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Neuer Vorschlag im Quali-Streit

Zwei schnellste Runden sollen zählen

Sebastian Vettel - Ferrari - Formel 1 - GP Bahrain - 1. April 2016 Foto: sutton-images.com

Die Teamchefs haben in Bahrain 100 Minuten mit Bernie Ecclestone und Jean Todt über das Qualifying-Format diskutiert. Auf eine Abschaffung des K.O.-Modus konnte sich die Gruppe aber nicht einigen. Immerhin liegt ein Vorschlag auf dem Tisch, über den am kommenden Donnerstag abgestimmt werden soll.

03.04.2016 Tobias Grüner

Die Formel 1 hat am Sonntag (3.4.2016) wieder einmal einen eindrucksvollen Beweis ihrer eigenen Handlungsunfähigkeit abgeliefert. Mit großen Erwartungen waren die 11 Teamchefs um 12 Uhr im Fahrerlager mit FIA-Präsident Jean Todt und F1-Boss Bernie Ecclestone zusammengekommen um endlich das bei den Fans so ungeliebte K.O.-Qualifying zu beerdigen.

Neues Quali-System in der Diskussion

Doch am Ende war das einzige, worauf sich die Formel 1-Verantwortlichen einigen konnten, der Termin für die Entscheidung. Am Donnerstag soll die Lösung präsentiert werden. Ein Meeting, wie zunächst berichtet, soll es nicht geben. Es wird einfach nur abgestimmt.

Die Teams werden in einem sogenannten E-Voting nur die Möglichkeit bekommen, zwischen zwei Optionen auszuwählen. Entweder das K.O.-Qualifying behalten oder eine neue Lösung. Die Rückkehr zum 2015er System ist keine Option mehr. Ecclestone hat die einfachste aller Varianten abgelehnt. Er hat offenbar Angst, sein Gesicht zu verlieren und den Fehler mit dem K.O-Modus einzugestehen.

Stattdessen haben die F1-Bosse mit den Teamchefs in Bahrain 100 Minuten darüber diskutiert, wie ein neuer Modus aussehen könnte. Das neue System sollte an das alte Format angelehnt sein. Das heißt: Es bleibt bei 3 Abschnitten. Die langsamsten fliegen am Ende jedes Segments raus.

Neuer Modus mit addierten Zeiten?

Neu ist, dass in jedem Quali-Abschnitts die beiden schnellsten Zeiten addiert werden sollen. Es zählt nicht mehr die schnellste Einzelrunde sondern die schnellste Kombination aus 2 Runden. Das soll dafür sorgen, dass die Autos in den einzelnen Segmenten häufiger auf die Strecke gezwungen werden. Außerdem können sich die Fahrer künftig keinen Fehler mehr leisten. Mit einer zweiten schnellen Runde lässt sich nichts mehr ausbügeln. Das soll für mehr Abwechslung in der Startaufstellung sorgen.

Pirelli hat offenbar zugesichert, dass man den zusätzlichen siebten Reifensatz, den die schnellsten Fahrer aktuell erst im Q3 bekommen und die langsameren Piloten im Rennen fahren dürfen, künftig schon für das Q2 zur Verfügung stellen will. Damit im Q2 jeder Pilot genügend Reifen für 2 Runs hat. Extra-Sätze für das Qualifying lehnt der Reifenhersteller ab.

Spitzenteams im Vorteil durch neues Qualifying?

Ob das neue System wirklich für mehr Spannung sorgt ist allerdings fraglich. Kritiker warnen, dass Teams wie Mercedes im Q1 schon mit einem Satz der mittelharten Mischungen und 2 schnellen Runden in einem Stint durchkommen. Sie könnten sich die weichsten Mischungen dann für die restlichen Segmente aufheben und hätten damit einen Vorteil.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass der Fahrer mit der schnellsten Runde im Qualifying nicht mehr automatisch auf Pole Position steht. Mit dem nun vorgeschlagenen System hätte in Bahrain Nico Rosberg auf der Pole Position gestanden und nicht Lewis Hamilton, der in letzter Sekunde 77 Tausendstel schneller war.

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