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Analyse GP China

Kurz vor dem Ziel gestrandet

Foto: dpa 74 Bilder

Es war nur eine Runde, die McLaren zu lange mit dem Reifenwechsel bei Lewis Hamilton gewartet hat. Die Folgen für den jungen Briten waren allerdings gravierend: Ein Ausrutscher ins Kiesbett bedeutete den ersten Ausfall des Jahres und ein spannendes Saisonfinale.

07.10.2007

Wild gestikulierend suchte er verzweifelt nach Hilfe, doch die chinesischen Streckenposten konnten Hamilton nicht helfen. Zu tief hatte sich der britische Rookie mit seinem Silberpfeil in das feuchte Kiesbett am Rande der engen und kurvigen Boxeneinfahrt eingebuddelt. Gestrandet, nur wenige Meter entfernt von seiner mit frischen Gummis wartenden Boxencrew.

Champagner war schon kalt gestellt

Dabei sah zuvor alles schon nach dem sicheren Titelgewinn für den 22-Jährigen aus. Nach seiner Pole Position führte Hamilton das Rennen komfortabel an und hielt sich auch nach dem ersten Boxenstopp zunächst an der Spitze. Doch die Strecke begann immer mehr abzutrocknen und die Intermediates, die McLaren beim ersten Tankstopp nicht wechselte, bauten immer schneller ab.

"Wir müssen zugeben, dass wir da etwas zu langsam reagiert haben", entschuldigte sich Mercedes Sportchef Norbert Haug anschließend bei seinem Schützling. Hamilton habe zwar Vibrationen gespürt, aber auch nicht gewusst, wie schlecht es um seine Reifen bestimmt war. Doch alleine der enorme Zeitverlust hätte die Teamstrategen schon alarmieren müssen, noch bevor die helle Karkasse unter dem schwarzen Gummi zum Vorschein kam.

McLaren zögert

Erst als Räikkönen an Hamilton vorbeifuhr reagierte die Box. "Wir hatten Regenmeldungen und wollten noch ein paar Runden mitnehmen", begründete Haug die Entscheidung. Die schlechten Vorhersagen hatten auch die anderen Teams, doch nachdem Alex Wurz in Runde 23 auf Trockenreifen wechselte und anschließend die Zeiten diktierte, zogen viele Fahrer rasch nach. McLaren schob die Entscheidung bis zur Runde 31 vor sich her – mindestens einen Umlauf zu lange wie sich herausstellen sollte.

Das Problem, mit dem alle Teams kämpfen mussten, war ein kleiner Schauer zwischen den Runden 27 und 28. Einige Piloten, wie z.B. Nick Heidfeld oder Mark Webber ließen sich irritieren und setzten auf feuchte Bedingungen. Andere wie z.B. Sebastian Vettel und Robert Kubica nutzten ihren ersten Stopp direkt zum Wechsel auf Trockenreifen. Vettel stoppte allerdings so knapp vor dem Schauer, dass er auf der feuchten Strecke Schwierigkeiten bekam, seine frischen Gummis auf Temperatur zu bringen.

Vettel mit Aufholljagd

Doch der Heppenheimer fuhr mit einem vollgetankten Toro Rosso sicher und schnell bis zum Rennende durch und konnte dank der perfekten Strategie schließlich von 17 bis auf Rang vier vorfahren. Auch ohne Podiumsplatz wurde Vettel im Ziel von seinem Team mit Champagner erwartet. Robert Kubica hätte sogar noch weiter vorne landen können, doch nach einem plötzlichen Druckverlust im Hydrauliksystem verweigerte sein BMW die Weiterfahrt.

Auch Honda ließ sich von den ständigen Regenmeldungen nicht verunsichern. Als Button in Runde 25 in die Box kam, tankten die Japaner den Boliden allerdings nicht ganz voll. Im Gegensatz zu vielen anderen Piloten musste der Brite deshalb nicht mit Graining kämpfen und fuhr zwischenzeitlich die schnellsten Zeiten im Feld. Als er nach seinem zweiten planmäßigen Stopp in Runde 43 wieder auf die Strecke kam, war er bereits bis auf Rang fünf vorgefahren.

Räikkönen souverän

Nach dem Missgeschick Hamiltons, fuhr Räikkönen an der Spitze das Rennen sicher nach Hause. Der Finne meldete sich mit nur noch sieben Zählern Rückstand zurück im schon verloren geglaubten Titelrennen. Jeder Versuch des zweitplatzierten Fernando Alonso, das Tempo zu erhöhen, wurde direkt vom Ferrari-Piloten gekontert. Teamkollege Felipe Massa, kein Freund von derart widrigen Bedingungen, gab sich derweil mit Rang drei zufrieden und ging kein unnötiges Risiko mehr ein.

So steht den Fans in zwei Wochen in Interlagos das spannendsten Saisonfinale seit 21 Jahren bevor. Vier Punkte trennen die beiden Silberpfeil-Piloten im Meisterschaftskampf noch voneinander. Hamilton muss somit mindestens Zweiter werden, um den Titel zu gewinnen.

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