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Barrichello bei Williams gesetzt

Vertragsverlängerung nur noch Formsache

Rubens Barrichello Foto: Williams F1 143 Bilder

Rubens Barrichello hat noch keinen Vertrag für 2011 unterschrieben. Trotzdem muss sich der Brasilianer nicht auf dem Transfermarkt umschauen. Der dienstälteste Formel 1-Pilot gilt bei Williams für die kommende Saison als gesetzt.

20.07.2010 Michael Schmidt

Rubens Barrichello ist gelassen. Er hat zwar noch keinen verbindlichen Vertrag für die Saison 2011 in der Tasche, doch ihn befällt deshalb keine Existenzangst. Der 38-jährige Brasilianer bestätigte in Silverstone: "Ich rede derzeit mit keinem anderen Team. Williams wäre aber schlecht beraten, wenn sie mich nach einem Jahr wieder gehen lassen würden."

Frank Williams sieht Barrichello als gesetzt

Frank Williams kann seinen Top-Star beruhigen: "Gehen Sie davon aus, dass Rubens gesetzt ist", meinte der Rollstuhlgeneral beim GP England. Sein Technikchef Sam Michael fügte hinzu: "Die Verlängerung mit Rubens sollte Formsache wie das tägliche Frühstück sein. Er hat mehr als einmal bewiesen, wie wichtig in diesem Geschäft Erfahrung ist."

Barrichello hat in den letzten zwei Rennen 22 Punkte auf das Konto von Williams geschaufelt. Das gibt dem britischen Rennstall die Hoffnung, das auf Platz sechs liegende Force India-Team in der Konstrukteurs-WM noch einzuholen. Barrichello selbst liegt nur noch sieben Punkte hinter seinem früheren Ferrari-Teamkollegen Michael Schumacher.

Ein besonderer Anreiz für ihn, auch wenn er sich Kommentare zu Schumacher mittlerweile erspart: "Was ich auch zu diesem Thema sage, es wird immer so hin gedreht, dass es sich wie Kritik an Michael anhört. Da wird jedes Wort auf die Goldwaage gelegt, deshalb ist es besser, wenn ich schweige."

Barrichello als Aushilfsingenieur bei Williams

Umso gesprächiger ist der Rekordteilnehmer, wenn es darum geht, wie Williams nach einem enttäuschenden ersten Saisondrittel wieder den Anschluss gefunden hat. Barrichello hat daran einen nicht unerheblichen Anteil. Die neue Getriebeübersetzung, die das Leistungsloch des Cosworth V8 bei 14.000/min füllt, ist auf seinem Mist gewachsen. Und er fütterte die Aerodynamiker mit seinen Erfahrungen von anderen Teams.

Offenbar war die Aerodynamikabteilung von Williams mit ihrem Konzept seit Jahren auf dem Holzweg. Die Runderneuerung des aktuellen FW32, die sich über vier Rennen hinzog, hat gewirkt. Das Auto kann jetzt an der Vorderachse tiefer und der Hinterachse höher gefahren werden, ohne dass der Fahrkomfort leidet. Von dieser Konfiguration aber profitiert die gesamte Aerodynamik.

Laut Barrichello waren die Ingenieure des Teams manchmal etwas zu Daten verliebt. Doch die Windkanalwerte kamen nicht immer auf der Rennstrecke an. "In Istanbul hatten wir einige Dinge am Auto, die im Windkanal funktionierten, auf der Strecke aber nicht. Ich habe den Ingenieuren gesagt, dass mich mein Gefühl nicht täuscht. Und ich hatte kein gutes Gefühl mit diesen Änderungen. Deshalb haben wir einen anderen Weg eingeschlagen. Das hat das Eis gebrochen. Seitdem wissen die Ingenieure, dass sie sich auf mein Gefühl verlassen können und dass ich mit meiner Einschätzung Recht hatte. Jetzt sind wir wieder dort, dass der Windkanal das anzeigt, was wir Fahrer spüren."

Lob an Nico Hülkenberg

In dem Zusammenhang lobt Barrichello seinen Teamkollegen Nico Hülkenberg: "Zu 90 Prozent spüren wir vom Auto das gleiche. Und bei den restlichen zehn Prozent kann ich auch mal etwas von Nico lernen. Er macht sehr gute Aussagen zu unserem Auto." Barrichello ist optimistisch, dass der Aufwärtstrend bei Williams jetzt andauert: "Wenn wir so weiter machen, und bei der Aerodynamik, der Mechanik und dem Motor nur eine Handbreit zulegen, dann sind wir in den letzten Rennen des Jahres in der Lage, aus eigener Kraft aufs Podest zu fahren. Und diese Form müssen wir dann als Ausgangsbasis für 2011 konservieren."

Die Worte sagen alles. Barrichellos Formel 1-Karriere wird 2011 in ihre 19. Saison gehen. In Hockenheim fährt der Marathonmann seinen 296. Grand Prix.

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