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Neuer Asphalt senkt Rundenzeit

Mehr Grip, weniger Verschleiß

Sebastian Vettel - GP Malaysia 2016 Foto: xpb 106 Bilder

Die 11 Teams haben am Freitag zusammen mehr als 6.000 Kilometer in Malaysia abgespult. Der neue Asphalt macht die Strecke schneller. Und hilft dem Reifenabbau. Trotzdem erwartet Pirelli keinen neuen Rundenrekord. Der soll erst 2017 fallen.

30.09.2016 Andreas Haupt

Fahrer und Teams hatten es vorhergesagt. Das neue Asphaltband, das sich über die 5,543 Kilometer des Sepang International Circuit zieht, wird sich noch stärker aufheizen als das alte. Weil der Untergrund dunkler geworden ist und somit noch mehr Hitze speichert. Im zweiten Freien Training maßen die Techniker von Pirelli 61 Grad Asphalttemperatur. Im Vorjahr waren es in Sepang 57. „In Brasilien hatten wir früher einmal 59“, erzählte Renndirektor Mario Isola.

Malaysia-Rundenzeit 4 Sekunden schneller

Der neue Asphalt heizt sich nicht nur mehr auf. Er lässt die Reifen auch besser haften. „Der Griplevel ist gut“, sagt Isola. Dadurch fallen die Rundenzeiten dramatisch. Die schnellste Rundenzeit 2015 lag bei 1:39.269 Minuten. Gefahren im ersten Qualifikationsabschnitt von Nico Rosberg.

Eineinhalb Jahre später brannte Lewis Hamilton im zweiten Training eine Zeit von 1:34.944 Minuten in den Asphalt. Das sind über 4 Sekunden Differenz. Einschränkung: Zum ersten Mal lieferte Pirelli die Softgummis nach Malaysia. „Sie machen dieses Jahr rund 1,3 Sekunden Unterschied zum Medium“, so die Pirelli-Analyse.

Die Mercedes-Ingenieure sprechen von 0,8 Sekunden zugunsten der weicheren Mischung auf eine schnelle Runde. „Natürlich sind auch die Autos noch schneller geworden im Vergleich zu 2015. Aber 3 bis 4 Sekunden hat der neue Asphalt schon gebracht“, meint Isola.

Trotzdem erwartet Pirelli keinen neuen Rundenrekord, obwohl die Temperaturen in der Quali durch die spätere Startzeit (17 Uhr Ortszeit) etwas sinken dürfen. Der Rekord steht bei 1:32.582 Minuten von Fernando Alonso 2005. „Nächstes Jahr knacken wir ihn“, blickt der Pirelli-Renndirektor mit einem Lächeln auf die kommende Saison mit breiteren Reifen und breiteren Autos voraus.

Fällt der Reifendruck noch?

Nicht nur die Rundenzeiten werden durch den frischen Asphalt schneller. Auch der Reifenabrieb verringert sich. „Die Makro-Rauheit hat deutlich abgenommen. Der Asphalt ist deutlich weniger aggressiv.“ Es dürfte auf ein Zweistopp-Rennen hinauslaufen. Zumal Pirelli den Einsatz des sehr resistenten harten Reifens vorgeschrieben hat.

„Der Abbau beim Softreifen ist nicht so hoch. Er verliert etwa ein Zehntel pro Runde. Auch die beiden härteren Mischungen sind ziemlich konstant. Der harte sieht nach einem guten Rennreifen aus.“ Das sieht auch Mercedes so. Red Bull könnte nach den Longruns (-> Analyse) am Freitag aber auf einen Stint mit den Mediums setzen. Max Verstappen war damit konstant schnell.

Auf die neuen Gegebenheiten in Sepang hat sich Pirelli schon vor Monaten vorbereitet. „Unsere Kollegen haben uns Daten während des Laufs der Superbike-WM gesendet.“ Das war im Mai. Am Freitag spulten die 22 Piloten zusammen 6.350 Kilometer ab. 1.257 auf den harten, 2.233 auf den weichen Reifen und 2.860 Kilometer auf den Mediums.

Die Reifendrücke hat Pirelli an der Vorderachse mit 20,5 PSI und hinten mit 18,5 PSI festgeschrieben. Daran könnte sich aber noch etwas ändern. „Nach unserer Datenanalyse werden wir uns festlegen“, sagt Isola.

Vor allem an der Hinterachse könnte der Druck noch etwas abgesenkt werden. Im Vorjahr lag er bei 17,0 PSI. Pirelli fährt hier seit ein paar Rennen eine moderatere Politik. Vorn dürfte Pirelli hart bleiben. Weil dort der Radsturz größer ist. Vorn beträgt er in Malaysia maximal Minus 3,5 Grad, hinten maximal Minus 2 Grad.

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