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Aufwärtstrend bei Red Bull

Top-Speed statt Abtrieb

Daniel Ricciardo - Red Bull - GP Deutschland 2014 Foto: Red Bull 21 Bilder

Der Abwärtstrend von Red Bull ist gestoppt. Mit dem Sieg von Daniel Ricciardo gab der Titelverteidiger ein neues Lebenszeichen ab. Schon im Training zeigten die Red Bull, dass es wieder aufwärts geht. Das Geheimnis liegt in einer neuen Abstimmungs-Philosophie: Top-Speed statt Abtrieb.

03.08.2014 Michael Schmidt

Das Problem begann beim Heimspiel in Österreich. Plötzlich war Red Bull nirgendwo. Am Red Bull-Ring redete man sich noch auf die ungünstige Streckencharakteristik und den schwachen Renault-Motor heraus. Doch auch auf der vermeintlichen Red Bull-Strecke Silverstone waren Sebastian Vettel und Daniel Ricciardo nicht so schnell wie sie sollten. Ricciardo gab zu: "Wir haben uns mehr erhofft. Es gibt da ein paar Gründe, die wir gerade untersuchen."

In Hockenheim setzte sich der Abwärtstrend fort. Ferrari fuhr auf Augenhöhe. Williams war unerreichbar. Mercedes sowieso. Wieder musste das ungünstige Streckenlayout herhalten. Der Hungaroring dagegen ist für das Auto mit dem meisten Anpressdruck wie maßgeschneidert. Kaum Geraden, 14 Kurven auf engstem Raum, eine flüssige Linienführung.

Red Bull meldete sich mit den Startplätzen 2 und 4 zurück. Ricciardos Sieg war sicher auch ein Produkt des ersten Safety-Cars, das den Australier an die Spitze spülte und der dafür perfekten Taktik, doch man konnte zum Schluss im direkten Vergleich sehen, dass Red Bull die Kurve gekriegt hat.

Newey stellt Setup-Philosophie auf den Kopf

Die gestoppte Abwärts-Spirale lag nicht nur an der Strecke. Technikchef Adrian Newey verriet das Geheimnis. Er lässt seit vier Rennen dem Top-Speed zuliebe mit weniger Abtrieb fahren. "Das kostet uns Rundenzeit, aber wir sind auf der Geraden nicht mehr ganz so verwundbar. Mir bleibt mit unserem Motor nicht anderes übrig." Da das eine totale Abkehr zu seiner langjährigen Philosophie bedeutet, stand man zunächst mit dem Setup des Autos im Wald.

Seit dem Heimspiel in Österreich beschwerten sich die Fahrer, dass ihr Auto zu viel rutscht. Im Training wollten die Reifen nicht rechtzeitig auf Temperatur kommen, im Rennen war der Verschleiß und die Abnutzung für Red Bull-Verhältnisse viel zu hoch. Es dauerte vier Rennen, bis die Ingenieure im Rahmen der neuen Setup-Vorgaben den magischen Trick ausgetüftelt hatten, bei der die Reifen schnell in ihr Fenster kommen und auf die Distanz möglichst wenig leiden.

Auf den Geraden näher an Williams dran

Budapest hat gezeigt, dass die Weltmeister-Truppe auf einem guten Weg ist. Im Top-Speed fehlten Red Bull im Training auf den Klassenbesten Williams nur 9,5 km/h. In seiner Paradedisziplin, den Kurven, ist der RB10 trotz weniger Anpressdruck weiterhin konkurrenzfähig.

Im zweiten Sektor mit acht aufeinanderfolgenden Kurven ohne längere Geraden dazwischen war Nico Rosberg im Mercedes nur 0,075 Sekunden schneller als Sebastian Vettel. Der Weltmeister applaudierte: "Die haben schon ein verdammt gutes Auto. Das ist nicht nur der Motor."

Mit Neweys neuer Philosophie gesteht sich Red Bull zum ersten Mal stillschweigend ein, dass die schlechten Top-Speeds nicht nur etwas mit dem Power-Defizit des Renault-Motors zu tun haben. Toro Rosso hatte mit dem gleichen Motor vorher deutlich bessere Top-Speeds erzielt.

Toro Rosso-Technikchef James Key hatte von Beginn an eine konträre Taktik verfolgt. "Wir haben auf die Motorprobleme reagiert. Wenn die Power fehlt, musst du das Auto effizienter machen." Hat sich da Red Bull mal was vom kleinen Bruder abgeschaut? Newey antwortet auf die Frage, ob er auch noch den starken Anstellwinkel seines Autos opfert: "Nein, das war nicht nötig."

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