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BAR-Honda unter Betrugsverdacht

Foto: dpa 38 Bilder

Durch mögliche Unregelmäßigkeiten beim Fahrzeuggewicht in Imola aufmerksam geworden, wittern die technischen Kommissare der FIA nun einen ausgefeilten Betrug, der erhebliche Folgen für das Team haben könnte.

25.04.2005

Für kreative technische Lösungen ist das Team British American Racing, kurz BAR, bekannt, doch scheinbar ist die Mannschaft von Teamchef Nick Fry nun etwas zu weit gegangen. Mittels eines geheimen Zusatztanks, der in den der FIA übermittelten technischen Zeichnungen nicht enthalten ist, sollen die BAR-Mechaniker den BAR 007 kurz vor Rennende auf das geforderte Mindestgewicht von 600 Kilogramm (inklusive Fahrer) gebracht haben.

FIA-Chefkommissar Charlie Whiting wurde durch die schnellen Rundenzeiten im Training und das lange Ausharren der BAR auf der Strecke bis zum ersten Tankstopp misstrauisch. Nach dem Wiegen forderte die Sporthoheit, den Tank im Renner von Jenson Button inklusive Leitungssystem komplett leer zu pumpen, danach war das Auto mit der Nummer drei untergewichtig.

Nick Fry: "Wir sind zuversichtlich"

Ein Zusatztank bietet den Vorteil, eine Rennstrategie mit spätem ersten Tankstopp planen zu können. Zudem kann das Auto über weite Strecken des Rennens und im zweiten Qualifying untergewichtig fahren. Das schont die Reifen und senkt die Rundenzeiten. Erst beim letzten Boxenstopp wird der nötige Ballast in Form von Benzin aufgefüllt.

Bei BAR gibt man sich unschuldig und überrascht: "BAR-Honda wird der FIA die gleichen Daten vorlegen wie den Rennkommissaren, und wir sind zuversichtlich, dass wir einmal mehr beweisen können, dass unser Auto in allen Punkten den Regeln entspricht", sagt Nick Fry. Die Verhandlung ist für den 4. Mai in Paris angesetzt.

Betrug hat Tradition

Tricksereien mit dem Gewicht sind im Motorsport gang und gäbe. Als die FIA begann, die Fahrer bei der technischen Abnahme mitzuwiegen, fanden sich bei manchem Bleigewichte in den Hosentaschen des Fahreranzuges. Für einen handfesten Skandal sorgte bereits 1984 das Tyrrell-Team, das kurz vor Rennschluss seine Autos neben verbleitem Benzin auch mit Bleikugeln betankte, um nicht untergewichtig erwischt zu werden. Tyrrell wurden damals alle WM-Punkte für die komplette Sasion gestrichen.

Noch härter traf es Toyota 1995 in der Rallye-WM. Weil die Ingenieure den Luftmassenbegrenzer mit einem Bypass umgangen hatten, um die Motorleistung des Celica GT4 zu steigern, wurde der Konzern in der laufenden Saison für alle Veranstaltungen ausgeschlossen und zwei weitere Jahre gesperrt.

Ein FIA-Insider schließt ein ähnlich hartes Urteil im aktuellen Fall nicht aus. Der Fall hat zudem politisches Gewicht. Honda zählt zu den schärfsten Kritikern von FIA-Chef Max Mosley und fraternisiert seitdem mit der Herstellervereinigung GPR.

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