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Angst vor Studenten-Protesten

Montreal sagt Pitwalk ab

Lotus-Mechaniker GP Kanada 2011 Foto: xpb 51 Bilder

Die angekündigten Studenten-Proteste haben in Montréal für die erste Absage im Rahmenprogramm des Formel-1-Rennens gesorgt. Den Demonstranten geht es um die Erhöhung der Uni-Gebühren. Den Veranstaltern um die Sicherheit.

04.06.2012 dpa

Aus Angst vor den seit Monaten aufgebrachten Studenten haben die Veranstalter den Tag der Offenen Tür vor dem Formel-1-Rennen in Kanada schweren Herzens gestrichen. Wo sich sonst die PS-Fans vor den Boxen am Donnerstag vor dem Grand-Prix-Wochenende tummeln, wird es diesmal beschaulicher zugehen.

Aus Sicht der Veranstalter würde der freie Zugang für "einige Risiken" sorgen."Unter diesen Umständen war die Absage des Tags der Offenen Tür die einzige Maßnahme, die wir ergreifen konnten", betonte Präsident François Dumontier.

Es sei die erste Verpflichtung für die Sicherheit der Teilnehmer und Zuschauer zu sorgen, erklärte er weiter und bekräftigte, dass man genau das auch am Wochenende entsprechend tun werde. Das Rennen auf der Île Nôtre-Dame zieht immer Zehntausende Fans an.

Studenten protestieren gegen hohe Studiengebühren

Die Studenten haben andere Sorgen. Seit Monaten protestieren sie gegen einen Anstieg der Uni-Gebühren von diesem Herbst an. Selbst nach einer Erhöhung um 245 kanadische Dollar (190 Euro) wäre das Studium in Montréal, Québec City und in anderen Städten der Provinz allerdings immer noch deutlich preiswerter als im restlichen Kanada.

Nachdem dann aber auch noch das Gesetz "Bill 78" Mitte Mai in Kraft getreten war, wonach Protestmärsche in der französischsprachigen Provinz Québec wenigstens acht Stunden vorher mit genauen Angaben zur Maschroute angemeldet werden müssen, waren die Krawalle eskaliert. Medienberichten zufolge waren gegen Ende Mai allein in einer Nacht rund 400 Demonstranten festgenommen worden.

Hacker-Gruppe "Anonymus" plant Aktion

Da kommt die weltweite Präsenz der Formel 1 den Protestlern gerade recht. Entsprechend hatten sie bereits angekündigt, auch die PS-Bühne auch für ihre Belange nutzen zu wollen. Der Gründer und Präsident eines berühmten Comedy-Festivals in Montréal wollte sich laut einem Bericht der Zeitung "La Presse Canadienne" zu Wochenbeginn mit Studenten treffen. "Ich möchte nur an ihre Vernunft appellieren", sagte Gilbert Rozon, durch dessen Event die Studenten sich ebenso wie von der Formel 1 eine größere Aufmerksamkeit erhoffen dürften.

Hinzu kommt in Montréal, dass die Hacker-Gruppe Anonymous auch schon angekündigt hatte, Bernie Ecclestone's "kleine Party" stören zu wollen. Schon in Bahrain, dem wegen der politischen Proteste höchst umstrittenen Rennen, hatten die Hacker die Formel-1-Homepage und die Internet-Seite des Internationalen Automobilverbandes für kurze Zeit lahmgelegt.

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