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André Lotterer vor Debüt

"Das ist keine Spaß-Aktion"

André Lotterer - Caterham - Formel 1 - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 21. August 2014 Foto: xpb 100 Bilder

André Lotterer feiert im Alter von 32 Jahren seine Formel 1-Premiere. Vor dem Debüt in Spa versucht der gebürtige Duisburger die Erwartungen klein zu halten. "Ich muss viel lernen und hoffe auf ein fehlerfreies Wochenende", so die Ziele.

21.08.2014 Tobias Grüner

So viel Medienauflauf hatte das kleine Caterham-Motorhome wohl noch nie gesehen. Viele deutsche Journalisten hatten sich auf den kurzen Weg über die Grenze nach Belgien gemacht, um bei dem Debüt von André Lotterer dabei zu sein. Der letzte deutsche Pilot, der sein F1-Debüt in Spa gefeiert hatte, hieß übrigens Michael Schumacher (1991).

Eine Karriere wie der spätere Rekordchampion wird es bei Lotterer aber nicht geben. "Das ist nur eine einmalige Sache", stellte der Le Mans-Champion klar. Schon in Monza könnte wieder ein anderer Fahrer im Caterham-Cockpit sitzen. Ganz unbekannt ist Lotterer die Formel 1 nicht. Anfang des Jahrtausends war er 2 Jahre als Testfahrer für Jaguar im Einsatz.

Erste Anfrage von Caterham vor 3 Wochen

Lotterer traut sich die Aufgabe aber trotz der langen Pause zu: "Seit der Zeit bei Jaguar bin ich immer regelmäßig in Formel-Autos gefahren. Aktuell bin ich in der Formel Nippon in Japan im Einsatz. Das ist nach der Formel 1 eine der schnellsten Formel-Serien weltweit. Ich bin bereit."

Erst vor 3 Wochen hatten ihn die Caterham-Verantwortlichen um seinen alten Bekannten Colin Kolles erstmals mit der Idee des Belgien-Einsatzes kontaktiert. "Dann gab es jede Menge zu organisieren. Ich wusste, dass ich die Vorraussetzungen für die Super-Lizenz habe, aber das muss ja alles beantragt werden. Da gibt es viele Dinge, die abgeklärt werden müssen."

Seit 10 Tagen wurden die Pläne dann konkreter. "Ich kenne die Formel 1. Da kann immer noch etwas passieren", so Lotterer. Unter anderem musste der Audi-Werksfahrer noch die Freigabe aus Ingolstadt abwarten. "Das ging eigentlich ganz schnell." Audi-Teamchef Wolfgang Ullrich habe ihm nur gesagt: "Komme bitte in einem Stück zurück!"

Lotterer will keine Fehler machen

Dann musste Lotterer auch noch in Japan anrufen. Schwieriger war es bei meinem anderen Arbeitgeber TOMs. Immerhin verpasse ich ein Rennen in Motegi. Die waren natürlich nicht ganz so glücklich." Am Ende hat aber doch alles geklappt. Am Montag saß Lotterer im Caterham-Simulator in Leafield und machte sich mit dem Auto vertraut.

Der Pilot fühlt sich bereit für den ersten Einsatz. "Wie man mit Hybrid-Autos fährt, weiß ich ja von Audi. Dort haben wir allerdings keine Rekuperation durch den Auspuff. Aber ich bin es gewohnt, viele Knöpfe am Lenkrad zu verstellen. Ich muss natürlich viel lernen. Ich hoffe deshalb, dass die Wetterbedingungen am Wochenende konstant sind. Das würde die Sache erleichtern."

Lotterer kennt die Piste von Spa als Langstreckenspezialist sehr gut. Er ist hier in diesem Jahr schon 3 Rennen gefahren, davon eines über 6 Stunden und eines über 24 Stunden. "Das ist aber kein großer Vorteil. Man lernt schneller eine Strecke als ein neues Auto. Und das Niveau in der Formel 1 ist so hoch, dass die anderen Piloten schon nach wenigen Runden die Strecke drauf haben."

Lotterer bittet die Fans darum, nicht zu viel zu erwarten. "Ich kann keine großen Ziele formulieren. Ich will so viel lernen wie möglich und keine Fehler machen. Das ist eine einmalige Sache für mich. Ich habe nichts zu verlieren. Aber eine Spaßaktion ist es auch nicht. Ich gehe das ganze konzentriert an." Beim nächsten Rennen in Monza könnte somit wieder ein anderer Fahrer im Caterham-Cockpit sitzen.

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