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BAR

Schlappe für die FIA

Foto: BAR

BAR darf nun doch das neue Wundergetriebe einsetzen, das ohne Zugkraftunterbrechung schaltet. Die Sportbehörde ließ diese Technik im Dezember verbieten - angeblich auf Druck von Ferrari.

16.02.2005

Als Ross Brawn bei einem Meeting der Technischen Arbeitsgruppe der Formel 1 Näheres von der neuen Getriebetechnik von BAR erfuhr, sprach sich der Ferrari-Technik-Chef spontan gegen ein Verbot aus. "Warte ab, in ein paar Wochen kommt Post von der FIA", orakelte Williams-Technik-Chef Sam Michael. Tatsächlich flatterte noch vor Weihnachten ein Schrieb an die Team-Adressen, der jede Form stufenlos schaltender Getriebe in der Formel 1 ausschloss.

Für BAR, 2004 Vizemeister hinter Ferrari, und für die anderen Teams, war die Ansage von FIA-Technik-Kommissar Charlie Whiting wieder einmal ein klares Indiz, dass die Sporthoheit nur der verlängerte Arm der Ferrari-Politik sei.

FIA auf dünnem Eis

Seit neun Tams sich unverhohlen gegen die FIA und Ferrari stellen, scheint sich der Wind plötzlich gedreht zu haben: Unlängst erreichte die Teams frische Post aus Paris, in der Whiting angab, er habe mehrere Teams besucht und deren Kraftübertragungen studiert. Die FIA sei zu dem Schluss gekommen, ohne Zugkraftunterbrechung schaltende Getriebe seien nun doch legal.

Damit ist nun amtlich, wo McLaren-Chefdesigner Adrian Newey Whiting schon im Dezember auf dünnem Eis wähnte: "Wenn BAR damit vor Gericht zieht, hat die FIA keine Chance." Der Knackpunkt: Verboten sind laut Reglement lediglich stufenlose Getriebe. BAR-Mitbesitzer Honda, wo das betreffende Getriebe entstand, hatte zuvor bereits hinter vorgehaltener Hand gedroht, man wolle es trotz des Verbots einsetzen.

Wie genau die BAR-Schaltbox arbeitet, ist der Konkurrenz bisher nicht klar. Der Vater der Idee heißt Leo Ress. Der ehemalige Sauber-Chefdesigner arbeitete schon seit Jahren an der Idee des Schaltens ohne Zugkraftunterbrechung. Nun arbeitet der Schweizer als Chefingenieur bei Honda und seine Pläne in die Tat umgesetzt.

Schalten in 200 Milisekunden

Zwar lassen sich schon bei herkömmlichen Formel 1-Getrieben in nur 200 Millisekunden die Gänge wechseln. Doch gerade bei hohen Geschwindigkeiten und dem enormen Luftwiderstand der Formel 1-Renner stört die Ingenieure des kurzeitige "Stehen im Wind". Auch Williams und Ferrari haben bereits an ähnlichen Lösungen gearbeitet, wegen der rigorosen FIA-Regelauslegung aber die Technik nicht weiter verfolgt.

Die Aufgabe ist umso schwerer zu lösen, als die Regeln eindeutig nur eine Kupplung zulassen. Mit einem Doppelkupplungsgetriebe schalteten Rennfahrer bereits vor zwei Jahrzehnten in Porsche-Rennwagen und Rallye-Quattros. Mit einer solchen Doppelkupplung scheiterte Ende 2003 auch das Peugeot-Rallye-Werksteam an der Homologationshürde. Seit Frühjahr 2004 haben die Franzosen das Problem auf andere Weise gelöst. Allerdings ist die Zeitersparnis wegen der deutlich niedrigeren Geschwindigkeiten im Rallyesport eher marginal.

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