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Formel 1: Barrichellos Trumpf gegen Hülkenberg

Erfahrung zahlt sich im Teamduell aus

Rubens Barrichello Foto: Williams 35 Bilder

Rubens Barrichello ist für Nico Hülkenberg im Augenblick noch eine uneinnehmbare Festung. Der amtierende GP2-Meister verlor auch das zweite Trainingsduell gegen den Brasilianer. Der WM-Dritte des Vorjahres wollte sogar die Mercedes-Piloten angreifen.

27.03.2010 Michael Schmidt

Erfahrung zahlt sich aus. Die Formel 1-Neulinge Nico Hülkenberg und Vitaly Petrov merken gerade, dass es für Erfolg in der Formel 1 keine Abkürzung gibt. Auch für die Nummer eins und zwei der letztjährigen GP2-Serie nicht. Rubens Barrichello und Robert Kubica haben ihre jungen Teamkollegen im Griff.

Für Williams-Technikchef Sam Michael ein ganz normaler Vorgang: "Wir wissen, dass Nico den Speed hat. Aber Rubens hat 285 Rennen mehr auf dem Buckel. Wir müssen Nico Zeit geben. Es ist unmöglich, dass er den Erfahrungsvorsprung von Barrichello in zwei Rennen wettmacht."

Barrichello wollte Schumi angreifen

Während Hülkenberg von Platz 15 ins Rennen geht, landete Barrichello in den Top Ten. Nur drei Zehntel hinter seinem Ex-Teamkollegen Michael Schumacher. Doch der Brasilianer ist überzeugt, dass er Schumacher hätte schlagen können. "Ich war zu pessimistisch. Für uns geht es darum, es in das Top Ten-Finale zu schaffen. Dafür müssen wir in der zweiten K.O.-Runde alles geben, was wir haben. Deshalb haben wir da zwei Satz weiche Reifen verheizt. Hätten wir geahnt, dass ich es locker eine Runde weiter schaffen würde, hätte ich es bei einem Satz belassen. Dann hätte ich im letzten Abschnitt der Qualifikation zwei Satz der weichen Reifen übrig gehabt."
 
Barrichello freute sich über den achten Startplatz so wie über eine Pole Position im vergangenen Jahr. "Es ist schon komisch, wie sich die Ansprüche verschieben. Im letzten Jahr wäre ich mit einem achten Platz unzufrieden gewesen. Nach dem Ergebnis von Bahrain ist es für mich und das Team ein Erfolg. Wir haben uns in 14 Tagen unglaublich gesteigert." Trotzdem warnt der Rekordteilnehmer, Rückschlüsse aus dem Formanstieg zu ziehen: "Melbourne ist eine komische Strecke. Sie war nie ein Gradmesser für den Rest der Saison."

Williams dank Erfahrung ohne Tankprobleme

Nach dem Tankdrama um Virgin Racing geriet auch Williams ins Gerede. Williams verwendet wie Virgin Cosworth-Motoren, und es hätte ja möglich sein können, dass auch der Rennstall falschen Informationen aufgesessen ist. Mit einem Unterschied: Williams hat jahrzehntelange Erfahrung im Rennsport. "Wir sind hier in Melbourne mit dem Spritverbrauch am Limit", gibt Barrichello zu, mit der Einschränkung: "Das ist auf dieser Strecke jeder."
 
Ferrari-Technikchef Aldo Costa bestätigt: "Melbourne ist nach Singapur die zweitschlimmste Strecke für den Benzinverbrauch." Barrichello erkennt darin einen Vorteil für sich: "Ich bin der letzte Rechtsbremser im Feld. Im Gegensatz zu den Linksbremsern bin ich beim Pedalwechsel immer kurz vom Gas. Das spart Benzin."

Kritik an Startzeit und Sicht nach hinten

Der erfahrenste Pilot der Formel 1 sieht noch zwei Punkte der Kritik. Erstens die späte Startzeit: "Wir haben den Veranstalter um eine frühere Startzeit gebeten, aber keine Chance. Das Licht stellt uns bei einem Start um 17 Uhr vor echte Probleme. Bei schönem Wetter irritiert uns der Licht/Schatten-Wechsel in den Waldpassagen. Ist der Himmel bedeckt, ist es dort ab 18 Uhr stockdunkel."

Auch die Rückspiegel der modernen Autos finden bei Barrichello keine Zustimmung. Er kann verstehen, dass es auf der Strecke zu Missverständnissen wie zwischen Fernando Alonso und Michael Schumacher im Abschlusstraining kommt. "Die Sicht nach hinten ist bei den aktuellen Autos so schlecht wie noch nie. Vor allem bei den Autos, die den Spiegel in den Leitblechen ganz außen montiert haben. Die Dinger vibrieren so stark, dass du nach hinten fast nichts siehst."

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