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BAR

Mosley droht mit Ausschluss

Foto: dpa 38 Bilder

Die Formel 1-Saison 2005 könnte für BAR am 4. Mai zu Ende sein. Technik-Chef Geoff Willis soll die FIA-Kommissare angelogen haben, FIA-Präsident Max Mosley droht, dass Betrüger rigoros ausgeschlossen werden.

26.04.2005

Als Jenson Button nach dem Großen Preis von San Marino (24.4.) zusammen mit seinem BAR007 auf die Waage stieg, zeigte das Gerät 606,1 Kilogramm an. Dabei steuerte der Fahrer 73,6 Kilogramm zu, das Auto wurde mit 532,5 Kilogramm gemessen. Nachdem FIA-Kommissar Charlie Whiting die Order gegeben hatte, das Benzin aus dem Auto zu pumpen, wurden 11,5 Kilo Sprit zu Tage gefördert.

Danach zeigte die Waage für das Auto nur noch 521,0 Kilogramm an. Das ergab ein Gesamt-Gewicht mit Fahrer von 594,6 Kilogramm. Das geforderte Mindestgewicht beträgt 600 Kilogramm, und damit war das Auto mit der Nummer drei um 5,4 Kilogramm zu leicht.

Daraufhin fragte Whiting den Technischen Direktor von BAR, Geoff Willis, ob sich im Auto möglicherweise ein Zusatztank befinde. Willis verneinte. Womit der Engländer offenbar nicht rechnete: Die FIA-Fahnder rückten dem Tank des BAR mit einem Endoskop zu Leibe. Im Sucher der Kamera fand sich innerhalb des Tanks tatsächlich ein weiteres Spritreservoir.

13,5 Liter stille Reserve

Im Allgemeinen kalkulieren die Teams den Verbrauch ihrer Autos mit Computer-Hilfe so exakt, dass sich inklusive Auslaufrunde noch eine Minimalreserve von einem bis 1,5 Kilogramm Benzin im Tank befindet. Beim Auto von Jenson Button waren es 11,5 Kilo. Der Drittplatzierte von Imola fuhr demnach zehn zusätzliche Kilogramm Benzin spazieren, was einem Volumen von 13,5 Litern entspricht.

Die versteckte Menge ist ausreichend, um den ersten Tankstopp in Imola um drei Runden hinauszuzögern. Wo andere Teams in ihren untergewichtigen Chassis Ballastplatten aus Wolfram mitschleppen, konnte der BAR seinen Ballast verbrennen. Der Gewichtsvorteil macht in der Rundenzeit etwa vier Zehntelsekunden aus.

Fahndung bis ins Jahr 2004

Das Sportgesetz verbietet den Einbau mehrerer Tanks prinzipiell nicht, allerdings müssen diese auf den bei der Sportbehörde eingereichten technischen Zeichnungen kenntlich gemacht sein, was bei BAR nicht der Fall war. Zudem darf ein Rennauto zu keinem Zeitpunkt im Wettbewerb untergewichtig sein.

Die Sporthoheit versucht nun bis zum Verhandlungstermin am 4. Mai den Beweis zu führen, dass BAR absichtlich und regelmäßig betrogen hat. Dazu werten die Kommissare die Zeitpunkte von Tankstopps, Einfüllmengen und Rundenzeiten der vergangenen Rennen einschließlich der Saison 2004 aus, in der BAR-Honda die Vize-Weltmeisterschaft in der Konstrukteurswertung gewann.

Auf den Vorgang angesprochen machte FIA-Präsident Max Mosley deutlich, dass er im Falle der Überführung der Missetäter keine Kompromisse eingehen wird. BAR-Honda und Jenson Button würden in diesem Fall weit mehr als den dritten Rang von Imola verlieren: "Wenn jemand beim eindeutigen und absichtlichen Betrug erwischt wird, wird er von der WM ausgeschlossen - egal wer es ist."

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