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Barrichello Bestzeit von Jerez

Williams sagt: "Die Zeit ist echt"

Rubens Barrichello Foto: Williams 49 Bilder

Nach der Bestzeit von Rubens Barrichello in Jerez herrschte im Fahrerlager Staunen und Zweifel. Die Konkurrenz unterstellte ein untergewichtiges Auto. Williams-Technikchef Sam Michael hält dagegen: "Absoluter Unsinn. Diese Zeit war echt. Wir fahren nicht untergewichtig."

15.02.2011 Michael Schmidt

Rubens Barrichello hatte man am wenigsten dort erwartet. Auf Platz eins der Testfahrten von Jerez. Mit 1,19,832 Minuten fuhr der Brasilianer am letzten Testtag die mit Abstand schnellste Zeit der Jerez-Woche. Der Williams fuhr 0,52 Sekunden schneller als Michael Schumacher im Mercedes, der zwei Tage zuvor auf 1.20,352 Minuten gekommen war und damit Rang zwei belegte.

Sam Michael: "Williams fährt nicht untergewichtig"

Barrichellos Explosion kam deshalb so überraschend, weil Williams sowohl in Valencia als auch an den ersten drei Tagen im Mittelfeld herumgedümpelt war. Und am Abend vor der Bestzeit rätselte der Brasilianer noch: "Ich habe noch keinen Schimmer, wo wir stehen."

Deshalb machte nach dem Williams-Schock im Fahrerlager sofort das Gerücht die Runde: Barrichello muss untergewichtig gefahren sein. Um nach dem Börsengang eine gute Figur zu machen. Das ist der normale Abwehrreflex derer, die sich sonst die Rundenzeit nicht erklären können. Technikchef Sam Michael widerspricht den Vermutungen der Konkurrenz: "Diese Zeit war echt. Wer unser Team kennt, weiß dass wir nicht untergewichtig fahren."

Barrichello Bestzeit mit superweichen Reifen

Der Australier geht ins Detail: "Rubens ist die Zeit auf superweichen Reifen gefahren. Er hatte natürlich etwas weniger Sprit im Tank. Und die KERS-Elemente waren alle an Bord. Wir haben nur die Verbindung vom Generator zum Motor gekappt und die Batterien still gelegt, weil in den Tagen davor ein Problem mit der Kühlung aufgetreten war." Michael rechnet damit, dass Barrichello von der Zeit noch einmal drei Zehntel weggefeilt hätte, wenn KERS einsatzfähig gewesen wäre.

Wieviel Benzin mindestens an Bord gewesen sein muss, lässt sich ausrechnen. Barrichello fuhr die Zeit im Rahmen eines Zehnrunden-Turns. Also waren mindestens 25 Kilogramm Sprit im Tank. Superweiche Reifen hin, wenig Benzin her, trotzdem bleibt die Frage, wie sich Williams über Nacht so steigern konnte. Die schnellste Runde in den drei Tagen davor lag bei 1.22,227 Minuten.

Williams mit Problemen auf "Medium-Reifen"

Sam Michael klärt das Rätsel auf: "Das liegt darin, dass wir davor nur die Medium-Reifen gefahren sind. Und das immer mit relativ viel Benzin an Bord. Irgendwie sind wir mit dem Reifentyp "medium" nicht klargekommen. Wir wissen immer noch nicht, warum wir sie nicht zum Arbeiten bringen. Auf allen anderen Mischungen, egal ob hart, soft oder supersoft ist unser Auto wie verwandelt." Als Beweis legte Barrichello mit dem Reifentyp soft eine 1.20,6er Runde hin.

Michaels Aussagen decken sich mit dem, was Barrichello am Samstagabend berichtete. Der dienstälteste Fahrer war verwirrt. "Dieses Auto macht einige Dinge völlig anders als sein Vorgänger. Ich weiß noch nicht, ob es an den Reifen liegt oder nicht. Wegen der langen Standzeiten mussten wir am Samstag Kilometer machen. Deshalb waren die Tanks immer voll. Ich kam nicht mal dazu, mit unterschiedlichen Abstimmungen herumzuspielen. Deshalb weiß ich nicht, was dieses Auto wirklich kann." Am Tag darauf wusste er es.

Red Bull ist für Michael der Maßstab

Der Abschlusstag zeigte ihm, dass die Probleme mit dem Reifentyp "medium" zu tun hatten. "Ich habe vom Grip her keinen Unterschied zwischen frischen und gebrauchten Reifen gespürt. Normalerweise wird die Lenkung sofort ein bisschen härter, wenn du einen frischen Satz draufmachen lässt. Aber da war null Rückmeldung. Vor allem die Vorderachse hat mir kein Gefühl vermittelt."

Sam Michael ist deshalb heilfroh, dass sich Pirelli bei den ersten vier Rennen für die Mischungen "soft" und "hart" entschieden hat. "Damit kommen wir gut klar." Ist Williams jetzt so etwas wie ein Geheimfavorit? Sam Michael winkt ab: "Wenn ich mir anschaue, mit welcher Konstanz Vettel im Red Bull mit den Medium-Reifen seine Runden dreht, dann ist dieses Auto der Maßstab. Red Bull hat nur noch nicht gezeigt, was sie wirklich können."

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