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Barrichello vs. Button

Keine Stallregie im Titelrennen

Brawn GP Foto: dpa 51 Bilder

Der GP Italien brachte eine Vorentscheidung in der WM. Jenson Button und Rubens Barrichello setzten sich mit einem Doppelsieg von ihren Red Bull-Verfolgern ab. Jetzt wird der Titelkampf zum teaminternen Duell. Ross Brawn verspricht: "Es gibt keine Stallregie."

13.09.2009 Michael Schmidt

Rubens Barrichello strahlte. Sein zweiter Saisonsieg macht ihn endgültig zum Kronprinzen hinter WM-Spitzenreiter Jenson Button. Und zum großen Konkurrenten im Titelrennen. Für Red Bull ist die Partie so gut wie gelaufen. 26 Punkte Rückstand sind bei vier noch ausstehenden Rennen kaum noch aufzuholen.

Brawn sieht noch keine Vorentscheidung

"Wir sind trotzdem noch nicht über den Berg", warnte Ross Brawn. Der alte Pragmatiker rechnete seine Situation schlecht: "Bei den letzten vier Rennen sind noch 40 Punkte zu vergeben. Red Bull hat also noch Chancen, aber sie sind ein ganzes Stück kleiner geworden. Trotzdem will ich noch nicht von einer Vorentscheidung sprechen." Im Konstrukteurspokal hat Brawn GP ein Polster von 40,5 Zählern. "Wenn wir diesen Titel in der Tasche haben, wird vieles leichter", rechnet Geschäftsführer Nick Fry vor. "Dann können wir uns in Ruhe das Duell Rubens gegen Jenson anschauen."

Ross Brawn könnte nun alle Karten auf den besser platzierten Button setzen, doch der Stratege mit dem Dreitagebart gibt seinen beiden Fahrern grünes Licht: "Solange die WM mathematisch offen ist, greifen wir nicht ein. Beide dürfen Weltmeister werden. Wer in so einer Situation etwas steuern will, fällt damit meistens auf die Nase."

Offenes Duell in Monza

Dass der Nachfolgerennstall von Honda fair spielt, zeigte er in Monza. Obwohl beide Autos mit der gleichen Spritmenge ins Rennen geschickt wurden, durfte sich der in der WM schlechter platzierte Barrichello den ersten Boxenstopp aussuchen. Weil er im Rennen vor Button lag. Button kam in der 28. Runde an die Tankstelle, sein brasilianischer Kollege einen Umlauf später. "Bei uns hat der Mann die erste Wahl, der zu dem Zeitpunkt vorne liegt", bestimmte Brawn.

Bis jetzt hat die Freundschaft der Brawn GP-Piloten noch nicht unter dem Titelduell gelitten. "Wir waren immer gute Piloten, in guten wie in schlechten Zeiten. Das ist gewachsener Respekt", beschreibt Button das teaminterne Klima. Barrichello bestätigt: "Wir werden auch weiterhin alle Informationen untereinander austauschen." Dann macht der dienstälteste Pilot eine klare Ansage: "Wenn einer von uns beiden Weltmeister wird, dann gilt endlich der alte blöde Spruch nicht mehr, der besagt: Nette Jungs können nicht gewinnen. Jenson und ich sind nette Jungs."

Button will nicht nur verteidigen

Die beiden Titelkontrahenten gehen mit unterschiedlichen Voraussetzungen in die letzten vier Rennen. "Ich muss eigentlich nur immer nah an Rubens dranbleiben", bilanziert Button. Vier zweite Plätze reichen ihm. Dann korrigiert er sich: "Es wäre falsch, immer nur mit Platz zwei zufrieden zu sein."

Rubens, der ewige Optimist, hat dagegen Blut geleckt: "Ich glaube an meine Chance. Jetzt kriege ich die Belohnung für meine 16 Jahre in der Formel 1. Ich hoffe, dass sich meine Erfahrung diesmal auszahlt." Und was sagt Ross Brawn, die graue Eminenz im Team: "Rubens hat es von der Psychologie her leichter. Er hat nichts mehr zu verlieren und kann voll attackieren."

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