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Barcelona Test-Bilanz 2015

Wer ist erster Mercedes-Verfolger?

Rosberg - Mercedes - Barcelona Test 2 - 2015 Foto: Pirelli 32 Bilder

Die zweite Testwoche von Barcelona bestätigte die erste. Und machte das Bild im Verfolgerpulk etwas schärfer. Mercedes liegt acht Zehntel vorne. Dahinter wird es spannend. In unserer Analyse sagen wir Ihnen, wer neben Mercedes aktuell die besten Karten für den Saisonstart besitzt.

02.03.2015 Michael Schmidt

Zwölf Testtage sind vorbei. Melbourne kann kommen. Haben wir an den letzten 4 Testtagen in Barcelona etwas gelernt, was wir an den ersten 4 verpasst hätten? Nicht wirklich. Mercedes ist die Nummer eins. Der Vorsprung ist erschreckend groß. 8 Zehntel nach interner Rechnung. Eine Sekunde sagen die Pessimisten.

Das wird auch noch eine Weile so bleiben. Die Verfolger hoffen auf Upgrades und Motorrevisionen. Mercedes wird zwar auch nachlegen, doch der Spielraum wird kleiner. Man hat es an dem runderneuerten Mercedes AMG W06 gemerkt, der in der zweiten Barcelona-Woche sein Debüt gab. Er soll auf dem Papier eine halbe Sekunde schneller als die Basisversion sein.

Doch der Vorsprung auf die Konkurrenz ist nicht angewachsen. Weil die auch neue Upgrades brachte. Williams, Ferrari und Red Bull allerdings in geringerem Umfang. Am Mercedes war alles neu bis auf das Chassis. Williams hatte einen neuen Heckflügel, engere Seitenkästen, Leitbleche. Am Ferrari war nur die Frontpartie neu. Und Red Bull modifizierte den RB11 noch sparsamer.

Williams in Barcelona knapp schneller als Ferrari

Im Pulk hinter Mercedes geht es extrem eng zu. Und doch ist jetzt eine Reihenfolge erkennbar. Stand 1. März: Williams hat leicht die Nase vorn. Das Auto ist schnell auf der Geraden, einfach zu fahren und beinahe kugelsicher.

"Wir hatten nur zwei Probleme. Ein Mal Susie Wolffs Unfall, dann ein kurzer Elektronik-Blackout wegen eines Software-Fehlers", verrät Technikchef Pat Symonds. Trotzdem ist das Urgestein nicht ganz zufrieden: "Mercedes ist mir zu weit weg." Der Zeitenvergleich: Auf dem Reifentyp soft trennten Williams und Mercedes 0,708 Sekunden.

Ferrari kam zwar nie auf dem Lastwagen zurück an die Box, doch die Roten hatten durchaus ihre Wehwehchen. Am letzten Tag ein Wasserleck. Die technischen Probleme wurden aber im Verlauf der Testfahrten immer weniger. In der letzten Woche knackte Ferrari an drei von vier Tagen die 100-Runden-Marke.

Es muss aber noch Speed gefunden werden. Auf eine Runde ist Williams schneller, auf die Distanz Red Bull. Williams war auf Pirellis Superkleber Supersoft um 0,213 Sekunden flotter unterwegs als Ferrari.

Red Bull wartet auf das Nasen-Upgrade

Die große Unbekannte ist Red Bull. Entgegen der sonstigen Gepflogenheiten kamen in der letzten Testwoche nur kleine Änderungen am Frontflügel, der Airbox und den Heckflügel-Endplatten.

Das geplante große Facelift musste in der Kiste bleiben. Weil die kurze Nase den internen Crashtest nicht schaffte. Da machte es keinen Sinn den Rest des Autos zu modifizieren. Das neue Paket orientiert sich ganz an der ultrakurzen Nase.

Wie Mercedes verzichtete Red Bull auf den Einsatz von Supersoft-Reifen. Die schnellste Runde auf der weichen Mischung betrug 1.24,639 Minuten. Dagegen steht Ferraris beste Runde mit der Marke "Soft" von 1.24,078 Minuten. Ein deutlicher Abstand.

Dafür legte Red Bull den besseren Longrun hin. Als Ricciardo und Räikkönen zur gleichen Zeit mit den gleichen Reifen unterwegs waren, drehte der Red Bull im Schnitt um vier Zehntel schnellere Rundenzeiten auf den Asphalt.

Viel hängt jetzt davon ab, ob Red Bull die Nase vor dem GP Australien noch durch den Crashtest bringt. Quellen aus Milton Keynes behaupten, dass es dann einen richtigen Ruck nach vorne gibt.

Lotus ist Best of the Rest

Das Verfolgertrio hinter Mercedes hat Luft nach hinten. Dann folgen Lotus, Toro Rosso, Sauber, Force India und McLaren. In dieser Reihenfolge. Lotus war von der letzten Testwoche enttäuscht. Die Zuverlässigkeit stimmte. Der Speed nicht. "Wir hatten uns von den Upgrades ein bisschen mehr erhofft", bemängelte Chefingenieur Alan Permane. Das Aero-Paket war aber auch noch nicht komplett.

Lotus setzte mit einer Zeit von 1.24,200 seinen persönlichen Bestwert. Toro Rosso lag mit 1.24,191 Minuten in einem ähnlichen Bereich. Doch dem Mercedes-Motor von Lotus wird mehr zugetraut als dem Renault V6-Turbo im Toro Rosso. In punkto Zuverlässigkeit und im Rennbetrieb. Mercedes hat bei der Nutzung der elektrischen Energie immer noch einen riesigen Vorsprung auf die Konkurrenz.

Sauber schloss beim großen Testfinale in Barcelona wieder an die guten Leistungen von Jerez an. Mit 545 Runden legten die Schweizer Autos die größte Distanz zurück. Felipe Nasrs Bestzeit von 1.24,023 Minuten auf den extraweichen Reifen lag im Bereich von Lotus und Toro Rosso. Hier gilt das gleiche wie bei Toro Rosso. Lotus wird im Rennen die Trumpfkarte Mercedes ziehen.

McLaren mit 2.250 Kilometern unter Plan

Force India und McLaren werden bei den ersten beiden Rennen dafür büßen, dass sie deutlich weniger Kilometer zurückgelegt haben als die Konkurrenz. McLaren-Honda schaffte an 12 Tagen 1.751 Kilometer. Force India an drei Tagen 1.699.

Nico Hülkenberg gibt sich keinen Illusionen hin. "Wir werden daran zu knabbern haben." Immerhin weiß er nach drei Marathons in Barcelona, dass sein Auto in Melbourne wahrscheinlich die Renndistanz übersteht. Bei McLaren wäre das ein Wunder. Die englisch-japanisch Co-Produktion musste in neun Fällen vorzeitig abbrechen.

Force India-Technikchef Andy Green setzt voll auf das Rennen. "Mit unserem halb neuen Auto und dem verkürzten Testprogramm wird der Sprung ins Q2 für uns sehr schwer. Wir hinken mit dem Setup hinterher, müssen jetzt im Simulator ein Programm fahren, das wir eigentlich vor vier Wochen machen wollten. Aber im Rennen werden wir unsere Stärken ausspielen. Das Auto ist zuverlässig, wir haben die Reifen schon sehr gut verstanden, und wir haben Mercedes-Power im Heck.

Mit 1.24,939 Minuten auf Supersoft-Reifen lag Force India rund acht Zehntel hinter der Gruppe mit Lotus, Toro Rosso und Sauber. McLaren kam nicht unter 1.25,225 Minuten. Allerdings mit der Mischung "soft". Da muss man noch einmal vier Zehntel abziehen. Button war am Sonntag mit "supersoft" ein Zehntel langsamer als Magnussen. Was vermutlich an den höheren Temperaturen lag. Man muss Button deshalb mit Sergio Perez im Force India vergleichen. Der schlug den McLaren unter gleichen Bedingungen um zwei Zehntel.

McLaren-Honda hatte nur einen guten Tag. Da schaffte Jenson Button 101 Runden. Und da zeigte sich, dass Auto und Motor Potenzial haben. Wenn man irgendwann einmal ans Limit gehen kann. Doch immer wenn Honda volle Power freigab, traten Defekte auf. Teamchef Eric Boullier fürchtet, dass McLaren noch die ersten vier Rennen braucht, um die Kinderkrankheiten zu beheben. "Beim GP Spanien sollten wir den Rückstand aufgeholt haben. Wir haben nur knapp die Hälfte des Programms geschafft, das wir uns gesetzt haben." Das waren 4.000 Kilometer.

In unserer Fotoshow zeigen wir Ihnen die Highlights des zweiten Barcelona-Woche - darunter auch viele Bilder, die wir Ihnen in den Tagesgalerien noch nicht zeigen konnten.

FahrerTeamZeit / RückstandRunden
1. Nico RosbergMercedes1:22.792 Min.254
2. Lewis HamiltonMercedes+ 0.230124
3. Valtteri BottasWilliams+ 0.271179
4. Felipe MassaWilliams+ 0.470205
5. Kimi RäikkönenFerrari+ 0.484216
6. Sebastian VettelFerrari+ 0.677272
7. Felipe NasrSauber+ 1.231300
8. Carlos Sainz Jr.Toro Rosso+ 1.399218
9. Romain GrosjeanLotus+ 1.408191
10. Marcus EricssonSauber+ 1.484245
11. Max VerstappenToro Rosso+ 1.735224
12. Daniel RicciardoRed Bull+ 1.846200
13. Nico HülkenbergForce India+ 2.147235
14. Sergio PerezForce India+ 2.321130
15. Kevin MagnussenMcLaren+ 2.43339
16. Jenson ButtonMcLaren+ 2.535138
17. Daniil KvyatRed Bull+ 3.155159
18. Pastor MaldonadoLotus+ 3.913176
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