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GP Bahrain

Bahrain verzichtet auf Grand Prix

GP Bahrain Foto: dpa 41 Bilder

Update ++ Im Interesse des Sports will Bahrain freiwillig auf die Ausrichtung des Grand Prix in diesem Jahr verzichten. Als Grund für die Entscheidung nannten die Organisatoren die terminlichen Probleme.

09.06.2011 Michael Schmidt

Damit hätten wohl nur die wenigsten Experten gerechnet. Nach dem Hickhack zwischen Bernie Ecclestone, der FIA und den Formel 1-Teams haben die Organisatoren den Streitigkeiten nun ein Ende gesetzt. In einem Statement erklärte Streckenchef Zayed R Alzayani am Donnerstag (9.6.), dass man sich nicht mehr um eine Ausrichtung in diesem Jahr bemüht.

Der plötzliche freiwillige Verzicht kommt allerdings etwas überraschend. Bahrain hatte sich trotz der Unruhen im Land lange an das Rennen geklammert. Nun will man die Bemühungen im Interesse des Sports einstellen. "Bahrain wäre sehr erfreut gewesen, den Grand Prix am 30. Oktober auszurichten, wie es der FIA-Weltrat entschieden hat. Doch wie uns klar gemacht wurde, kann dieser Termin aber nicht weiter bestehen. Wir respektieren diese Entscheidung."

Wer diesen Sinneswandel verursacht hat, lässt Alzayani allerdings offen. Zuletzt hatten allerdings die Teams besonders darauf gedrängt, den alten Kalender wieder einzuführen. "Bahrain hat nicht den Wunsch, die Saison zu verlängern und damit den Spaß der Fahrer, Teams oder Fans zu mindern. Wir wollen eine positive und konstruktive Rolle in der Formel 1 spielen. Deshalb haben wir im Interesse des Sports entschieden, uns nicht weiter um einen neuen Termin in dieser Saison zu bemühen."

FOTA: "Untragbare Mehrbelastung und inakzeptable Kosten"

Der Entscheidung der Bahrainis war ein intensiver Briefwechsel vorausgegangen. Die Teamvereinigung FOTA schickte am 7. Juni ein Schreiben an Jean Todt, Bernie Ecclestone und Alzayani. Darin hieß es: "Bahrain war immer ein guter Gastgeber. Deshalb unterstützen wir grundsätzlich ein Rennen dort, vorausgesetzt die Sicherheit kann gewährleistet werden. Es gibt jedoch in diesem speziellen Fall schwerwiegende Bedenken von Seiten der Teams. Eine Verschiebung des GP Indien in den Dezember, um Platz für Bahrain zu schaffen, bürdet allen Beteiligten inakzeptable Kosten auf. Bis jetzt kann uns keine ausreichende Deckung durch eine Versicherung garantiert werden."

"Ein Rennen Mitte Dezember bedeutet für unsere Angestellten eine untragbare Mehrbelastung. Außerdem steht es im Konflikt mit anderen Aktivitäten, die von uns für diesen Termin verplant worden sind. Wir möchten ebenfalls daran erinnern, dass Artikel 65, 66 und 198 des Sportgesetzes bestimmte Fristen für die Änderung des Kalenders vorschreiben und dass es dazu die Zustimmung aller Teilnehmer braucht."

Die Antwort von Jean Todt ließ nicht lange auf sich warten. Der FIA-Präsident erinnerte die Teams daran, dass das Concorde Abkommen über dem Sportgesetz steht. Das alleinige Recht der FIA einen Kalender vorzuschlagen, obliege demnach den Inhabern der kommerziellen Rechte. Damit ist Bernie Ecclestone gemeint.

Todt sieht die Verantwortung beim Rechteinhaber

Todt ließ die FOTA wissen, dass es eben jener Vertreter des Rechteinhaber gewesen sei, der die Terimnänderungen zugunsten von Bahrain vorgeschlagen habe und dass es ein Delegierter der Formel 1-Kommission gewesen sei, diesen Vorschlag zu unterstützen, gegen den die Teams jetzt Sturm laufen.

Todt schloss seinen Brief mit den Worten: "Wie Sie wissen, hat die FIA immer ein Herz für die Teams gehabt. Es war immer unser Bestreben, die WM so harmonisch wie möglich ablaufen zu lassen. Ich habe ihre Bedenken gelesen und habe deshalb die Rechteinhaber gebeten, ihren Vorschlag mit der Terminänderung noch einmal zu überdenken."

Todt auf Konfrontation mit Ecclestone

Todts Antwort an die Teams richtete sich klar gegen Bernie Ecclestone. Die beiden mächtigsten Männer der Formel 1 liefern sich seit geraumer Zeit einen Krieg an allen Fronten. Es geht um Reifen, Motoren und jetzt eben um Bahrain. Todt versuchte nun Ecclestone den schwarzen Peter für die Kritik in der Öffentlichkeit zuzuspielen. Und er sendete das Signal nach Bahrain, dass die Entscheidung über eine endgültige Absage des Rennens in den Händen der Rechteinhaber liegt.

Ecclestone wollte gerne die Teams dafür verantwortlich machen. Sollten die doch eine Neuansetzung des Grand Prix aus logistischen Gründen ablehnen. Die Teams wiederum hatten  Angst, dass die Bahrainis ihnen am Ende die Schuld für ein Scheitern geben könnten. So schob einer die Verantwortung auf den anderen.

Keiner hatte den Mumm in den Knochen, den Bahrainis reinen Wein einzuschenken? Nun scheinen die Scheichs selbst zur Vernunft gekommen zu sein. Sie haben wohl gemerkt, dass in diesem Jahr niemand mehr nach Bahrain fahren will.

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