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Auspuffregel für 2014 präzisiert

Schluss mit Aerodynamikhilfe

Renault V6-Turbomotor, Formel 1, 06/2013 Foto: Renault 18 Bilder

Die FIA hat die Auspuffregeln für 2014 präzisiert. Nur ein Endrohr ist erlaubt. Und das muss weit hinter der Hinterachse im Zentrum des Autos münden. Damit verliert der Auspuff im nächsten Jahr seine Zweitfunktion. Die Auspuffgase können praktisch nicht mehr für die Aerodynamik zweckentfremdet werden.

28.06.2013 Michael Schmidt

Um den Auspuff der neuen Turbo-Ära wurde lange und heftig gestritten. Die Technikchefs wollten wenigstens noch ein bisschen Nutzen für die Aerodynamik retten. Doch die FIA ließ sich diesmal auf keine Diskussionen ein. Sie will ab 2014 den Auspuffkrieg beenden, der die Teams derzeit Millionen Entwicklungsgelder kostet.

Auspufflösungen kosten Vermögen

Die großen Teams erscheinen zu jedem Rennen mit einer neuen Coanda-Lösung. Red Bull und Ferrari hatten in Silverstone zwei, Lotus sogar drei Varianten dabei. Es geht zwar meistens nur um ein paar Millimeter, die der Auspuffstrahl rauf oder runter, nach rechts oder links neu ausgerichtet wird, aber jede noch so kleine Änderung zieht einen Rattenschwanz an Windkanaltests nach sich. Die Teams mussten wegen der Bedeutung des Auspuffs für die Aerodynamik erst einmal ihre Windkanäle umbauen. Der Auspuffstrahl wird dort künstlich über Turbinen erzeugt, und er muss so erwärmt werden, dass es den realen Bedingungen entspricht. Allein das hat ein Vermögen gekostet.

Kleines Fenster für die Auspuffmündung

Im nächsten Jahr wird das Wettrüsten an der Auspuff-Front einschlafen. Erstens: Es gibt nur ein Endrohr und nicht zwei. Zweitens: Die FIA hat jetzt das Fenster festgelegt, in der das Endrohr münden muss. Es ist extrem klein und liegt zwischen 170 und 180 Millimeter hinter der Mittellinie der Hinterachse, maximal 10 Millimeter von der Fahrzeugmitte in Längsrichtung entfernt und darf höchstens fünf Grad nach oben angewinkelt sein. Der Bereich hinter dem Endrohr ist verbotene Zone, damit keiner auf den Gedanken kommt, die Auspuffgase mit einem Trichter einzufangen und dann an die kritischen Stellen umzuleiten. Man schätzt, dass eine schlaue Coanda-Lösung derzeit rund eine Sekunde Rundenzeit bringen kann.

Damit kann der Auspuffstrahl nicht mehr zum seitlichen Abdichten des Diffusors verwendet werden. Bei den aktuellen Autos ist er das beste Hilfsmittel, um den Diffusor gegen Einströmen der Luft zu schützen, die von den Hinterreifen aufgewirbelt wird. Das ist besonders für die Fahrzeugkonzepte wichtig, die mit einem großen Anstellwinkel arbeiten und deshalb an der Hinterachse viel Bodenfreiheit haben. Also Red Bull, Mercedes und Lotus.

Mercedes bleibt Konzept treu

Mercedes-Teamchef Ross Brawn glaubt trotzdem nicht, dass damit das Prinzip der Anstellung gestorben ist, es wird vielleicht nur weniger extrem eingesetzt: "Das haben wir schon zu einer Zeit praktiziert, in der die Auspuffgase noch nicht zum Abdichten des Diffusors verwendet wurden. Adrian Newey baut seine Autos immer so, und er ist auch in der Zeit vor dem Auspuff-Anblasen gut damit gefahren. Wir werden jedenfalls auch nächstes Jahr diesem Konzept treu bleiben."

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