Nächstes Rennen: 10. Juni 2012
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Auspuff-Krieg geht weiter: McLaren und Red Bull stellen sich quer

Renault Auspuff Nürburgring 2011

Red Bull und McLaren wollen sich nun doch nicht damit abfinden, dass die FIA alle Schlupflöcher in puncto Auspuff schließt. Jetzt sagen ihnen Ferrari, Sauber und Hispania den Kampf an. Die Technikchefs der Teams wollen das Problem bei einem außerordentlichen Treffen in Abu Dhabi lösen.

Erinnern Sie sich an den GP England? Da setzte die FIA das Verbot des angeblasenen Diffusors durch. Der Weltverband verbot extreme Motoreinstellungen, die es bewerkstelligten, dass trotz geschlossener Drosselklappen oder Walzenschieber Auspuffgase produziert wurden. Argument: Der Auspuff darf kein Teil der Aerodynamik sein.

Das Verbot galt aber nur ein Rennen lang. Auf Druck der Mercedes- und Renault-Teams gaben alle anderen klein bei. Auch die Neinsager Ferrari und Sauber fielen um, obwohl ihnen klar sein musste, dass sie von einem Verbot profitieren würden. Der Deal besagte, dass die FIA kein Team mit dem Argument disqualifizieren darf, der Auspuff beeinflusse die Aerodynamik. Als Gegenleistung für das Einverständnis rangen Ferrari und Sauber den anderen Teams jedoch ein Versprechen ab: 2012 wird der Spuk verboten. Das zeichneten alle Teams ab.

Neue Auspuffregeln mit Schlupflöchern

Der Weltverband bereitete daraufhin eine Regeländerung vor. Aus einem Paragrafen für den Auspuff wurde eine ganze Seite. In einem ersten Schritt legten die FIA Experten Geometrie der Endrohre fest: Zwischen 25 und 60 Zentimeter über der Referenzebene, zwischen 20 und 50 Zentimeter neben der Mittelachse des Autos, zwischen 50 und 120 Zentimeter vor der Hinterradaufhängung, in einem Winkel zwischen zehn und 30 Grad zur Vertikalen und maximal zehn Grad zur Längsachse. Das soll verhindern, dass der Diffusor angeblasen wird. Die Teams stimmten zu.

Es gibt keine Regel, die kein Schlupfloch zulässt. Red Bull und McLaren hatten offenbar auch mit der Einschränkung der Endrohre Lösungen gefunden, wie man die Auspuffgase oben auffängt und nach unten in den Diffusor umleitet. Daraufhin drängten Ferrari und Mercedes die Regelhüter, den Regelentwurf zu verschärfen.

McLaren und Red Bull lehnen Nachbesserungen ab

Vor dem GP Indien wurden den Technikdirektoren neue Paragrafen präsentiert, die es verbieten, die Auspuffendrohre mit Karosserieteilen zu bedecken. Außerdem zog die FIA die Motorrestriktionen von Silverstone wieder aus dem Hut, die 2012 gelten sollen. Selbst Red Bull-Chefkonstrukteur Adrian Newey und McLaren-Chef Martin Whitmarsh mussten zugeben: "So ist absolut ausgeschlossen, dass der Diffusor angeblasen wird."

Red Bull und McLaren wollten sich damit aber nicht abfinden. Zu weit ist die Entwicklung der 2012er Autos bereits fortgeschritten. Also verweigerten sie bei der letzten Sitzung der Formel 1-Kommission ihre Stimme für die neuen Auspuffregeln der FIA. Die müssen aber spätestens im Dezember den FIA-Weltrat passieren, um Gesetz zu werden.

Daraufhin zogen Ferrari, Sauber und Hispania ihre in Silverstone gemachte Zusage zurück, dass der Auspuff nicht in Verbindung mit der Aerodynamik gebracht werden dürfe. Somit hätte die FIA die Möglichkeit, jedes der aktuellen Autos in Frage zu stellen. Und die Verweigerer könnten bei einem der verbleibenden Rennen gegen Autos zu protestieren, bei denen der Diffusor im Schleppbetrieb des Motors angeblasen wird.

Technik-Sitzung am Donnerstag in Abu Dhabi

Die drei Teams begründen ihren Umkehrschluss damit, dass die anderen ihnen versprochen hätten, einem Verbot des angeblasenen Diffusors für 2012 zuzustimmen. Das ist nach Erkenntnissen des letzten Treffens der Teamchefs offensichtlich nicht der Fall. Jetzt soll ein Treffen der Technikdirektoren am Donnerstag (10.11.) um 17:00 Uhr Ordnung in das Chaos bringen.

Wenn sich die zwölf Technikchefs auf einen Regelentwurf einigen können, müssten die Teamchefs per Fax-Votum zustimmen. Dann kann der FIA-Weltrat im Dezember den Entwurf in das technische Reglement aufnehmen. Die Ingenieure stellen sich auf einen langen Abend ein. "Das wird eine schwierige Geburt", fürchtet einer der Teilnehmer.

In unserer großen Auspuff-Galerie zeigen wir Ihnen die verschiedenen Endrohr-Varianten der Teams (Stand GP England).

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Michael Schmidt

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