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André Lotterer zufrieden mit F1-Debüt

"Das Gegenteil von einem LMP1-Auto"

André Lotterer - Caterham - Formel 1 - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 22. August 2014 Foto: xpb 97 Bilder

André Lotterer hat seine ersten Formel 1-Sessions in Spa erfolgreich hinter sich gebracht. Der Deutsche konnte seine Pace stetig steigern. Ein Unterschied zum erfahreneren Teamkollegen war nicht zu erkennen. "Da ist noch mehr drin", verspricht der Le Mans-Champion.

22.08.2014 Tobias Grüner

André Lotterer ist in der Formel 1 angekommen. Nach dem ersten Trainingstag in Spa wirkte der Caterham-Pilot sichtlich zufrieden. Nur den üblichen Zeitplan der Königsklasse hat der Neuling noch nicht verinnerlicht. Kaum hatte es sich Lotterer im Caterham-Motorhome gemütlich gemacht, um zur internationalen Presse zu sprechen, musste er auch schon wieder weg - Fahrerbriefing. Und vorher noch schnell den Rennoverall loswerden. Das kann schon mal in Stress ausarten.

Ansonsten hatte der 32-jährige F1-Rookie einen reibungslosen Tag hinter sich gebracht. "Alles lief ziemlich rund. Ich habe in kurzer Zeit viel gelernt. Ich habe den zum Auto passenden Fahrstil gefunden und weiß jetzt, wie man die Reifen und die Power nutzen muss. Etwas Nachholbedarf gibt es noch bei den ganzen Funktionen. Ich habe aber heute zum Beispiel schon ein paar Startübungen gemacht. Das wird schon."

Da konnte es Lotterer auch verschmerzen, dass er in der zweiten Sitzung wegen Antriebsproblemen etwas früher aufhören musste als geplant. In der Zeitentabelle lag er nach 24 Testrunden nur eine Hundertstel hinter seinem Teamkollegen. "Es sieht nicht so aus, als wäre ich meilenweit entfernt. Für den ersten Versuch auf den weichen Reifen ist das okay", wertete der Fahrer seine Leistung bescheiden.

Lotterer verspricht Steigerung

Lotterer glaubt, dass er sich bis zum Qualifying noch einmal steigern kann. "Auf den weichen Reifen bin ich rausgefahren und wusste gar nicht genau, was mich in Sachen Grip erwartet. Da ist sicher noch etwas mehr drin - von mir und vom Auto. Insgesamt bin ich zufrieden, wie es gelaufen ist. Ich hoffe, dass es morgen und am Sonntag so weiter geht."

Obwohl auch sein Audi R18 e-tron mit Hybrid-Antrieb ausgerüstet ist, lassen sich die Langstrecken-Prototypen nicht mit Formel 1-Rennern vergleichen. "Die Leistung ist beeindruckend", so Lotterer über die "Königsklasse". "In negativer Weise hat auch der Grip Eindruck hinterlassen. Der ist wirklich sehr gering. Man muss sehr geduldig und zögerlich mit dem Gasfuß sein. In einem LMP1-Auto fühlt man mehr Grip und kann mehr pushen."

Unterschiede waren schnell zu erkennen: "Die beiden Autos sind sehr gegensätzlich: Hier hat man viel Power und wenig Grip. In der WEC haben wir nur etwas über 600 PS, dafür haben wir einen riesigen Diffusor und sehr gute Reifen. In den Kurven kann man mehr pushen, als man eigentlich erwarten würde."

LMP1-Autos komplexer als Formel 1

Damit aber noch nicht genug der Unterschiede: "Die Autos in der WEC sind etwas komplexer. Die Ingenieure können viel mehr Funktionen einprogrammieren, die das Auto dann alleine ausführt. Das Auto weiß zum Beispiel auf einer Runde, wo es sich gerade befindet und ändert dann automatisch Einstellungen. Die Meetings sind länger, aber im Auto selbst gibt es weniger zu tun."

"In der WEC haben wir mehr Arbeit damit, jede Runde das Spritverbrauchsziel zu überwachen. Hier in der Formel 1 ist man mehr mit DRS oder dem Aktivieren verschiedener Setup-Einstellungen beschäftigt. Da muss ich mich dran gewöhnen, damit ich immer weiß, was ich da mache. Ich mache das Schritt für Schritt und versuche mich nicht zu stressen."

Zum ersten Mal nahm Lotterer auch die Eau Rouge mit einem Formel 1-Auto unter die Räder. "Sie ging fast Vollgas. Ich wollte es aber nicht beim ersten Versuch auf den weichen Reifen ausprobieren, ohne genau zu wissen, was passieren wird. Nach einer langsamen Runde ging es dann beim zweiten schnellen Anlauf schon fast ohne Lupfen. Wir werden den Abtrieb noch etwas erhöhen. Ich hoffe, dass es dann morgen Vollgas geht."

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