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Bahar will Berufung

Lotus oder Renault: Wer heißt wie?

GP Monaco 2011 Foto: Grüner 61 Bilder

Team Lotus hat den Rechtsstreit vor dem Zivilgericht gegen Group Lotus gewonnen. Doch so einfach ist das in der Welt der Formel 1 nicht. Tony Fernandes darf sein Team Lotus nennen, nicht aber sein Auto.

27.05.2011 Michael Schmidt

Bernie Ecclestone kniff seine Augen zu kleinen Schlitzen zusammen. Das macht er immer, wenn er etwas im Schilde führt. Das Urteil des Londoner Highcourts im Fall Lotus gegen Lotus ist nicht so einfach, wie es aussieht. In der Welt der Formel 1 ticken die Uhren anders. "Das Gericht hat entschieden, dass Tony Fernandes sein Team Lotus nennen darf. Seine Autos dürfen aber nicht Lotus heißen. Dieses Recht steht nur Group Lotus zu", erklärt der Formel 1-Chef. Group Lotus ist die Straßenautosparte.

Zwei Mal Lotus Renault?

Was heißt das für die Zukunft? Bernie Ecclestone legt seinen Kopf leicht zur Seite, bevor er antwortet: "Fernandes kann den Namen ‚Team Lotus‘ behalten. Sein Auto darf aber nicht Lotus heißen. Bei der Einschreibung für die WM wird zuerst das Team, dann das Auto genannt. Streng genommen müsste er sich jetzt als ‚Team Lotus und irgendetwas‘ einschreiben."

Und was bedeutet das für Group Lotus, die bei Renault Teilhaber und Sponsor sind? "Die dürften ihre Autos jetzt Lotus nennen, aber nicht den Namen ‚Team Lotus‘ verwenden. Sie könnten also ganz einfach als Lotus-Renault antreten." Dazu müsste Group Lotus-Chef Dany Bahar einen offiziellen Antrag auf Namensänderung stellen.

Gibt Bahar die Renault-Prämien auf?

Doch selbst wenn alle anderen Teams zustimmen, gäbe es ein Problem für Bahar. Er würde umgehend den historischen Bonus von Renault verlieren. Ein Teil der Auszahlung aus dem Topf der TV-Einnahmen, Startgelder und Bandenwerbung bemisst sich an der Zugehörigkeit des Teams in der Formel 1.

Renault ist mit kurzen Unterbrechungen seit 1977 dabei. Nur Ferrari, McLaren und Williams bekommen wegen ihrer Formel 1-Historie einen größeren Anteil. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Renault auf dieses Geld verzichten will", glaubt Ecclestone. Zumal vor dem Hintergrund, dass der Rennstall in finanziellen Problemen stecken soll.

Bahar will in Berufung gehen

Ecclestone sieht deshalb nur ein Szenario: "Renault kann Team Lotus die Namensrechte für das Auto verkaufen. Dann könnte Fernandes Team und Auto Lotus nennen. Und Lotus bliebe Sponsor von Renault. Damit wäre allen Beteiligten geholfen." Dany Bahar hat offenbar andere Pläne. Er kündigte eine Berufung gegen das Urteil an. Seltsam, denn Group Lotus feierte den Richterspruch in einer Pressemitteilung als Teilsieg.

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