung gesehen, wie Sebastian und Kimi die Lücke mit den Supersofts vergrößern konnten. Wir dachten, es geht so weiter." Gegen die Medium entschieden sich die Strategen angeblich aus Mangel an Daten. Arrivabene wollte die Taktik auch im Nachhinein nicht als Fehler bezeichnen: "Vielleicht wäre es mit einer anderen Strategie genauso ausgegangen. Man weiß nicht, wie gut die Medium-Reifen bei uns funktioniert hätten. Jedes Auto reagiert anders."

Warum geriet der Sieg von Nico Rosberg am Ende noch einmal in Gefahr?

Am Kommandostand der Silberpfeile wurde es in den Schlussrunden noch einmal hektisch. Die Daten vom Rosberg-Auto verhießen nichts Gutes. Die Temperatur im linken Hinterreifen ging mangels Lauffläche dramatisch in den Keller. Die Temperatur der Bremsen an der Vorderachse stieg dagegen in die Höhe. "Er konnte nicht zum Reifenwechsel an die Box, sonst wären die Bremsen endgültig überhitzt", erklärte Teamchef Toto Wolff. "Wir konnten ihm leider nicht helfen. Er hat die heikle Situation sehr gut gemanagt."

Warum fiel Toro Rosso so weit zurück?

Toro Rosso hat sich das Leben in Melbourne selbst schwer gemacht. Nach einem guten Beginn verpatzte das Red Bull-Schwesterteam die Strategie. Sainz und Verstappen wurden beim Restart nach der Pause mit Softs losgeschickt, mit denen die restliche Distanz nicht zu bewältigen war. Im letzten Stint wurde dann noch unverständlicherweise der Medium-Reifen aufgezogen. "Das hätten wir wohl anders machen sollen", gab Verstappen zerknirscht zu.

Die Reifenwahl war aber nicht alleine ausschlaggebend. Verstappen, der im Rennen deutlich besser unterwegs war als Sainz, wurde trotz Klagen über den Reifenverschleiß nicht als erster Pilot zum Boxenstopp gerufen. Als der Holländer mit einer Runde Verspätung endlich bei seinen Mechanikern vorbeikam, waren die Gummis nicht bereit. "Ein Kommunikationsfehler", winkte Verstappen ab.

9 Sekunden Zeitverlust warfen ihn hinter den Teamkollegen. Weil Toro Rosso mit der Stallregie zögerte, verlor Verstappen anschließend noch weiter Boden hinter Sainz und Palmer. Ein Dreher besiegelte schließlich das Schicksal des Youngsters. Am Ende kamen nur die Plätze 9 und 10 heraus. "Eigentlich waren wir vom Speed vergleichbar mit Ricciardo. Und der wurde Vierter", analysierte Verstappen frustriert.

In unserer Galerie zeigen wir Ihnen noch einmal die Highlights des spektakulären Saisonstarts in Melbourne.

FahrerTeamZeit / Rückstand
1. Nico RosbergMercedes1:48.15,565 Std.
2. Lewis HamiltonMercedes+ 0:08.060 Min.
3. Sebastian VettelFerrari+ 0:09.643
4. Daniel RicciardoRed Bull+ 0:24.330
5. Felipe MassaWilliams+ 0:58.979
6. Romain GrosjeanHaas+ 1:12.081
7. Nico HülkenbergForce India+ 1:14.199
8. Valtteri BottasWilliams+ 1:15.153
9. Carlos Sainz Jr.Toro Rosso+ 1:15.680
10. Max VerstappenToro Rosso+ 1:16.833
11. Jolyon PalmerRenault+ 1:23.399
12. Kevin MagnussenRenault+ 1:25.606
13. Sergio PerezForce India+ 1:31.699
14. Jenson ButtonMcLaren+ 1 Runde
15. Felipe NasrSauber+ 1 Runde
16. Pascal WehrleinManor+ 1 Runde
17. Marcus EricssonSauberAusfall
18. Kimi RäikkönenFerrariAusfall
19. Rio HaryantoManorAusfall
20. Esteban GutierrezHaasAusfall
21. Fernando AlonsoMcLarenAusfall
22. Daniil KvyatRed Bullnicht gestartet
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