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Angst vor Renault-Ausstieg

Geht Renault, platzt die Formel 1

Lotus - Formel 1 - GP Mexico - 29. Oktober 2015 Foto: ams 27 Bilder

Lotus wartet auf das grüne Licht von Renault. Davon hängt aber nicht nur die Zukunft des Rennstalls aus Enstone ab. Wenn Renault die Kaufoption nicht wahr nimmt, hat die ganze Formel 1 ein Problem. Dann stehen auch die Red Bull-Teams ohne Motor da.

13.11.2015 Michael Schmidt

Ende September zeichnete Renault die Option, Lotus zu kaufen. Seitdem warten alle auf eine Antwort aus Paris. Je länger das Warten, umso größer die Nervosität. Die Entscheidung liegt in der Hand eines Mannes, der unberechenbar ist. Konzernchef Carlos Ghosn.

Der gebürtige Brasilianer mit libanesischen Wurzeln ist kein Rennsportfan. Er zeichnet die Rückkehr des Werksteams nur ab, wenn das Projekt wirtschaftlich und sportlich für ihn Sinn macht. Für Ghosn steht die Formel 1 auf der Prioritätenliste ganz unten. Er hat im Moment Probleme mit der französischen Regierung, Nissan und den Gewerkschaften am Hals.

Markenbotschafter Alain Prost und Sportchef Cyril Abiteboul versuchen ihren Chef von der Notwendigkeit des Verbleibs in der Formel 1 zu überzeugen. Doch Ghosn hat auch noch andere Berater. Der frühere Renault-Teamchef Flavio Briatore spielt dabei eine undurchsichtige Rolle. Man sagt, er wolle Ghosn den Plan ausreden, Lotus zu kaufen.

Renault-Zahlungen nur Darlehen an Lotus

Obwohl im Moment viele Indizien dafür sprechen, dass Renault noch vor dem Saisonfinale in Abu Dhabi die Kaufoption einlöst, würde Bernie Ecclestone im Moment keine Wette auf eine positive Nachricht von Renault abschließen. Täglich gibt es neue Wasserstandsmeldungen. Mal bleibt Renault dabei, dann steigen sie wieder aus. "Es könnte Dezember werden, bis die Entscheidung fällt", sagt der Formel 1-Chef.

Der 8. Dezember ist die letzte Frist. Bis dahin sind alle Gläubiger ruhiggestellt. Werden dann die offenstehenden Rechnungen von Lotus nicht bezahlt, tritt der Insolvenzverwalter auf den Plan. Im Moment stopft Renault die nötigsten Löcher. Das ist aber nur ein Darlehen an Lotus. Löst Renault die Option nicht ein, muss Lotus das vorgestreckte Geld zurückzahlen.

Im Fahrerlager wird angezweifelt, ob der Rennstall aus Enstone dann in der Lage sein wird, ohne fremde Hilfe weiterzuleben. Die Pläne für einen Lotus-Mercedes liegen zwar noch in der Schublade, doch wenn Lotus zu Mercedes zurückkehrt, steht sofort die erste Ratenzahlung an. "Das wäre das Ende des Teams", wird im Fahrerlager getuschelt.

Renault-Ausstieg auch für Red Bull ein Problem

Renault könnte mit einem Nein auch noch Red Bull und Toro Rosso mit ins Verderben reißen. Dann hätte die ganze Formel 1 ein massives Problem. Wenn Red Bull keinen Renault-Motor bekommt, darf auch Toro Rosso bei Ferrari nicht shoppen gehen.

"Es gibt nur eine Gesamtlösung, keine Alleingänge", erklärt Red Bull-Berater Helmut Marko. Ob Carlos Ghosn bereit ist, die Motoren noch ein Jahr lang für Red Bull zur Verfügung zu stellen, damit das Team überleben kann, ist fraglich. Dazu müsste die Motorenproduktion aufrechterhalten werden.

Der Rennstall, der von 2010 bis 2013 mit Sebastian Vettel alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gab, hat kaum noch Optionen. Ferrari kann nicht beide Red Bull-Teams beliefern, und bei Honda stellt sich McLaren-Chef Ron Dennis mit seinem Veto gegen eine Hilfe für Red Bull.

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